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Die Suedinsel Neuseelands

Geschrieben von Tom
  
Sunday, 2. December 2007
  • Auf die Faehre - 22.10.07

 

Sandra hat schlecht geschlafen. Nicht wegen unserer halblegalen Uebernachtung, sondern weil Miro sich draussen auf dem Boden, halb unter unseren AdventureVan zum schlafen gelegt hat. "Nicht mal meinen Hund wuerde ich bei so starkem Wind so schlafen lassen!!" Miro, oder Saccra wie ich ihn nenne, ist jedoch ein unverwuestlicher Outdoorboy und schlaeft auch zu Hause mehr Zeit im Schlafsack als im Bett....


Guten morgen Miro... gut geschlafen unter unserem Van 


Wir bringen ihn zur Faehre, sagen Goodbye und waschen dann noch unsere Waesche, bevor uns die naechste Faehre in den Sueden bringt. Der Wind hat inzwischen noch mehr an Kraft zugesetzt, trotzdem ist der Himmel stahlblau und die Sonne brennt uns erbarmungslos auf den Kopf - erst spaeter am Abend merke ich meinen ueblen Sonnenstich und schwoere mir den eben in Wellington erstandenen Sonnenhut haufiger aufzusetzen.... Ozonloch laesst gruessen? Zwischen den zwei Inseln treffen zwei Gezeitenfronten aufeinander immerwieder soll man hier Delphine sichten koennen und prombt sieht Sandra einen Waal springen. Das Meer ist wild hier. Das aendert sich aber schlagartig als wir die ersten Auslaufer der Suedinsel erreichen. Fuer die naechsten 1 1/2 Stunden (rund die Haelfte der ganzen Ueberfahrt) cruisen wir durch die Fiordlandschaft des Marlborough Sounds, mit seinen lieblichen Huegeln, gespickt mit weidenden Schafen und einem abgelegenen Huettchen hier und dort, welches oft nur per Mail boat erreicht werden kann. 

Cruising im Marlborough Sound

 

In Picton angekommen machen wir uns auf den Weg in die naheliegende Marlborough Weinregion und fahren im Abendlicht durch eine bezaubernde Landschaft, eine Ebene voll Reben die am Horizont von Bergen bewacht werden. Ich fuehle mich inzwischen wie betrunken (Sonnenstich) und ich will nicht mehr weiterfahren, so schlafen wir wie Clochards unter einer Bruecke.


Im Weinland



  • Elaine Bay - 23+24.10.07

 


Im Weinkeller

Hans Herzog's Weine gehoeren zu den weltbesten (nach Michel Bettane einem Weltberuehmten Weinjournalist) und sein Restaurant wurde von der New Zealand Herald zum Besten des Landes auserkoren. Ueberrascht? - eigentlich nicht, denn schon als Paechter des Restaurants Taggenberg in Winterthur hat sich das Paar einen sehr guten Namen gemacht, so dass sie auch nach dem Auswandern in ihre neue Wahlheimat ihrem Motto true blieben. Wir besuchen sie heute und kriegen eine kleine Tour durch Restaurant und Weinkeller vom Chef persoenlich.

 

Eleine Bay"Elaine Bay is off the main tourist circuit and a gorgeous and peaceful spot with turquoise waters of Tennyson Inlet lapping the golden fringes of the bush", schreibt unser Reisefuehrer ueber unsere naechste Destination im Marlborough Sound. Eine enge und sich ueber zwei Paesse windende Strasse fuehrt zu dieser Bucht, der DOC Campplatz ist unmittelbar am Wasser und verfuegt sogar ueber eine Jetty. Cool, ich kann nun endlich die in Taupo gekaufte Angelrute auswerfen und uns einen feinen Z'nacht fischen. Aber nicht heute, denn die Brise hier ist so steif, dass unser Mobil kraeftig durchgeschuettelt wird - .... wenn wir jetzt im Zelt sein muessten denken wir und sind einmalmehr dankbar fuer unser AdventureVan zu Hause.

Leider kreischen am naechsten Morgen in aller Frueh die Motorsaegen am Berg hinter uns. Die Logging industry macht einmalmehr einen clearcut - alles weg, kahl, wie ein Mondlandschaft. Wir haben uns immer noch nicht daran gewoehnt und erschrecken jedesmal wenn wir die in Neuseeland uebelichen Waldbewirtschaftung sehen. Der Hang wird im naechsten Jahr wieder bepflanzt werden, in Reih und Glied wie eine chinesische Armee wachsen die kalifornischen Tannen dann um in ca. 25 Jahren wieder abgeholzt zu werden.

Campen unter SternenWir wandern an eine einsame Bucht und zurueck, realiseren, dass Sandra's Ohrring fehlt, wandern nochmals an dieselbe einsame Bucht, duschen uns dort mit kalten Flusswasser den Schweiss vom Leib und kehren wieder voll beringt zurueck zum Campground.

 

 

 

 

 

  • Ruby Bay 25.-27.10.07


 

Wieder muessen wir die kurvige Bergstrasse zurueckfahren - wielange bleibt wohl diese einsame Region noch einsam? Ueberall entlang der Strasse ist Land und Haus zu kaufen. Alles ist "for Sale" und Land und Hauspreise explodieren hier foermlich - in den letzten 4 Jahren bis zu 300%!

i_site.gifWir  kommen nach Nelson, informieren uns in einem der vielen vorbildlichen Touristeninformationscentren "i-site" ueber den Able Tasman walk und fahren einmal los in diese Richtung.

Eigentlich habe ich die Nase voll vom vielen Autofahren, was Sandra wohl merkt und mitten auf unserem Weg vorschlaegt auf dem eben passierten Campplatz zu naechtigen - ich wende gluecklich! Wir fahre in den hintersten Winkel des riesigen Camps, suchen uns ein Platz mit Milliondollarview aufs Meer und steigen aus - da kommt auch schon strahlend Miro auf uns zu und heisst uns als seine Nachbarn willkommen. Welch eine Zufall und welch Freude den crazy Slovaken wieder zu treffen!




Miro by nightHier bleiben wir fuer ein paar Tage, spazieren bei Ebbe dem langen, muscheluebersaeten Strand entlang - Sandra hat bald alle ihre Taschen voll und weiss nicht mehr wohin sie all die Muscheln stecken soll - ich versuche mich mit fischen (einmalmehr erfolglos) und abends  tummeln wir uns alle um ein riesiges, vom vielen Schwemmholz genaehrten Feuer und essen firebacked Potatos, Pumkins und Onions..... Es wird uns hier ebenfalls bewusst, dass der nahe und vielgeruehmte Able Tasman Great Walk (ein viertages Hike entlang der Kueste) nicht viel schoener sein kann, nur dass man den breiten und gut ausgebauten Walkingtrack noch mit hunderten anderen Touristen teilen muss. So entscheiden wir uns dagegen und folgen einem Tipp eines Kiwis....



  • Cape Farewell - 28+29.10.07

 

Farewell spit 


...ein Highlight, dessen sind wir uns schon einig nachdem wir nach rund 100km Passstrasse die rund 20km ins Meer ragenden Sandbank vom Festland aus erblicken. Ohne dem herrlichen Cafe mit Aussicht einen Besuch abzustatten - Sandra wird es spaeter bereuen - machen wir uns auf den 10km Rundweg raus in die Natur. Nur umgeben vom Meer, Sandduenen und Voegel soweit unser Auge reicht wandern wir fuer einige Stunden in diesem Paradies.



Cape FarewellEin unscheinbares Schild am Strassenrand, ein Gatter versperrt das Straesschen dahinter - das toent nach einem optimalen Ort. Einem wo die meisten Touris nicht hingehen - wir aber schon. Cape Farewell, der noerdlichste Punkt der Suedinsel Neuseelands. Rollende, gruene Hugel, gespickt mit vierbeinigen weissen und braunen Punkten in der Landschaft. Dann nur etwas weiter endet diese sanfte Welt abrupt und macht scharfen ueber 100m hohen Klippen platz. Am Fusse dieser kann man von oben Hoehlen nur erahnen, eine unberuehrte Bucht liegt neben  einer noch unberuehrteren, geschuetzt vor neugierigen Besuchern sind weit unter uns ganze Gruppen von Fur seals.




Wir laufen der Krete entlang, schauen den sich im Wasser und sich am Beach tummelnden und spielenden Seals von oben fasziniert zu und finden einige Buchten weiter einen einigermassen sicheren Abstieg. Wie aus dem Bilderbuch ist die Welt da unten. Spiegelglatte Sandflaechen, weit draussen tost Welle an Welle gegen den Strand - Ebbe - in den Hoehlen am Fusse der Klippen finden wir ganze Seeloewen Kolonien vor. Wir erkunden die Welt, halten gebuehrenden Abstand zu diesen Tieren, sind fasziniert.


lonely Farewell Beach 



Zurueck  bei unserem Camper entscheiden wir, dass trotz "No Camping" Schild wohl kein geeigneter und vor allem schoenerer Platz als dieser zu finden waere und suchen fuer Miro und sein Zelt einen kuhfladenfreien Quadratmeter.


Die Kreten faszinieren uns auch am naechsten Tag weiter - wir schnallen uns die Wanderschuhe an, erklimmen einen Huegelzug am anderen, Querfeldein, hoeren an den Straenden unter uns die Robben und das Meer.


Neuseeland pur 


Spaeter am Abend bedankt sich Miro bei uns, das sei fuer ihn der schoenste Ort der Welt gewesen und da waere er nie hingekommen, haetten wir ihn nicht mitfahren lassen - schoen unser Glueck mit jemandem teilen zu koennen. Das macht's fuer uns noch schoener und nach all den offenen Tueren die wir auf der Welt selber vorgefunden haben sind wir endlich an der Reihe und koennen Miro etwas verwoehnen. So kochen wir weiterhin auch fuer ihn, lassen ihn in unserem AdventureVan nach belieben ein- und ausgehen und spielen auch die naechsten paar Naechte Ciao Sepp mit unserem crazy slovakischen Freund.


  • Nelson Lakes NP - 30.+31.10.07

 

Die Berge rufen uns, aber noch mehr rufen sie den Kletterfanatiker Miro. Vor dem langen Drive ruft aber noch die Internet Laundry - die Kiwis fuehren hier die Weltrangliste fur Backpackers. Welch smarte Kombination Internet und waschen am selben Ort erledigen zu koennen.


Nelson Lakes NP 


Die erste Nacht am See gibt uns ein Versucherli im Bezug auf das wohl einizige Uebel der Suedinsel Neuseelands - Sandflies - ueberall, zu hunderten umschwaermen sie (und es ist noch nicht Sommer) jeden hier anwesenden Menschen. Ihre Stiche sind nicht nur ausserst unangenehm sondern erzeugen solche Schwellungen und Juckreize dass es nicht mehr schoen ist. Der arme Miro muss bevor er sich in sein Zelt legt gegen 30 dieser Viecher metzgen.



wandervoegelAm naechsten morgen heisst es frueh aus denAdventureVanFedern huepfen. Wir wollen den Lake Rotoiri in eine 7- bis 10 stuendigen Wanderung umrunden und moeglichst vor den fuer den spaeteren Nachmittag angekuendigten Schauern zurueck sein.

Nach rund 3 1/2h Wanderung durch Wald, Kiescouloire, kleinere Baeche und abgeschiedenen Ebenen kommen wir zum "turning point" unseres Hikes. Schaffen wir es hier den teilweise reissenden Fluss zu durchqueren, koennen wir 3h Umweg sparen. 
Die ersten paar  hundert Meter lachen wir und meinen "keine Sache fuer uns an Bergbaeche gewoehnten Schweizer", fuehrt der Weg nur ueber kleinere Flusslaufe. Doch beim letzten Hauptstrom angekommen kratzen wir uns am Hinter- und Vorderkopf. Miro kunded den Fluss als erster aus und findet bis an seinen Bauchnabel reichend eiskaltes Wasser vor. Dazu noch mit happiger Stroemung. Definitiv nichts fuer SanTom und wir entscheiden uns etwas flussaufwaerts hoffentlich eine weniger tiefe Stelle durchwaten zu koennen, was wir nach nur einige hundert Meter weiter auch finden. Wanderschuche ab unsere nach einigem metern schon fast gefrorenen Fuesse ueber die spitzen, schmerzenden Steine schieben. Schritt fuer Schritt, auf die Zaehne beissen und weiter, nur noch 60m, also weiter im Kniehohen Eiswasser .... brrrr...... unglaublich wie kalt das Wasser ist. Kurz vor dem anderen Ufer stuetze ich mich falsch ab, uuupppsss und beide meine Wanderschuhe sind gefuellt mit Gletscherwasser - schei.... 4 Stunden laufen mit glutschenden Schuhen, wenigsten sind wir sicher am anderen Ufer angekommen.




Ein neugierieger KeaWir belohnen uns mit einen ausgiebigen Lunch wo uns ein Kea, ein alpiner Papagei,  Gesellschaft leistet. Der von naturaus neugierige Vogel scheint sich trotz der Abgeschiedenheit ganz tuechtig an Touristen gewoehnt zu haben, sitzt er doch sobald es im Rucksack raschelt nur 30cm von unserem Gesicht auf den Tisch und mustert aufmerksam was wir uns zwischen die Zaehne schieben. Ein unachtsamer Moment von uns und der riesige Vogel wuerde sich sicherlich mit dem ganzen Sandwich davonmachen. Doch dazu kommt es nicht, denn wir koennen trotz angebrachten Schildern "don't feed the wildlife" nicht wiederstehen diesem beeindruckenden Papagei ab und zu etwas von unserem Food direkt in seinen Schnabel zu geben.




Flutsch, flutsch, glutsch - ein Sound der mich die naechsten 3 1/2 h begleitet. Dafuer warten auf den Campground bereits Mamaente mit ihren 15 Babys auf uns. Begeistert stueremen die Kleinen auf uns zu und beginnen unmittelbar zwischen unseren Beinen die Sandflies von den Hosenstoessen zu picken, als wir uns buecken machen die Bibelis keine Anstalten reissaus zu nehmen sondern nehmen die guenstige Gelegenheit wahr einfach an dieses stechenden Mistfiecher zu kommen und picken  diese von unseren Armen, Oberschenkel sogar am Po spueren wir immer wieder ein Schnabelchen dass begeistert zubeisst. Sandra glaubt sich im Ententraumland und wenn die Quarantaene Bestimmungen nicht so restriktiv waeren haette sie wahrscheinlich eines dieser suessen Dinger in ihren Sack gesteckt.


Sandra in Paradies


  • The rainy Westcoast - 1.-7.11.07

 

 

Westcoast Beach

Bis zu 6m im Jahr soll es an einigen Orten der Westkueste regnen - ein wilder, nur sehr spaerlich bewohnter und dementsprechend einsamer Kuestenstreifen voll von Regenwald.

Die erste Nacht verbringen wir im Paparoa NP auf einem Parkplatz, kochen Miros Abschiedsessen, spielen nochmals ausgiebig Ciao Sepp und koennen uns koestlich darueber auslassen, dass Sandra endlich verliert. Mir macht der Gedanke an den bevorstehenden Abschied von unserem Saccra richtig Muehe - immer wieder loslassen, Abschied, mit jemandem neuen wieder eine Beziehung aufbauen, all unsere Geschichten wieder von vorne erzaehlen, nie auf etwas bestehendem Aufbauen - ich hab davon die Schnauze ziemlich voll und freue mich riesig, dass uns Ende Dezember Tanja und dann im Februar Iris und Hansruedi fuer einige Wochen besuchen kommen.

Immer wieder versuche ich das bye bye herauszuzoegern, ueberrede Miro mit uns noch die Pancakerocks und darauf die Greenstonebeach zu bewandern. Fahren mit ihm dafuer bis nach Greymouth wo wir dann an der Strasse zum Arthurs Pass wirklich bye bye sagen muss - Miro will Bouldern, d.h. nach Osten und wir wollen nach Sueden zu den Gletschern. Ciao Saccra, wir kommen dich im slovakischen Paradies besuchen.




Unsere naechsten Destinationen sind: Lake Mahinapua - Okarito - Franz Josef Glacier - Lake Mapourika. D.h. je weiter suedlich dass wir fahren desto imposanter tuermen sich die Southern Alps neben uns auf.

Pinguin CountryIn Okarito, wo wir fuer zwei Tage nur einige Meter neben dem Beach Campen, sehen wir das erste Mal den mighty Mount Cook. Mit 3754m ist er der hoechste Berg im Kiwiland. Ein solch imposantes Bergpanorama zu bestaunen, notabene noch von wilden Straenden aus, das ist echt was spezielles und ich geniesse die stimmungsvollen Sonnenuntergaenge mit rot beleuchteten Alpen im Hintergrund. Ausserdem sind wir dem Robben- , Seeloewen- und Pinguinland immer naeher, was sich mit einigen ersten zaghaften Annaherungen waehren langen Beachwanderungen uns kundtut.

Nicht nur Seals sondern auch Belgier kann man dort treffen. Und irgendwie sind uns Anne und Didier, zwei vielgereiste Weltenbummler die eben ihre 10 monatige Weltreise gestartet haben, sympatisch. Wir laden sie in unseren AdventureVan ein, bei Tee und Cookies vergessen wir ueber spannende Reisedestinationen sprechend das kuehle Wetter und die Zeit. Auch sie zwei sind ueber Neuseeland eher ernuechtert, haben mehr erwartet, mehr Wildnis, weniger Touristen, herzlichere Menschen, weniger Zaune und unpassierbare Privatgrundstuecke. Auch sie empfinden, dass die mit Touristen arbeitenden Kiwis ab und zu nur noch die Dollarschein in deren Augen zu sehen scheinen - schade, wir sind wohl definitiv 10 bis 15 Jahre zu spaet hier in Neuseeland. Spaet in der Nacht verabreden wir uns fuer den naechsten Abend am Lake Mapourika DOC Campground zu einem erneuten gemeinsamen Dinner und mehr Weltreise- und Lebensgeschichten.


San Anne und Didier 


Bevor wollen wir aber den Franz Josef besuchen, ein imposanter Gletscher. Wegen dem vielen Westkuestenniederschlaegen stuerzt sich dieser einzigartige Gletscher ueber mehrere Kilometer laenge von uber 3000 Meter u.M. bis fast auf Meereshohe runter. Die Maori nannten die ueber 60 Gletscher im Westland National Park "Ka Romata o Hinehukatera - die Traenen des Lawinenmaedchens" was wir am Fusse des Eiskegels sehr wohl verstehen koennen. Als Schweizer stellt man sich einen Gletscher ziemlich grau und mit Geroell uebersaeht vor - diese Gletscher sind aber so steil und wachsen entsprechend so schnell ins Tal runter, dass sie unsere Augen und Kameralinsen mit purem Weiss und gletscherklarem Hellblau verwoehnen.



franz josef internetbusZum Glueck sind wir in aller Herrgottsfruehe und ohne Fruehstueck zum Franz Josef aufgebrochen, denn nur so ist an diesem Touristencenter garantiert, dass man die Magie der Natur alleine und ohne Busladungen von  knipsenden Horden fuer einen Moment geniessen kann. Als wir uns um 9 Uhr zurueck zum Parkplatz aufmachen kommen wir uns vor wie im Film "Apocalypse now" ... ueber uns surren die Attackhelicopter und unter uns stuermt die Infaterie befwaffnet mit Spazierstoecken und Kameras auf den Gletscher zu - grauenhaft!!! Ab ins Internetcafe wo ich am Mittag ueber Skype ein erstes Voerstellungsgepraech fuer einen Job in Geralton, Westaustralien, verabredet habe.





banner gillespies beachcamper



Weiter, weiterfahren immer und immer wieder - verglichen mit Westaustralien ist es in Neuseeland viel schwieriger gratis Camporte zu finden, Orte wo wir in Australien einige Tage pausiert haben, uns mit lokalen Reisenden austauschen konnten. So fuehren uns die naechsten Tage zum Fox Glacier - Gillespies Beach - Jackson Bay wo wir dank Sandra's Pinguinspotting auch den ersten dieser scheuen aber herrlichen Tiere aus naechster Naehe zu Gesicht bekommen und im suedlichsten Fish and Chips Laden endlich auch mal White Bait ausprobieren koennen.



Darauf spinnen die Kiwis - White Bait 


Die letze Nacht verbringen wir auf dem Haast Pass, unser Kuehlschrank ist leer, der Diesel neigt sich dem Ende zu - wenn wir auch all die Jetboating und Adventuretouriangebote im Bungijumping Captial of the World, Queenstown, vermeiden wollen, so verspricht der Strom von Touristen in diesem Ort wenigstens unsere Vorraete wieder aufstocken zu koennen.


banner jackson bay sunset



  • Lake Wakatipu, Queenstown - 8.+9.11.07


Alles wieder voll in unserem Van - also nichts wie raus aus diesem Rummel.

Eine Werbung in Neuseeland heisst: "If you want Switzerland go to Queenstown....." Wir stimmen dem fast vollumfaenglich zu. Ausser dass sich die Touris hier an jeder Bruecke mit Gummibaendern an den Fuessen in die Tiefe werfen, koennte man sich mit den an den See gebauten Hauschen mit schneebedeckten Gipfeln im Hintergrund wirklich in der Schweiz meinen.

Campen ausserhalb Queenstown 

Nur elf Kilometer ausserhalb dieses Rummels finden wir wieder einen DOC Campground wo wir fuer 10$ die Nacht aber mit Milliondollarview nur 3m vom Seeufer ganz alleine und legal campieren koennen. Wir fragen uns einmalmehr wieso dass die hundeten von Britz und Mauicamper wohl immer auf die teuren, unromantische Top10 Campingplaetze stellen - aber eigentlich sollten wir ja froh sein darueber, so bleiben die etwas abenteuerlichen Touristen unter sich und wir koennen am zweiten Tag bei tiefblauem Himmel, Sonnenschein, Bergen und Schnee sogar ein Nacktbad im See "geniessen". Hier entsteht endlich der erste Teil unseres Neuseeland Tagebuches - ich finde es viel schwieriger ueber eine eher ernuechternde Reise zu schreiben weshalb ich die Tagebuchduty immer wieder aufgeschoben habe.

 

 

  • 10.+11.11.07 - Lake Monowai + Waihoaka im Fiordland NP

   

Fiordland Drive

balken catlinscamper.jpgLangsam kommen wir unserer eigentlichen Reiseart wieder naeher - weniger ist mehr!! So beschliessen wir der Touristenattration Nummer 1 von Neuseeland, dem Milford Sound, den Ruecken zu kehren. Anstelle mit Busladungen von anderen Touristen, bis zu 250$ p.P. fuer eine Tagescruise in einem Fiord des Fiordland NP hinzublaettern warden wir mit diesem Geld irgendwann lieber zwei Wochen laenger in einem abenteuerlicheren Entwicklungsland reisen. Leider heisst das auch, dass wir von diesem inaccesiblem Nationalpark ausser dem eher nicht so attraktiven Stausee Lake Monowai nichts sehen, denn auch einem Helihike oder aehnlichem wollen wir in unserem Langzeit-Reisebudget keinem Platz machen. Und wenn wir den Milfort, Routburn oder andere der NZ-Great Walks wandern haetten wollen haetten wir vor rund 3 Monaten!!! ein Kajuetenbett fuer 40$ pro Person in einer Berghuette reservieren muessen.

Die Fahrt nach Waihoka, an der Suedspitze der Suedinsel, bringt uns zu den Cliften Caves. Die ersten 50 Meter Limestonecaves erkunden wir Sandra und ich zusammen und finden bei abgeschalteten Taschenlampen hunderte von leuchten Puenktchen vor - Glowworms. Die naechsten 250m erkunde ich alleine, teilweise auf dem Bauch robbend zwischen mit reflektiven Baendern gekennzeichneten ausgewaschenen Kalksteinspalten taste ich mich im Schein von meinen zwei Taschenlampen immer weiter in die Stille des Berges vor. Ungeheuerlich, aufregend, schweisstreibend und doch siegt der Entdecker in mir. Nur das letzte Stueck, ein kleiner See in der Dunkelheit alleine zu durchschwimmen will ich mir nicht "antun"


Ein kleines Beachhuettchen, ein Parkplatz, der Strand, das Meer und wir in unserem AdventureVan. So verbringen wir unsere letzte Nacht in dieser Region aber erst nachdem wir beim Nachbarn im Beachhaus auch kurz sichergestellt haben, dass er sich ab uns an diesem romantischen Ort nicht stoert.


 

...hoffentlich stoeren wir den Nachbarn nicht


  • The Catlins - 12.-16.11.07

 

MaaaeeehhhhhWas uns auf der Westkueste erspart blieb scheint uns jetzt in den Catlins - dem suedlichsten Punkt der Suedinsel - einzuholen. Es regnet und regnet und und und.... so parken wir unseren Van ohne weit in diese noch verhaeltnismaessig abgeschieden Welt der Catlins Huegel einzutauchen in Fortorse auf dem Freedomcampground, lesen und sind dankbar fuer unseren AdventureVan.

Gelbauegiger PinguinTrotzdem dass auch die naechsten Tage nur Regen angesagt waere scheint schon am naechsten Morgen wieder die Sonne, also geniessen und entdecken wir. Sandra's Pinguinspotting Faehigkeiten bringen uns am Waipapa Point zu einem sonnenbadenden Yelloweyed Pinguin - wir koennen den seltensten aller Pinguine der Welt aus respektvoller Naehe beobachen und sind von ihm richtig entzueckt. Wir er sich in der Sonne raeckelt, uns mit seinen gelben Augen immer wieder mal kurz beaugt, wir koennten stundenlang zusehen. Doch liegen am Strand auch noch die kollosalen Hooker's Seeloewen und so muss Pingi, wie Sandra ihn nennt, unsere Aufmerksamkeit immer wieder mit den bis zu 300kg schweren Seeloewen teilen.

Get lost, Thomas.... 

Weiter entlang der staubigen Strasse nach Curio Bay. Mit etwas Glueck kann man hier den kleinsten und auch rarsten Delfin der Welt beobachten. Inzwischen regent es einmalmehr, so ziehe ich meine Regenhose und Jacke ueber und versuche mit unserem letzten im Tiefkuehlfach verbleibenden Baitfisch ein Z'nacht zu fischen, was natuerlich nicht klappt. Dafuer sehe ich in den Wellen unweit vor mir immer die Finnen von zwei dieser fast wie kleine Orca's aussehenden Hector-Delfine auftauchen.

Zurueck auf dem Campground - es regnet selbstverstaendlich - treffen wir auf Lea. Sie ist eine junge Deutsche, die ihren fast 20jaehrigen Honda Jazz als "Wohnmobil" umgeruestet hat und sich im engen Kofferraum vor dem Regen Deckung gibt. Sie tut uns fast einwenig Leid und so laden wir sie fuer die naechsten zwei Abende zum aufwaermen, trocknen und essen in unseren AdventureVan ein und lernen dass auch die Schwaben Ciao Sepp spielen aber es Mau Mau nennen.

 Purakaunui Bay camping


Die Catlins sind wirlklich schoen, lange, einsame Buchten mit tosenden Wellen wo wir bei Ebbe stundenlang dem Beach entlanglaufen und immer wieder auf Seeloweren und Robben treffen. In dieser Region wollen wir noch einige Tage bleiben und fahren fuer die naechsten zwei Naechte zur . Nur ueber Schotterstrassen erreichbar liegt diese weg von der Haupttouristenachse und so teilen wir unsere Aussicht auf die am Strand weidenden Schafe und Kuehe und die sich dahinter erhebenden Klippen nur noch mit einer jungen Familie aus Auckland. Sie haben ihr Haus verkauft und anstelle einen Campervan erworben, die eigene Telecomfirma auf fast Leerlauf gebracht und werden ihre vier zwischen 6 und 13 Jahre alten Kinder waehrend ihrer 3 monatigen Reise auf der Suedinsel selber unterrichten. Endlich treffen wir auf reisende Kiwis und wir geniessen ihre Gesellschaft. Da Sandra seit einiger Zeit die Arbeit mit Kindern "kuriert" sie ihr "Arbeitsweh" den ganzen regnerischen Tag ueber an den 4 Kindern und ich glaube Leane und Mark, die Eltern der vier, sind darueber nicht ungluecklich.


spielnachimttag mit Sandra 

Zwischendruch kriechen wir Boys mal aus unserem mit Zeichnungen, Malstiften und Spielen uebersaeten AdventureVan fuer eine runde Sheepchasing. Am Abend strapazieren wir unseren Van auf's ganze und testen seine und unsere Faehigkeiten fuer eine Grossfamilie und uns auf engstem Raum Dinner zu kochen, essen und den Abend mit dem "Saulispiel" bei  viel Komik verfliegen zu lassen.


SanTom und Camper gefordert...


  1. Waitaki Valley - 20.-22.11.07

 

Einer der Waitakivalley SeenEin weiterer Fruehsommertag wartet auf uns! Wollen deshalb auch nicht zu lange im Auto sitzen. Am Aviemore Dam finden wir mehr per Zufall einen superschoenen Campplatz. Mitten in einem fruehlingsgruenen Waeldchen, im hohen Gras und aller Abgeschiedenheit parken wir unser AdventureVan. Lustig, es fuehlt sich fuer uns uberhaubt nicht wie 4 Wochen vor Weihnachten an - junge Laemmer und Feldhasen und Sandra mit Heuschnupfen - wir fuehlen uns eher wie vor Ostern, lustiges Leben auf der anderen Seite der Erde!

Ein idealer Ort um den in Auckland gekauften Infrarot Filter einmal so richtig auszuprobieren.... und so vergehen zwei Tage im Flug, zwischendurch etwas fischen, Abends das herrliche Licht geniessen und am Flussbett entlang spazieren... einmalig!

Infrarot Bild unseres Adventure Vans 






Nur 80km weiter rasten wir dann schon wieder. Vor uns liegt der himmelblaue Lake Pukaki, dahinter erhebt sich der almighty Mount Cook. Fotoparadies pur! Auf dem Weg hierhin haben wir uns nach all dem Fischpech einen High Country Salmon erstanden und geniessen diesen in etwas Milch panchiert vor dem atemberaubenden Sonnenuntergang!


  Pukaki Camping mit Mt. Cook im Hintergrund


  • Arthur's Pass und Christchurch - 23.-25.11.07

 

Langsam aber sicher geht es dem Ende unserer Kiwireise entgegen. Am 26.11.07 muessen wir unseren AdventureVan in der Filiale Christchurch abgeben. Was fuer uns heisst wiedermal etwas laenger im Auto zu sitzen.

Ich moechte nocheinmal Kea's sehen - die neugierigen Suedalpenpapageie. Und wir beide wollen nach all dem was wir von Miro gehoert haben noch den Castle Rocks, dem Bouldering Paradies Neuseelands, einen Besuch abstatten bevor wir unseren Van abgeben.

Kea's 



Werden wir in OZ vermissen... Lange Fahrt mit shingelroad zum Schluss - Uebernachtung am Lake Colederigde - Einfuehrung in die Sheepologie durch den lokalen Farmer - weiter zu den Castel Rocks, woowwww wirklich eindruecklich, danke Miro - Weiter zu den nahen Kalksteinhoelen - Disney Land... es parkieren mindestens 4 Reisebusse und 10 Wohnmobile..... - Sofort weiter zum Arthur's Pass - Kea's beobachten und ueber die "wahnsinnige Ingenieursleistung" des Rotoike Viadukts staunen (die waren wohl noch nie am Gotthard) - wieder etwas zurueck und in einem der vielen DOC Camp am riesigen Flussbett campieren - Wanderung mit Beobachtung einer Merionschafsgeburt (aus der Ferne nur... wir wissen jetzt dass die Merinomutter ihr Junges bei der geringsten Stoerung verlaesst und nicht mehr findet) - Lange Fahrt nach Christchurch - Sonntagsmarkt in der Innenstadt - wir haben Glueck und duerfen einer Gaensehaut ausloesenden Gesangsperformance von Maoris beiwohnen - Raus aus der Stadt auf die umliegen Huegel - Ins Godley Head Reservat - Letzte Sicht aufs Meer und die hellgruenen Weiden - Ein Wetterumsturz macht sich weit draussen sichtbar, innerhalb nur 15 Minuten stuerzt die Temperatur in den Keller - Ein letztes Mal.... Sind wir froh um unseren AdventureVan! - Ein letztes Mal eine warme Dusche in unserem DeluxeFiatAdventureVan!

 



Dann am 26.11.07 fruehmorgens aufstehen, packen, Wohnmobil putzen, ausmisten, 3 Schachteln Lindor kaufen und uns herzlichst beim AdventureTeam fuer das super Mobil bedanken - Auf den Flughafen und ab nach Auckland wo Alison schon freudig auf uns wartet!