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Der Zauber der Transsibirischen Eisenbahn

Geschrieben von Sandra   
Thursday, 24. August 2006

Nach Kilometern auf Beton zu Fuss (wahrscheinlich fast so vielen wie von Moskau bis Irkutsk) konnten wir es kaum erwarten, einige ruhige Tage in der Transsib zu verbringen und weit weg von den Grossstaedten zu kommen. So stiegen wir in Moskau, um  ca 23 h bei Km 0 in den Zug ein - in DEN Zug, in die Transsib. Unser Abteil, das wir ganz fuer uns alleine hatten, wurde fuer die naechsten 4 Naechte und 3 Tage zu unserem Schneckenhaus. Gemuetlich, schoen und mit einem 24 h Kino, das unser Fenster war. (Auf der zweiten Seite findest Du hierzu ein kurzes Filmchen) Gruene unendliche Weiten, kitschige Sonnenuntergaenge, aufsteigende Regenbogen, romantische Vollmondnaechte, vorbeiziehende Bahnhoefe und dem Rhythmus des Zuges zogen uns in den Bann der Transsibirischen Eisenbahn, in den Zauber der Transsibirischen Eisenbahn.


Viel lesen, dabei immer wieder einschlafen, geweckt werden durch das Geraeusch des Staubsaugers oder des Putzlappens gefolgt von der zuvorkommenden, sehr freundlichen nicht englischsprechenden Russischen Hostesse, die unser Abteil mindestens 2 x taeglich auf Hochglanz polierte (dafuer reduzierte sich unsere Reinlichkeit auf Feuchttuechliwaesche und Deo....). Ab und zu ein Schwaetzchen oder ein (vielleicht auch zwei...) Glaeschen Vodka mit unseren netten Nachbarn, dazwischen auch immer wieder Abwechslung durch Stocki, Polenta, 2minute noodles und Maggisueppchen und vorallem kulinarischen Hoehenpunkten bei Gejagtem waehrend den Stopps auf den Bahnsteigen wie frischen Beeren, Brot, Piroschkas, Gurken und Tomaten liessen Zeit, Tage, Naechte und die 5185 Kilometer viel zu schnell an uns vorbeiziehen.... Am liebsten waeren wir in Irkutsk gar nicht mehr ausgestiegen sondern bis nach Vladivostok und wieder zurueck gefahren...  


Doch zum Glueck sind wir in Irkutsk ausgestiegen, um unsere Fuesse in und unsere Seele am Baikalsee baumeln zu lassen !!!! Mehr dazu unter "Irkutsk und Olkhonisland Baikalsee".


Dann ging unsere Reise nach diesen wunderschoenen Tagen wieder auf Schienen noch mehr gruenen Weiten entgegenfahrend weiter... Sonnengelb, Himmelblau und Grasgruen mit immer wieder bluehenden Blumen zogen an uns vorbei.


Die naechsten 1400 km verbrachten wir so wieder in der Transsibirischen , bzw. Transmongolischen Eisenbahn. Dieses Mal in einem 4er Abteil mit zwei sympatischen Franzosen. Eine Nacht und ein Tag vergingen leider wieder viel zu schnell mit Kartenspiel, Lachen, Erzaehlen, Essen, Schlafen... Zwischendurch die muehsamen Zollueberquerungen mit 2 A4 Blaetter auszufuellenden Formularen - natuerlich auf kyrillisch geschriben, wie auch sonst alle Informationen im ganzen Land (muendlich oder schriftlich).... Auf jeden Fall foerderten diese  Zolldeklarationsblaetter die interkulturelle Kommunikation in unserem Zugwagen sehr!!!! Mit Haenden, Fuessen und Zeichnungen versuchten wir Zeile um Zeile mit den russischen Passagieren zu uebersetzen und jedes herausgefundene Wort wurde gleich unter all den Europaeern ausgetauscht und weitergegeben... Nach getaner Arbeit folgten 3 1/2 h Pass- und Gepaeckkontrolle, ruhig und braves Warten und ernsten Gesichter der russischen Zollbeamten am Grenzuebergang... Zum Glueck konnten wir die Stunden mit buryatischen runden ravioliaehnlichen Spezialitaeten auflockern, die wir am Bahnsteig ersteigert haben. Danach ging es mit dem Zug ein paar Kilometer weiter bis an die Mongolische Grenze. Die freundliche Zollbeamtin begruesste uns in englisch und haendigte englische Zolldeklarationsformulare aus!!!! 
Das muss tatsaechlich ein ganz anderes Land sein - macht das wohl die Naehe vom Land des Laechelns aus???  Nach nur 1 1/2 h ging es schlussendlich den gruenen noch weiteren Weiten entgegen. Nach kurzer Zeit tauchten am Horizont zwischendurch bereits Jurten auf, die uns auf Neues, Spannendes freuen lassen. In Ulan Bator angekommen, liessen uns die laechelnden, offenen, englischsprechenwollenden Mongolen die Wehmut der bis auf Weiteres zu schnell geendeten Zugfahrt sofort vergessen.