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Philippinen Tagebuch 2 - Palawan

Geschrieben von Sandra
  
Wednesday, 13. June 2007
  • 24.5. - 25.5.07 Manila

Muede Sandra im Manila HafenDer Nachtbus bringt uns und unser schlechtes Fruehstuecksei im Bauch nach Manila. Nach 8 Stunden hochklimatisierter Fahrt und Gerumpel im Bauch erreichen wir um 4 Uhr Morgens unser Zwischenziel. Unglaublich, doch der Tag scheint fuer die Einwohner hier schon laengst begonnen zu haben. Reges Leben auf den Strassen, Marktplaetze im Flutlicht, die nicht nur Kunden zu den 100en von Meter langen Fleischbergtischen locken, sondern auch viele viele Fliegen.

Am Busbahnhof warten wir bis die Sonne aufgeht - nach der schlaflosen Nacht folgt heute ein laaaanger Tag... Denn es geht bereits am Nachmittag weiter Richtung Palawan. So entscheiden wir uns fuer ein Taxi, das uns in unser ehemaliges Guesthaus bringen soll fuer ein gemuetliches Fruehstueck im Garten, etwas Ruhe vom quirligen Leben in Manila und Zeit zum Traeumen vom Inselparadies Palawan -  dichter gruener Jungle, hohe Berge, traumhafte Straende, Taucher- und Schnorchelunterwasserwelten bei den vielen bunten, intakten Riffen, Unberuehrtheit und vor allem weg von den Haupttouristenzielen - wir sind gespannt, was uns erwarten wird. Wir haben zwei Faehrplaetze gebucht doch bis dorthin geht es eben noch laaaaaange.... Wir koennen erst um 16 Uhr boarden und Ankunft in Coron in der Provinz Palawan ist wieder 4 Uhr morgens - unser Biorhythmus scheint seinen eigenen Tackt zu schlagen.....

Bleibt die Zeit stehen? Es will und will nicht 4 Uhr nachmittags werden um endlich in die Super-Ferry und in unsere zwei hoffentlich Super-Doppelstockbetten steigen zu koennen... Alles was wir wollen ist einfach schlafen. Gegen Mittag moegen wir nicht mehr sitzen und machen uns zu Fuss auf den Weg Richtung Hafen. In der Naehe ist der beruehmte Rizalpark. Vielleicht finden wir in diesem eine gemutliche Bank um uns etwas auszuruhen - vielleicht vergeht die Zeit dort sogar schneller? Der Securitymann oeffnet uns das Tor aus unserem Guesthaus und laesst und zuerck in das Strassenleben von Manila. Stadtverkehr, Abgase, Gestank und gluehede Mittagshitze hauen uns fast um. Ausserdem begegnet uns auf dem Weg zwischen Bankgebaudetuermen und Luxushotelanlagen immer wieder Armut in brutalster Form. Ganze Familien liegen in irgend einer Ecke einer Strasse und schlafen auf einem Stueck Karton. Kinder betteln, alte Menschen liegen reglos am Strassenrand - wir fragen uns, ob sich wohl irgend jemand um diese kuemmert. Der Rizalpark ist als Gegensatz aeusserst aufgeraeumt und gepflegt. Selbst eine Wachpatroullie steht stramm vor dem Rizalmonument in der prallen Mittagssonne - nichts scheint sie zu beeindrucken. Wir sind von all den Eindruecken erschlagen und wollen uns einen Schattenplatz suchen. Das sind eindeutig die begehrtesten Plaetze, ueberall sitzen und liegen Menschen und faechern sich frische Luft zu. Wir fuehlen uns hier nicht wohl. Lieber gehen wir schon zum Hafen, vielleicht koennen wir etwas frueher aufs Schiff.

Arrival in CoronDie Super-Ferry wartet bereits. Sieht gross und "sicher" aus - obwohl an Deck gerade noch der Rettungsschiffkrahn zusammengeschweisst wird. Nur kurz streifen unsere Gedanken die Faehrungluecke in den Philippinen, die in den Medien immer wieder auftauchen... Doch tatsaechlich koennen wir einchecken und in der gekuehlten Wartehalle warten. Viel Militaer ist zu sehen, schwerst bewaffnet. Kalte Blicke. Die Wahlen sind noch nicht ganz zu ende. Sicherheit an jeder Ecke - oder mindestens so tun als ob... Unser Rucksack wird durchleuchtet und dann vom Sprengstoffschnueffelhund beschnuppert. Wir koennen durch - und warten. Irgenwann duerfen wir dann endlich an Board. Die Faehre wirkt von aussen eindeutig viel groesser - die Stockwerke innen sind auf Filipinohoehe gebaut. Selbst ich kann gerade knapp aufrecht gehen, ohne irgendwo anzustossen - geschweige denn Thomas. Der Arme schlaengelte sich gebueckt durch die engen Gaenge und ist einmal mehr Filipinoattraktion Nummer eins:o) Aber alles was wir wollen ist  ja sowieso nur liegen und zwar auf unserem Super-Ferrybett.Holzklasse auf der Faehre Nur als wir es dann endlich gefunden haben, finden wir es nicht wirklich so super... Unsere zwei Betten stehen mit hundert anderen in einer Halle. So teilen wir diesen Raum mit schreienden Kindern, DVD-Kriegsspielgeraeuschen und vielem mehr. Zum Glueck sind die kraehenden Haehne und die vielen Kisten voll piepsenden Bibelis am Oberdeck, wo es aehnliche Doppelstockbetten hat, aber keine Schiffswaende. Sozusagen offenes Deck. Wir richten uns so bequem wie moeglich ein, stecken uns Ohropax in die Ohren und lassen uns von den Wellen in einen tiefen Schlaf schaukeln. Die Muedigkeit hat gesiegt, selbst 10 kraehende Haehne haetten dies kaum aedern koennen. Kurz vor vier Uhr morgens wecken uns unsere Nachbarn - sonst waeren wir wohl auf einder anderen Insel gelandet...



  • 25. - 29.5.07 Coron

In der Mogendaemmerung suchen wir uns gemeinsam mit Susi und Bruno aus Dresden eine Unterkunft. Das Seadive Guesthouse hat Platz fuer uns aber leider erst ab 12 Uhr mittags. So sitzen wir gemeinsam am Tisch, tauschten Reiseerfahrungen aus und hoeren gespannt zu, wie sich das Leben von damals in Ostdeutschland bis heute veraendert hat. Uns wird einiges klar und bewusst. Hatten und haben wir nicht ein sicheres und einfaches Leben in unserer Schweiz. Irgendwann koennen wir dann unsere Zimmer beziehen.


Aussicht vom SeaDive Resort in Coron 


Micha mit Bibeli und SandraDie ersten paar Tage verbringen Thomas und ich mit Schlaf nachholen und Bauch auskurieren. Das Ei scheint immer noch nicht wirklich verdaut zu sein... Zum Glueck ist es der perfekte Ort um einfach zu sein. Wunderschoene Terasse, riesige Bambushaengematten, Aussicht auf die umliegenden Inseln und Inselchen, Ruhe pur, frische Meeresbriese, viel schlafen und noch mehr schwatzen. Ein weiteres Paar gesellte sich zu uns ins Seadive: Yvonne und Micha aus Duesseldorf. So sind wir eine lustige Runde und werden mit dem Tanduay, dem Filipinorhum, sogar noch lustiger;o)

 



Auslegerboote um CoronAls wir uns wieder besser fuehlen (der Bauch wegen dem Ei und nicht der Kopf wegen dem Rhum), beschliessen wir ein Inselhuepfen zu buchen. Zu sechst chartern wir einen Fischerkahn und tuckern in den klaren Gewaesser umher, zwischen kantigen Karstbergen, in tuerkisblaue Lagunen, von einem Schnorchelparadies zum anderen. Farbige Korallen, wie ein Wald voller gefrohrener Tannenbaeumlein oder sich in der Stroemung wiegende Anemonen.... Bunte Fische in allen Groessen, neugierig, scheuh, verteidigend. Und Seepferdechen - sich windend, kringelnd, schlaengelnd. An einem Ort schnorcheln wir einem japanischen Frachterwrack entlang. In der Tiefe liegt es, tot und doch belebt - bewachsen. Unheimlich.


Am Abend spatzieren Thomas und ich durch das Dorf, auf der Suche nach einem Schiff nach El Nido, auf der Hauptinsel Palawan. Vielleicht finden wir dort wieder etwas mehr "Batanes-Gefuehl". Coron ist zwar wunderschoen gelegen, hat sich im Gegensatz zu den Batanes aber eindeutig schon an die Touristen gewoehnt. Die Reaktionen uns gegenueber sind ganz anders und auch die Preise haben bestimmt schon laenger touristisch reagiert... Eine Ueberfahrt nach El Nido kostet ein Vermoegen - und es scheint, als ob dies auf der ganzen Insel so abgemacht ist. Kein handeln ist moeglich, billiger ist nur schwimmen... So entscheiden wir uns fuer die guenstigere der teuren Varianten und reservieren uns Plaetze auf dem offiziellen Boot, das zwei Mal die Woche auslaeuft.


Um unser Budget nicht noch mehr zu strapazieren - denn die Philippinen haben unseren Ausgaberekord in Sache Transport und Uebernachtung deutlich geschlagen - jagen wir unser Nachtessen auf dem lokalen Markt. Tische voller frischer Fische, die einem mit grossen Augen anglotzen, Berge von Gemuese und Fruechten. Ein Fisch hat uns ueberzeugt - oder vielleicht mehr der Fischverkaeufer. Am Wuerstchenstand nebenan ueberzeugen wir die Wuerstchenverkauferin, dass sie doch bitte unser Nachtessen fuer uns grillt. Geagt, getan. Und waehrend dem Warten gibt es genug Zeit fuer Unterhaltung, Freude fuer alle. So haben wir am Schluss nicht nur einen gegrillten Fisch, sondern auch gleich eine Filipinamama, zwei Maiskolben, Tomaten und die aller besten Mangos die es auf der Welt zu geben scheint. Ja, waehrend der Mangosaison in den Philippinen zu reisen ist ein Traum! Ich hoffe, man kann davon keine Vergiftung kriegen - mindestens zwei jeden Tag muessen es sein!


  • 30.5.07 - 1.6.07 El Nido

Offizielle Abfahrtszeit von unserem Boot nach El Nido waere 9.00 Uhr morgens, Filipinoabfahrtszeit ist dann 10.00 Uhr. Ja, hier hat man noch Zeit zum Warten, Lachen, Schlafen, Essen, Sein, einfach zum Leben...


Die Fahrt fuehrte uns und unsere deutschen Freunde durch das Inselparadies. Irgendwann wird es dann richtig wellig und nass, wir durchschiffen eine offene Meerespassage gemeinsam mit vielen fliegenden Fischen. Weder Fisch noch Vogel - aber vielleicht Meeresvogel. Mit dem einen Sprung aus dem Wasser sind sie Voegel, halten sich mit ihren Fluegelflossen ueber der Oberflaeche und flattern einige Meter weit, vogelfrei, bis sie wieder in die Tiefen eintauchen und zu Fisch werden. Ein eindrueckliches Spektakel, besonders wenn sie in Schwaermen fliegen.  


      El NidoEl Nido Inselchen




Nach acht Stunden fahrt, erreichen wir El Nido und werden das letzte Stueck vom Boot zum Land einzeln in einer Nussschale rueber transportiert. Winzig, wackelig. Und dann geht die Unterkunftssuche los... Obwohl es kurz vor der Regenzeit und deshalb Niedersaison ist, scheint alles voll zu sein. Irgendwann finden wir ein Zimmer zu angemessenem Preis - aber mit Salzwasserdusche! Dies und die Regentropfen die vom Himmel fallen, lassen aber die wunderschoene Aussicht und unsere Stimmung nicht trueben.


Am naechsten Morgen wollen wir zu sechst wieder mit einem eigenen Boot die Insel- und Schnor


chelwelt entdecken. Es ist ein harziger Start... Der Himmel ist immernoch bedeckt und am Horizont scheint es schon zu regenen. Dann haben wir mehr als eine Stunde Verspaetung bis Yvonne, Micha und ihr gestern Nacht aufgelesener "Kater" endlich zu uns ins Boot steigen. Als wir dann endlich um die erste Inselecke tuckern, will der Bootsmotor nicht mehr so richtig... Umkehren, Boot wechseln und mit den ersten Regentropfen zum zweiten Anlauf. Der Regen begleitet uns waehrend dem ganzen Tag - und auch will der "Kater" von den anderen beiden nicht nachgeben. Wir lassen uns deswegen die Laune nicht verderben - die Schnorchelwelt gehoert uns! Dank dem Wetter wohl auch uns ganz alleine. Keine anderen Menschen weit und breit anzutreffn. Das Meer ist angenehm warm, der Fahrtwind eher kuehl. Ein Wechselbad. 


Strandwanderung um El NidoEl Nido und seine umliegenden Inseln ist ein weiterer wunderschoener Ort, tatsaechlich ein Schnorchelparadies. Durch einen kleinen runden Tunnel schnorcheln und sich in einer wunderschoenen geheimen Lagune befinden und abtauchen. Von allen Ecken und Spitzen tropft es, Regenmusik vom Himmel, gruen, blau bis fast schwarzes Wasser, Stille - nur wir, die Regentropfen und die Unterwasserwelt. Intakte Riffe, bunte Gaerten, verzauberte Waelder, 100 von leuchtend roten und blauen Seesterne, ein Himmel unter Wasser.  Fische, Fische, Fische - ich glaube, der Regenbogenfisch gibt es tatsaechlich, denn alle schimmern und funkeln. Vielleicht sind es seine Schuppen... 


  Am naechsten Morgen wollen wir eigentlich weiter nach Port Barton, an die Westkueste. Doch scheint in alle Frueh bereits die Sonne und laesst die Welt in einem anderen Licht erstrahlen. Deshalb bleiben wir einen Tag laenger. Starten den Tag im Artcafe, das einer Schweizerin gehoert und geniessen ein selbstgebackenes Ruchbrot mit richtiger Rinde und fester Konsistenz. Was fuer ein Gegensatz zum wabbeligen schneeweissen Tostbrot! Anschliessend eine Wanderung zu einem anderen Strand in der Mittagshitze. Mein Filipinosonnenschirm (bzw. Knirps) und das Meer rettet uns vor dem Verschmelzen. Der Nachmittag verstreicht an diesem einsamen Strand im Palmenschatten. Sand, Meer, Wind, Muscheln - Muscheln in meiner Hand. 

  • 2.6. - 3.6.07 Puerto Princesa

Morgens um neun quetschen wir uns auf die hinterste Bank von einem voll gestopften Bus und holpern, schaukeln und rumpeln ueber die staubigen Strassen und lassen uns die Eindruecke durch die offenen oder nicht vorhandenen Fenster entgegenwinden. Kurz vor der Abzweigung Richtung Port Barton aendern wir unsere Reiseroute wiedermal spontan. Lieber wollen wir direkt nach Puerto Princesa und von da aus weiter suedlich, was in keinem Reisefuehrer wirklich erwaehnt ist. Vielleicht treffen wir da noch einmal auf "Urspruenglichkeit". Denn im Artcafe haben wir ein Flyer von eine Guesthaus entdeckt, das sich sehr familiaer und gemuetlich anhoert - und vor allem weg von den Tourirouten ist.


Susi und Bruno entscheiden sich kurzerhand auch fuer die Ostkueste und so geht es erstmals nach Puerto Princesa.


PuertoNach acht Stunden Staub- und Sardienendosenfahrt haben wir es geschafft. Puerto Princesa ist unglaublich aufgeraeumt, gepflegt und abfallfrei. Der Buergermeister und die Bewohner sind stolz darauf - auch wenn die Ordnung mit Bussen erpresst werden muss, doch laesst sich der Unterschied eindeutig feststellen.

Wir finden ein huebsches kleines Hotelchen und geniessen ausgiebig die Suesswasserdusche in warm und kalt. Waschen das Salz auch gleich aus unseren Kleidern, spannen kreuz und quer die Waescheleine durch unser Zimmer - man koennte meinen, man befindet sich in einer Grosswaescherei.

Am Abend spazieren wir durch die Gassen und entdecken ein chinesisches Restaurant. Sollen wir es wagen, jetzt wo wir zu den Profis der chinesischen Kueche gehoeren? Eigentlich haetten wir gleich merken sollen, dass das ein Filipinochinarestaurant ist und nichts mit dem originalen chinesischen Ursprung zu tun hat... Selbst der Besitzer, der sehr chinesisch aussah, trank zwar Tee, aber nicht frischen, sondern in Beutelform. Das kann kein richtiger Chinese sein, schliesslich ist Teetrinken in China so etwas wie bei uns das Weintrinken. Dann ist weder in unsem bestellten Chop suey, noch im Nudelgericht etwas Chinesisches zu erkennen. Es erinnert uns eindeutig mehr an traditionelle Filipinokueche. Wenigstens freute sich der Besitzer sehr ueber unseren Besuch und dass wir ueber China so gut bescheid wussten - vielleicht sogar besser als er. Er ist hier in den Philippinen geboren und ich bin mir nicht sicher, ob er schon je mal in China war. Auf jeden Fall offerierte er uns Kamillentee im Beutel und war erstaunt, dass wir diesen bereits kannten (aber nicht aus China). Er brachte uns selbstgemachte Fischkuechlein zur Degustation und getrocknete Pflaumen, die wohl das originalste Chinesische waren, denn auf der Verpackung stand "Produced in China". Alles mochten - und wollten - wir nicht essen und liessen uns den Rest einpacken. Die Hunde und Katzen auf der Strasse freuten sich ueber die undefinierbaren Nudeln mit allen nur moeglichen Fleisch- und Fischsorten, die es wohl ueberhaupt gibt. Tja, wer einmal in China war weiss, dass die Kueche nicht nur aus Sweet and Sour besteht und bestimm auch nichts mit Filipinofood zu tun hat.



Am Pier von PuertoAm naechsten Morgen erkunden wir das Stadtchen und entdecken dabei die andere Seite der Ordnung und Reinlichkeit von Puerto Princesa. Per Zufall, oder mehr weil wir uns verlaufen haben, landen wir in einem kleinen Quartier an der Kueste neben riesen Oeltanker. Ein verwittertes Strohhuettchen am anderen reiht sich den engen Naturstraesschen entlang. Verschiedene Duefte steigen uns in die Nase. Mensche in zerloecherten, schmutzigen Kleidern, arme Fischerfamilien scheinen hier zu leben, die andere Sorgen haben als den Vorgarten zu pflegen und den Abfall in die uns bekannten Gruentoureimer zu werfen. Wir fuehlen uns nicht sehr wohl, werden angestarrt, sind froh, als wir wieder auf eine Hauptstrasse treffen.

Vorne am Pier kann man fuer Kinder Dreiraeder und andere kleine Fahrraeder mieten. Ja, es ist nicht selbstverstaendlich, ein eigenes Fahrrad zu besitzen... und im Stadtzentrum kurven und hupen die Tricycles um die Wette auf der Suche nach Fahrgaesten. Die Strassen sind voll Menschen, Verkehr und Abgase. Zum Glueck ist unsere Unterkunft in einer ruhigen Ecke...





  • 4.6. - 13.6.07 Ipilan

Heute wollen wir in den Sueden zu diesem viel versprechenen Guestaus fahren. Am Busbahnhof steigen wir in den Minivan ein, der Richtung Brook's Point faehrt. Und wer sitzt da bereits drin? Susi und Bruno. So nehmen wir auch diese Fahrt wieder gemeinsam in Angriff und rumpeln ueber, durch und um Schlagloecher - zwar nur fuer vier Stunden, doch merken wir, dass wir langsam genug haben von diesem asiatischen Trasportitis....

im Phil Free ParadiesIn Ipilan faehrt uns der Fahrer direkt zum "Phil-Free" Guesthaus. Die Phil-Free-Familie scheint sich ueber uns zu freuen. Wir uns uber sie und ihr Stuecklein Idylle - sind wir tatsaechlich die einzigen Gaeste hier. Die sechs Bungalows sind zwar sehr einfach, aber herzig und stehen in einem wunderschoenen Garten. Ueberall winden sich kleine Weglein durch das Gruen, das Gemeinschaftsbadezimmer ist gegen oben offen, damit wohl alle Geckos, Muecken und Kaefer ihren Ausgang wieder finden. Aufgefaedelte Muscheln, die im Wind klimpern ueberall, verknorrte Aeste und Zweige zur Dekoration, Schwemmholz in jeder Ecken und jedem  Winkel, Teiche mit vielen quakenden Froeschen und noch viel mehr Froschlaich. Bambsbrueckchen, die ueber die Tuempel fuehren,  neugierig aus dem Wasser guckende Wasserschildkroeten, Papagei Charly und Polly, Hund und Katz, die jeden Abend auf unsere Fischreste geduldig warten. Viele kleine liebevolle Details hier und dort, alles eine harmonische Einheit. Und dann diese herzliche Familie mit ihren zwei Maedchen. Ich glaube wir haben hier ein Stuecklein Paradies gefunden, da kommt wirklich das feel free bei den phil-frees auf.

Der "Besitzer" stellt sich als "Verwalter" heraus und erklaert uns, dass der richtige Besitzer Schweizer ist und mit seiner Schwester verheiratet sei. Beide seien zur Zeit in der Schweiz und jeweils nur fuer drei Monate ueber Weihnachten hier. Dies erklaert also den "untypischen" Filipinostil und auch die professionelle Homepage made in Locarno...

Im SandAuf jeden Fall geniessen wir jeden einzelnen unserer neun Tage hier in vollen Zuegen. Baden, spazieren dem unendlich einsamen Strand entlang, lassen uns vom Hund begleiten und begegnen den Fischer, die jeden Morgen ihre Netze auslegen und jeden Abend wieder einholen um winzigste Fischchen zu fangen. Schlafen herrlich mit dem Rhythmus der Wellen, auch wenn uns immer wieder mal ein Tierchen im Bett weckt. Lesen, liegen in der Haengematte, doesen, traeumen. Thomas kurriert sogar seine Basketballfobie aus und korbt einige Baelle ein um gleich danach mit zwei riesen Blasen an den Fuessen auszuscheiden. WirOben reinspielen mit den Kindern, bauen Schloesser aus Sand. Leben mit den Gezeiten, laufen 100 von Metern in knietiefem Wasser bis zum Riff und brauchen nicht mal eine Taucherbrille um das Leben um uns zu erlebne, so klar ist das Wasser. Jeden Abend beobachten wir die unglaublichsten Wolkenformationen und das Abendrotspektakel, das jedesmal noch schoene zu sein scheint.  Freuen uns jeden Abend auf den wunderbar gegrillten frischen Fisch, den uns die Familie zubereitet und teilen mit Hund und Katz. Lassen uns in der Abendstille von all den 1000en von Sternen anfunkeln und fangen die vielen Sternschnuppen auf, lassen sie wieder los, nachdem wir uns etwas gewuenscht haben.

Immer wieder mal Tuna... bis er zu den Ohren raus kommt?

 

 

 

 

 

 

 

 



An einem Tag fahren wir mit dem Jeepney nach Brook's Point, lassen uns vom Kleinstadtleben beeindrucken und freuen uns ueber die vielen freundlichen Menschen, die uns dort begegnen und neugierig wissen wollen, von wo wir kommen und was wir hier machen. Scheinbar schafft es sehr selten ein westliche Touristen hier her, wir geniessen das einmal mehr.

Weekend Party Am Wochenende verlassen uns unsere Deutschen Freunde, ihr Flug geht bald  zurueck nach Manila und von dort weiter nach Bangkok. Unsere Zweisamkeit dauert jedoch nicht sehr lange. Phil-free scheint ein beliebtes Wochenendsziel fuer Filipinos zu sein. Fiesta ist angesagt. Einige Familien werden unsere Nachbarn, freuen sich ueber uns "Exoten" von ganz weit her. Ueberall werden wir eingeladen, muessen von verschiedensten Koestlichkeiten versuchen, erfahren viel ueber ihr Leben. Wir bekommen Emailadressen und Handynummern und alle wuerden sich freuen, wenn wir uns bei ihnen melden. Die filipinische Gastfreundschaft ist wirklich gross geschrieben! So viel Freundlichkeit, die uns entgegengebracht wird - und das einmal mehr an einem Ort fern von Touristen!

Die Ruhe kehrt nach dem Wochenende wieder ein, was bleibt sind wir beide und die vielen schoenen Erinnerung an die unendliche Herzlichkeit und Offenheit unserer Kurzzeitnachbarn.

SanTom SpendeIm Gespraech mit unserem Phil-Free-Verwalter erfahren wir, dass er fuer sein Schwager auch ein kleines Spendegeldkonto verwaltet, das fuer zwei mittellose Familien eingesetzt wird, um je einem Kind die Schulbildung zu ermoeglichen. Er bezahle die Schulgebuehren von umgerechnet 200 US$ pro Jahr, in dem Schulbuecher, Hefte und sogar ein Bett und Essen im Schulheim inbegriffen sind, weil die Kinder weit weg von der Schule wohnen. Dem wollen wir uns gerne anschliessen und mochten einem Kind mit den Spenden aus unserem Santom-Spendekonto zwei Jahre Ausbildung mit Unterkunft ermoeglichen.... Herzlichen Dank an euch Spender Zuhause, die euer Glueck mit anderen Menschen teilen. Es ist fuer uns nicht immer einfach, der Uebermittler davon zu sein - doch wenn wir das Gefuehl haben, den richtigen Ort gefunden zu haben, ist es wunderschoen, in eurem Namen einem Menschen helfen zu duerfen!








  • 13. - 14.6.07 Puerto Princesa

nach ManilaWir verabschieden uns von unserer Familie und kurz darauf faehrt uns der Minibus die bekannte Strecke wieder zurueck nach Puerto Princesa. Internetupdate ist angesagt und am naechsten Tag noch einen letztes mal Schnorcheln bei den Inseln der Honda-Bay. Nur schon der Name dieser Bucht ist eindeutig ein Besuch wert! Ich weiss zwar noch nicht warum... Vielleicht, weil nur Hondafahrzeughalter zugelassen sind? Alle Fische ein Hondasignet auf der Flosse haben oder Mr. Honda dort jeweils seinen Urlaub verbringt? Morgen wissen wir mehr....

Leider regnet es am Morgen und so beschliessen wir einen Beautytag einzulegen. Haareschneiden fuer uns beide, einige letzte guenstige Einkaufe und am Abend Hans-Ruedi Skypen um ihm zum Geburtstag zu gratulieren.

Mit vielen wunderschoenen Momenten und Augenblicke im Herzen werden wir danach Palawan verlassen. Das Flugzeug fliegt uns am 15. zurueck nach Manila. 

 

 

  • 15. + 16.6.07 Manila

Bevor wir wieder zurueck nach Kuala Lumpur fliegen, treffen wir nochmals auf die 4 Girls der Batanes Inseln um das Nachtleben in dieser Metropole zu geniessen. Vorher besuchen wir aber noch den chinesichen Friedhof - wo die Hinterbliebenen ihren Lieben ganze Villen mit Klimaanlage und teilweise Swimmingpool hinstellen.... am 17.6. morgens um 6 Uhr muessen wir auf den Bus nach Angeles/Clarkfield.


Villa im chinesischen Friedhofessen mit den Batanes Girls

 

 

 

 

 

 

 

 




Die Philippinen.... unser (vorerst) letztes Land in Asien! Nach der Mongolei, China und Myanmar haben wir dieses Land und seine herrlichen Menschen einmal mehr in unser Herz geschlossen! Wir sind richtig traurig schon ausreisen zu muessen und werden ganz sicher wieder herkommen - irgendwann. Fuer Beachferien mit Abenteuer aber trotzdem einfachem Sprachumgang (ca. 75 Prozent der Philippinos sprechen englisch) koennen wir nicht verstehen weshalb alle Touris nach Thailand gehen... naja vielleicht besser so - so bleiben die Perlen fuer einige wenige und uns!!!



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