Discover with SanTom.ch

Come along and experience the WORLD with us!

Mit dem AdventureVan unterwegs auf der Nord Insel


Geschrieben von Tom
  
Tuesday, 27. November 2007
  • Das Wunder von Auckland - 4.10.07

Bye AliEndlich ist es soweit - nachdem wir fuer einige Wochen unser zu Hause bei Alison genossen haben freuen wir uns auf Neuseeland und aufs wieder unterwegs sein. Bevor mussten wir uns jedoch gruendlich ueberlegen wie wir denn am besten hier unterwegs sein moechten;

Sollen wir ein Auto mieten oder kaufen und in einem Zelt schlafen? - Hier ist es Fruehling und das Wetter dementprechend unbestaendig - also keine so gute Idee. 
Fuer die Backpackerbusse und seine Partypeople sind wir wohl etwas zu alt und koennen uns dazu nach mehr als einem Jahr individuell Reisen nie und nimmer vorstellen wie eine Herde Schaefchen von Ort zu Ort gefahren zu werden. 
Also doch in den sauren Apfel beissen und viel Geld fuer die Miete eines Campervans ausgeben dafuer Neuseeland eigenstaendig und mit viel Freedomcamping erleben!! 



... wir googlen uns schlau ueber die vielen Anbieter in diesem Land und kommen zum Schluss, dass wir uns keinesfalls mehr als ein Spaceship leisten koennen - die Campervans sind einfach viel zu teuer fuer unser Langzeitreisebudget.


Wir erzaehlen Alison davon, worauf sie ihrem Ex-Boss bei AdventureVan anruft, der uns auch gleich einen Alisonfreundschaftspreis von 35.-- Dollar pro Tag fuer einen richtigen Campervan anbietet - das ist ja mehr als 50% Rabatt!! Wir sagen ubergluecklich zu und so kommt es, dass wir heute Nachmittag im Buero von AdventureVan in Auckland stehen.

 

Wie sieht unser superguenstige Camper wohl aus? Wir sind gespannt und rechnen mit einem uralten Van (was zu diesem Preis auch voellig ok waere!).



Danke DannyDanny, der Stationmanager, begruesst uns freundlich und laesst uns in unserer Spannung noch etwas zappeln..... wir sind wie kleine Kinder und koennen es kaum erwarten..... dann kommt er zu uns und zeigt und unseren Van: "Den hier koennt ihr fuer 25$ am Tag haben" meint er und zeigt auf einen etwas aelteren aber immer noch sehr fitten Hi-Ace mit Kuehlschrank, Hochdach usw." Haben wir richtig gehoert - 25$, das ist ja noch besser!!!!!???  Danny zieht uns weiter zu einem groesseren und luxurioeren Fiat Ducato mit Dusche und WC und meint mit strahlenden Augen: "Aber wenn ich Euch waere diesen Luxuscamper koenntet Ihr fuer 35$ am Tag mieten. Und weil dieselgetrieben wuerdet ihr rund 40% an Kraftstoffkosten sparen denn die in NZ uebliche Dieselroadtax von $3.30/100km wird bei AdventureVannie an den Kunden weiterbelastet".  Wir trauen unseren Ohren und Augen nicht und nehmen den Upgrade danken an.  "Leider hat diese Unit aber ein kleines Leck im Warmwassersystem und ich kann euch den Fiat deswegen erst morgen geben" meint Danny darauf. Ohne zoegern erwidere ich ihm, dass wir den Van lieber heute uebernehmen wuerden und dass ich als gelernter Automechaniker das Wasserleck wie auch die Bereitmachung und Grundreinigung selber erledigen werde. Solche Easytouris hat Danny wohl selten erlebt; voellig ueberrascht antwortet er dass wir den Van in diesem Fall fuer 25$ am Tag haben koennten.

Unser Luxuscamper fuer die naechsten 53 TageSo putzen wir unseren Luxuscamper und koennen unser Glueck nicht fassen, ein richtiges zu Hause mit mehr Angenehmlichkeiten als wir es uns je vorgestellt haetten, sogar eine Heizung, ein Tresor und ein Staubsauger sind darin untergebracht. Unglaublich!! Danny "stoert" uns nocheinmal, es sei eben ein Fiat reingekommen an dem alles funtkioniere, er moechte uns anstelle lieber den intakten geben, zum selben Preis selbstverstaendlich!





Layout unseres Luxuscampers am Tag 


.....wir nennen es einfach "das Wunder von Auckland" - Danke Ali, danke AdventureVan.....

So steuern wir unser 5.5m langes Haus auf Raeder zaghaft in die Strassen von Auckland, fuellen als erstes Tank und Kuehlschrank und steuern den naechsten Campground an um dort unsere Wohnung auf 4 Raeder so richtig zu erkunden und den Food in die vielen Schaftchen zu verstauen.

Spaet machen wir das erste Mal unser Bett im Heck des Vans bereit und traumen vom schoenen Kiwiland.


Layout unseres Luxuscampers in der Nacht


  • Wai-O-Tapu - 5.10.07

Brrrrrr..... es ist richtig kalt im Kiwiland. Sind wir froh nicht in einem Zelt zu liegen sondern in unseremSuperAdventureVan und schalten als erstes mal die Heizung ein, bevor wir uns aus dem Bett wagen.

Kaffee kochen hiess in Australien immer den am besten windgeschuetzen Ort hinter unserem Falcon aufsuchen - jetzt nur Schritt zum Bett raus, Wasserhahn oeffnen, Pfanne auf Gasherd und schon 5 Minuten danach dampft das belebende Getraenk auf unserem Tisch. Wowww - wir sind fasziniert von unserem mobilen zu Hause.

Eigentlich wollen wir zum Eastcape, doch liegt das supertouristische Rotorua mit seinen heissen Quellen, Geysieren und Schwefeldaempfen mehr oder weniger aufdem Weg.

Da liegt was in der Luft, ein ganz bestimmter Duft - Sandra und der AdventureFiatVan husten einwenig - ich kann mit guten Gewissen sagen: "ich war's nicht!!!!!!" Wir sind nur im vulkanisch aktivsten Gebiet Neuseelands angekommen wo es an fast jeder Ecke zur Erde rausdampft und schwefelt.


Dampfende Fluesse in Rotorua 


Cool.... hier blubbert ein Mudpool, dort dampft sich ein Bach seinen Weg durch die gruene Landschaft und in der Ferne gruessen uns die Vulkane.


Lady Knox Geysir ja oder nein? Wir fahren vor und sind das erste Mal voellig erschlagen. Das ist ja die Touristenfalle mit Massenabfertigung par exellence! Was die heuschen 30 Dollar pro Person Eintritt!!! Nein das ist es uns nicht wert und wir beschliessen einem Geheimtipp trotz Warnung der Wai-O-Tapu Kassiererin vor Einbruechen und gefaehrlichen Bakterien zu folgen. Im Kerosene Creek - einem der dampfenden Baeche - koenne man gratis und in der Abgeschiedenheit der Natur baden. Dieselbe Ibee hatten wohl das andere Dutzend Touristen die wir dort vorfinden auch!! Nein biertrinkendes Partypeople zerstoeren fuer uns die Magie des Ortes. So verziehen wir uns auf eine abgelegene Waldstrasse fuer's erste mal Freedomcamping.


  • East Cape - 6.-11.10.07

Nichts wie weg von diesem Rummelplatz.

Die Eastcape Region verspricht ein Neuseeland wie es einmal war. Viele unberuehrte Buchten, unendliche Waldflaechen, nur eine sich der Kuestenline nachwindende Strasse und fast ausschliesslich von Maoris, den Ureinwohnern mit polinesischer Abstammung, bewohnt.

Kuestenstrasse am Eastcape 

AdventureVan campen im Donneraille ParkEine Strasse mit atemberaubender Aussicht aufs Meer fuehrt uns von Opotiki an den Motu River, wo wir uns zum Uebernachten ins Flussdeltagebiet schleichen. Wir staunen nicht schlecht als wir am naechsten Morgen ein Schild entdecken, das uns die Vorzuege eines Jetboatrides auf diesem Fluss schmackhaft machen will. Was soll den so wahnsinnig daran sein mit einen laermenden, 400PS wasserjetgetriebenen Powerboot den Fluss rauf und runterflitzen?! Das ist ja wie wenn man die Rheinschlucht zwischen Illanz und Reichenau im Duesenflieger erkunden moechte - die spinnen die Kiwis und eigentlich spinnen vor allem die Touristen die solche Angebote unterstuetzen, denn leider gehoeren solche Adrenalintouren zum "guten Ton" und sind ein Muss fuer jeden Kiwitouri - nicht fuer uns! Zu Feige oder einfach ein Zeichen setzen??

  Wir machen uns auf nach Omaio, dann am naechsten Tag weiter zum East Cape Light House, dem Punkt wo die Sonne in Neuseeland zuerst aufgeht.

Die naechsten Tage folgen Tokamaru Bay, Tolaga Bay und zum East Cape Abschluss der Donneraille Park bei Gisborn. Hier lernen wir auch weshalb dass viele der Neuseelaendischen Fluesse nicht mehr Trinkwassqualitaet aufweisen. Ein alteres Kiwipaar, dass wir unterwegs treffen meint; "Das ist wegen den Touristen, weil viele mit Wohnmobilen ihren WC Tank einfach in der Natur entleeren", werden wir von ihnen aufgeklaert. - Ahaaa so ist das, das ist also doch wegen den Touristen - interessant!! Wo doch die meisten immer auf die teuren Top10 Parks gehen und gar nicht wild campieren. Und ich war so bloed anzunehnmen, dass die Millionen von Kuehen und Schafen dafuer verantwortlich sein koennten. Dicht gedraengt, fast Koerper an Korper, weiden sie zuwel unmittelbar neben Gewaesserlaufen - aber logischerweise machen die ihr Geschaeft nicht ins Wasser - da sind die Touristen schuld!!!!!!!!




Bei uns kommt nicht wirklich Stimmung auf. Liegt das am vielfach nassen und kalten Wetter, unserer Enttauschung ueber die vielen kahlgeschlagenen Huegelzuege, dass man das Hinterland (weil in Maoribesitz) nur mit Bewilligng oder als Teil einer 500 bis 800 Dollar teuren Expedtion besuchen kann, hofften wir nichttouristische Regionen sind in Neuseeland so untouristisch wie die Mongolei, der Osttibet oder die Batanesinseln, oder fehlen uns einfach die herzlichen, easygoing und kommunikativen Australier? - Wir wissen es nicht!

   

 

  • Te Urewera National Park - 12.-14.10.07

  Hier ist Neuseeland so wie wir es uns vorgestellt hatten. Zwei unberuehrte Seen sind eingebettet in dichte und undurchdringliche Regenwaelder. Lianen hangen von den Baumen und es wachsen Farne woimmer man hinschaut. Es ist so richtig wild hier und trotzdem zart. Moosueberwachsene Wege fuehren zu einsamen Mooren.


Das Wetter ist nachwievor nicht sehr stabil, was fuer uns "Weicheier" eine 3 Tages Wanderung verunmoeglicht, doch 5-6 Stunden ist ok und wir geniessen es in vollen Zuegen. Auf dem Campground treffen wir auf Beat und Rosmarie, ein toggenburger Paar auf 10 monatiger Weltreise, und koennen bei Kaffee und Kuchen unseren Bedarf nach sozialem Beisammensein etwas nachholen.


  • Taupo - 15+16.10.07

Bungee... ueberall im KiwilandSelbst die Hauptstrasse zum Urewera Park ist wild und ungezaehmt staubig. Wir winden uns fuer mehrere Stunden mit 20km/h durch den Regenwald, schlucken Staub und sehen einen Teil des Maori-Kiwihinterlandes das nur einige Tage spaeter in die nationalen Schlagzeilen gelangen wird. Die Polizei meint hier mit einer grossangelegten Razzia Maori-Terroristen die ein Junglecamp betreiben zu finden. Wir haben auf alle Faelle keine gesehen.

In Taupo - einer naechsten Touristenhochburg - angekommen stillen wir unser Internetglust, fuellen den Kuehlschrank und finden das uebliche NZ-Touristengehabe vor: Bungijumping, Jetboating, Skydiving, Zorbing, Go-carting, Heli Hiking, Rafting, usw..... die spinnen die Touris!!

Wie immer ziehen wir etwas ruhiges und guenstigeres vor und finden einen heissen Bach wo wir uns einige Stunden reinsetzen um uns danach im nahen eiskalten aber klaren Fluss wieder abzukuehlen.







bungee lovers.jpg

 

  • 17.+18.10.07 - Kaimanawa Forestpark

Disneyland liegt hinter uns - vor uns der Tongariro Nationalpark mit seinen 3 Vulkanen. Erst einige Wochen bevor ist Mt. Ruapehu, einer davon, kurz ausgebrochen und hat bei den Skifahrer fuer etwas Aufregung gesorgt.


Eigentlich wuerden wir gerne den Tongarirocrossing walk unter die Wanderschuhe nehmen. Doch muessten wir dazu darunter noch Steigeisen montieren. Das Wetter spielt auch je laenger je mehr verrueckt und so suchen wir uns im benachbarten Forestpark einen abgelegenen DOC Campground. Nach einer kalten Nacht schaut am naechsten Morgen die Sonne durch was uns zum sofortigen Aufbruch auf die Wanderpfade zwingt. Farne, Lianen und Dickicht, hin und wieder eine Bachuberquerung es tut gut die moderige Waldluft zu riechen. Bei einer Flussueberquerung von 40cm Tiefe entscheiden wir uns gegen nasse Schuhe und Hosen und kehren um. Gerade rechtzeitig vor dem naechsten Wolkenbruch erreichen wir unseren AdventureVan und sind einmalmehr froh nicht mit den naessesten Seiten der neuseelaendischen Natur direkt dealen zu muessen.

  • Skifahren auf dem Ruapehu Vulkan - 19.10.07

Skifahren auf dem kiwi VulkanRegen, Regen, Regen fuer die naechsten paar Tage - oder wie sich auch die Kiwiwetterfroesche irren koennen.

In Okahune am Suedfuss des Ruapehus scheint ploetzlich die Sonne und wir sehen den maechtige Berg. Meine ehemalige Skilehrerin kriegt ploetzlich "Heimweh" nach zwei Brettern unter ihren Fuessen. Passstrasse hochheizen - Kettenobligatorium war nur am fruehen Morgen, d.h. es liegt frischer Schnee auf dem Berg - Carver mieten, endlich unsere mitgeschleppten Regenhosen anziehen und ab gehts.

Ein lustiges Gefuehl auf dem einzigen noch weissen Berg, noch dazu einem aktiven Vulkan, in der Region zu stehen und rundherum auf gruene Schafweiden zu schauen. Es ist einer der letzten Tage der Kiwiskisaison, nur noch wenige Lifte sind offen, Schneequalitaet ist hart aber herzlich - wir geniesen die Schwuenge und finden sogar noch etwas frischen Pulver ab und zu. Ein Highlight, definitiv.

Muede und mit schmerzenden Knochen begeben wir uns ins "Basecamp" ein einfacher DOC Campground, den wir nur mit Miro, einem slovakischen Hitchheiker, teilen. Er tut uns so richtig Leid in seinem durchnaessten Zelt, wir erinnern uns an unsere australischen Erlebnisse, wo wir immer wieder mal eine Dusche oder eine heisse Mahlzeit in einem Wohnwagen einnehmen durften und wollen unser Glueck mit Miro teilen. "Ich habe schon gegessen und wer duscht verliert" antwortet Miro und so kriecht er in sein Zelt und wir machen es uns im Van gemuetlich.



  Vulkan im Hintergrund



  • 20.+21.10.07 - Wellington und Region

Wellington HarbourWir wollen in den Sueden, haben genug von der bevoelkerten Nordinsel, wollen in die echte Kiwiwildnis, die Fiorde, die Berge, die einsamen Straende erleben, auf die Suedinsel!  Diesesmal nimmt Miro unser Mitfahrangebot gerne an. Gemeinsam fahren wir gegen Sueden, schlafen 50km ausserhalb der neuseelaendschen Hauptstadt Wellington um am naechsten Tag moeglichst frueh dort sein zu koennen.

Wellington gefaellt uns und wir scheinen Wellington zu gefallen, zeigt sich uns die Windycity von ihrer besten Seite. Ein strahlend blauer Fruehlingstag mit klarer, warmer Luft begrussen uns.  Stadt ist mehr oder weniger Stadt, auf der ganzen Welt, doch die schmale Kuestenstreifenstadt Wellington, mit seinen vielen Buchten, den steilen Haengen, dem Meerhafen wo alle paar Stunden eine Faehre zur Suedinsel auslauft ist etwas spezielles.

Ein must see ist das Nationalmuseum - Te Papa - ein monumentaler Bau an vorderster Wasserfront und fast einzigartig im Kiwiland, absolut gratis, kostet nichts, free - vielleicht sagen auch deshalb so viele Touriten Neuseeland gleicht der Schweiz?!!



Te Papa Museum

 

Am Abend fahren wir wieder etwas aus der Stadt. Der erste Campground ist 12km ausserhalb, im Lower Hutt Valley - ein Top10 Campground - wir wissen das ist teuer, aber am naechsten Morgen haben wir einen Faehrplatz gebucht. Ich warte an der Reception, vor mir checked gerade ein Deutscher Vater ein. Ein Wohnmobil, 2 Erwachsenen und 3 Kindern, "that makes 71$ - thank you" toent es abgeloescht hinter der Reception hervor. Unglaublich eine Nacht Wohnmobil parkieren Reihe in Reihe, nur 2 bis 3 Meter von den anderen entfernt, ohne Meerblick und mit unfreundlicher Receptionistin zu diesm Preis.  Ich kanns nicht fassen, dieser Familienvater bezahlt sicherlich 250 Dollar pro Tag fuer sein Maui oder Britz Wohnmobil um dann nochmals 70 Dollar die Nacht nur um sein Ding zu parkieren hat aber Dusche WC und alles on Board. In dieser Gesellschaft moechte ich die Nacht nicht verbringen und bevorzuge eine nicht ganz legale gratis Nacht auf einem Rastplatz bei weitem.


jippieee endlich wieder schoenes Wetter