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Haere mai ki te whenua o Aotearoa


Geschrieben von Sandra
  
Thursday, 27. September 2007

Welcome to the land of Aotearoa



  • 15.9.07 - Auckland

Ankunft im KiwilandAbflug in Perth.... Sydney.... Dann endlich Neuseeland... Auckland.... Alison... Hahei... Cathedral Cove... Purangi... Fish & Chips... Gruene Huegel, viele Schafe... 1993... ueber neun Monate... fast 15 Jahre her... ein kleines bisschen von meinem Herz... meine 2. Heimat...

Die Wolken oeffnen sich fuer einen Moment, lassen mich einen kurzen Blick auf diese - meine Welt werfen. Verschliessen sich wieder. Die gemischten Gefuehle, die ich gegenueber dem Wiedersehen mit diesem Land hatte, verfliegen ploetzlich... Freude kommt auf, Ungeduld. Ja, bestimmt hat sich seit dieser Zeit viel veraendert. Ich habe mich veraendert. Die Welt bleibt auch auf dieser Seite nicht stehen... Da, da ist es wieder! Diese herrlich gruenen Huegel, blauer Himmel, selbst die Wolken hier sehen wie Schaefchen aus. Aotearoa - the land with the long white clouds - genau so, wie es damals schon war...





  • 18. - 21.9.07, Coromandel Peninsula

Heute wollen wir die Vergangenheit richtig aufleben lassen, die Gegenwart erleben - wahrscheinlich auch mit der Realitaet konfrontiert werden... Wir fahren fuer die naechsten Tage nach Hahei! Die Fahrt ist schoen, gruen, Schaefchen am Boden und am Himmel. Ich versuche mich an jede Kurve, jede Ortschaft zu erinnern - weiss nicht mehr viel... Da, die Abzweigung nach Hahei! Zwischen dem Waldstueck hindurch, den Huegel hinunter... da ist es, unsere kleine Welt in der wir vor fast 15 Jahren gelebt und gearbeitet haben! Veraendert, Haeuser bis fast zum Wald, viel groesser ist alles geworden, zwischendurch neu und modern und doch immer wieder ein Haus, das wir kennen und so war wie damals.


Hahei... our second Home??? 



rosa Hahei StrandIst der Strand, das Meer wenigstens noch gleich geblieben und hat der Zeit getrotzt??? Ja, der Sand hat seine zart rosa Farbe behalten, die Mueschelteile, vermahlen von den Gezeiten, liegen immernoch Ton in Ton da. Doch da ist eine Stelle, wo ein Stueck vom Wasser und den Jahren wohl abgetragen wurde und nur noch Steine nackt da liegen. Auch Maharange Island liegt immernoch stolz in der Bucht und die anderen vielen kleinen Inselchen scheinen alle auch noch da zu sein. Sooooooo schoen. Wieviele Stunden haben wir hier verbracht, wieviele Kilometer hier spaziert, wieviele Muscheln hier aufgelesen und wieviel Sand mit nachhause genommen...

 

Doch etwas fehlt eindeutig in diesem Bild dieser traumhaften Bucht. Wo ist der Hahei Explorer geblieben, das Boot, welches Nigel gehoert??? Auf dem Parkplatz entdecken wir seine Werbetafel! Waaaaaasssssss! Das gibt es doch nicht!!! Ich sitze seit all diesen Jahren immernoch in seinem Boot, flitze der Kueste entlang und mache Werbung fuer ihn!!! Wir muessen ihn besuchen, mit ihm eine weitere Tour machen, alte Zeiten aufleben lassen!!! Wir fahren zu seinem Haus, er ist im Garten am Arbeiten. What a surprise! Zuerst entdeckt er Alison - dann mich! What??? The whole lot! Unbelivable!! Er ist aelter geworden, seine langen blonden Haare sind jetzt kurz und eher graeulich... Wir sehen wie damals aus, meint er. Er ist immernoch der selbe geblieben, finden wir:o) Schoen, ihn wieder zu sehen, doch schade, hat er sein Business letzten Sommer verkauft. Nur zu gerne waeren wir mit ihm wieder dieser spektakulaeren Kueste entlanggeflogen... Tja, die Zeiten haben sich veraendert.

 


Danach noch ein kleiner Halt, zurueck in die Vergangenheit. The Hahei Store und "unsere" Burgerbar... Viel hat sich hier nicht wirklich veraendert, die Burgerbar haben sie umgestellt. Sieht natuerlich nie mehr soooooo gut aus, wie damals mit uns;o) Und die Fish & Chips schmecken bestimmt auch nie mehr so gut!

Wir entscheiden uns, im Campingplatz eine Kabine zu mieten. So haben wir ein kleines Haeuschen fuer uns alleine. Einfach, aber gemuetlich.


Am anderen Morgen wollen wir frueh raus und zur Cathedral Cove wandern. Fuer mich war das immer mein Lieblingsspatziergang und ein mystischer Ort zugleich. Wir packen unseren Rucksack und machen uns auf den Weg. Der Kiesweg zum Parkplatz auf der Anhoehe ist inzwischen eine richtige Strasse geworden - und der Parkplatz ein richtiges Parkfeld! Ein Kaffee/Souvenierstand, offizielle Tafeln, Markierungen, einen Aussichtspunkt!!! Hier muss es in der Hochsaison seeeeehr viiiiiiiiiele Leute haben... Der kleine Trampelpfad durch Kuhweiden, Wald und Wiesen ist eine halbe Autobahn geworden...Breit, gerade und schlingt sich jetzt an einem anderen Ort der Kueste entlang... Hoffentlich muessen wir in der Cathedral Cove keinen Eintritt bezahlen - vorstellen koennte ich es mir!

Zum Glueck nicht... Aber es hat viele Menschen... vielleicht 10 oder so. Und ehrlich gesagt glaube ich, das sind nicht wirklich viel...


The Cove... schoen wie eh und jeh 


Cathedral Cove ist immernoch da, immernoch wunderschoen, idyllisch eingebettet zwischen den steilen Felsen, immernoch mir dieser schoenen Struktur. Unbeeindruckt der Touristenstroeme scheinen die Gezeiten deren Spuren im Sand Tag fuer Tag fortzuspuelen und laesst die Bucht fast unberuehrt erscheinen...


Alison wagt sich in das eiskalte Wasser, Thomas fotografiert und ich versuche das zu spueren, was ich immer meinte, hier gespuert zu haben. Komisch, obwohl es immernoch wunderschoen ist, mir bekannt ist, fuehle ich mich mit diesem Ort, mit Hahei, mit dieser kleinen Welt nicht mehr verbunden. Ich fuehle mich wie sonst irgend ein Besucher - oberflaechlich, eben als ein Besucher von vielen. Ich frage mich, ob die Seelen der Maorioris, die hier gewohnt haben, immernoch da sind oder ob sie von den vielen Besuchern vertrieben wurden... Und wo meine heimatlichen Gefuehle hin sind...


care for a ride.....??? 


Wir wandern zurueck, nehmen die Eindruecke mit uns mit. Schoene, andere. Im Dorf entdecken wir den Hahei Explorer auf dem Anhaenger und sein neuer Besitzer auf dem Traktor. Ich moechte ein Foto machen, er winkt uns zu und meint: "Hey guys, coming for a ride???" Da meine ich nur: gerne! Aber eigentlich muessten wir alle gratis mitfahren duerfen, denn schliesslich mache ich seit Jahren Werbung fuer sein Business! Er war nicht schlecht beeindruckt;o) Er offerierte uns, dass eine Person bezahlt, drei aber mitfahren durfen. Ok - gesagt getan. Und wir sitzen zu dritt mit noch zwei anderen Passagieren seit Ewigkeiten wieder einmal in diesem Boot! Wir sind gespannt, ob sich ausser den Preisen noch mehr veraendert hat. Die Kurven waren nicht mehr so spektakulaer, dafuer aber die Wellen... Die Kuestenlandschaft ist nach wie vor wunderschoen und fuer Alison und mich das erste mal, dass wir hier Pinguine und Seehunde entdecken:o) Frueher gabe es "nur" Delphine... Klimawandel??? Wir geniessen die wilde Fahrt, den Wind und die Salzspritzer, halten uns fest, wo immer wir nur koennen, staunen ueber die imposanten Felsvormationen und vielfaeltige Tierwelt!


Das war super! Doch ist das Tagesprogramm noch lange nicht zu ende! Wenn wir jetzt hier auch zu den Touristen gehoeren, dann wollen wir auch richtige Touristen sein. Gegen 17.00 Uhr und Low Tide packen wir unsere Schaufeln und fahren an die Hot Water Beach.


Hoffentlich haben all die anderen Touristen nicht auch die gleiche Idee... Alleine sind wir nicht, doch habe ich es mir schlimmer vorgestellt! Wir gehen dem Strand entlang, lassen uns die Fuesse von den kalten Wellen abspuelen. Jedesmal wenn ich hier bin kann ich es fast nicht glauben, dass gleich unter diesem eisigen Wasser suedend heisses aus dem Boden blubbert! Bei Ebbe kann man sich genau bei diesen Stellen eine kleine Badewanne graben, ein Bad in dieser heissen Naturqauelle geniessen. Dabei hoffen, dass die Flut nicht ueber das Sandmaeuerchen schwappt, einem ueberspuelt mit eisigem Wasser, die heisse Pooltemperatur abkuehlt.


Hot Water Beach 


Wir wollen unseren eigenen Pool graben und lassen uns von den anderen Badegaesten nicht beeindrucken. Gar nicht einfach, die richtige Teperatur zu erwischen. Zwischendurch verbrennen wir uns fast die Fuesse, versuchen den Pool zu vergroessern, kuehles Wasser beizumischen. Dann scheinen wir das richtige Gemisch erwischt zu haben und legen uns in das dampfende Wasser, atmen den Schwefel ein. Herrlich! Irgendwann kommt die Flut immer naeher, nimmt sich, was ihr gehoert zurueck. Mehr und mehr Wellen schwappen ueber die Poolwaende, immer schneller muss Weggespueltes wieder ersetzt werden, immer weniger Menschen machen sich die Muehe, verlassen ihre Sandbadewannen. So haben wir am Schluss den Strand fast fuer uns. Kaempfen mit dem eindringenden Wasser gegen die Wette, legen uns wieder auf die heissesten Punkte in unserem Pool, rutschen weiter weg, bevor wir gekocht sind.

Was fuer ein Tag. Entspannt und voller schoener Erlebnisse liegen wir in unseren Betten in der Kabine.

Heute geht die Nostalgiktour weiter. Purangi Winery, die Faehre nach Whitianga und Snapper Jacks sind angesagt! Gibt es das alles noch? Man munkelt, die Purangi Winery sei verkauft worden... Sie steht noch, von den Jahren gezeichnet, aber immer noch so idyllisch wie eh und je! Und Bob und sein Sohn Danny sind noch immer da - sie erkennen uns gleich wieder! Nicht nur sie sind freudig ueberrascht, auch ich! Mein Foto mit Bob haengt immer noch in der Wand, an dem wir es vor fast 15 Jahren einmal aufgehaengt haben! Sooooooo schoen - wir sehen alle wirklich noch aus wie damals, nur Danny ist erwachsen geworden;o)

 

Auf alte Zeiten werden angestossen, suesse Weine und fruchtige Likoere digustiert. Der Geruch der Weinfaesser liegt wohl seit damals in der Luft - und mit dem Alkohol scheinen die Jahre zu schmelzen, es fuehlt sich an, als waeren wir erst gestern hier gewesen... Die Realitaet holt uns ein, als Bob erzaehlt, er habe dieses Grundstueck verkauft, die Winery werde naechstes Jahr abgebrochen. Ferienhaeuser sollen entstehen - noch mehr... Immerhin bleibt der Wein bestehen. Etwas weiter entlang der Strasse will er eine neue Winery eroeffnen. Und Rowan, sein aelterer Sohn hat die Purangiliquide bis nach Auckland gebracht. Dort soll eine von Jungen gut besuchte Weinbar entstanden sein, die wir unbedingt auch aufsuchen wollen. 


Bob the Winemaker 


Nach all dem Fluessigen muessen wir dringendst etwas Festes in unsere Baeuche bringen... Wir fahren mit der Faehre die paar Meter ueber die Mercury Bay. Immernoch der selbe Kapitaen, nur die Preise haben gewechselt... 50 cents hat ein Weg gekostet, heute 2 Dollar fuer etwa 100 m....

Snapper Jacks gibt es tatsaechlich noch. Doch serviert er uns heute seine Fish & Chips nicht mehr im Zeitungspapier sondern in einer bunten Schachtel... Irgendwie scheinen sie so nicht mehr so gut zu schmecken...

Am nachsten Tag ist Aufbruch nach Auckland. Wir verlassen das Hahei von heute, und nehmen die Momente des Wiedersehens mit, von der kleine Welt, die vor vielen vielen Jahren einmal uns gehoert zu haben schien. Ueberlassen es den tausenden Besuchern, die in den Sommermonaten hier her zu stroemen scheinen und auch etwas von dieser Schoenheit und Eigenheit dieser Gegend erfahren wollen. Wir koennen nur hoffen, dass es nicht noch mehr zertrampelt wird...

nicht zertrampelt - aber abgeholzt wie in einem 3. Welt Land