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Goldschlaeger...


Geschrieben von Tom
  
Wednesday, 28. February 2007

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Nur in den schummrigen Holzschuppen von Mandalay wird das hauchduenne Blattgold produziert, mit dem die Glaeubigen Staten und Stupas in ganz Myanmar ueberziehen. Eng geschichtet und verpackt in Hirschleder-Lappen wird das 24-karaetige Gold zwischen hauchduennen Lagen Bambuspapier, das in ebenfalls aufwaendiger Herstellung speziell fuer deses Ritual vorbereitet wird, getrieben.

 

 

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Im Rotationsbetrieb arbeiten die Goldschlaeger eine volle Stunde lang, bevor sie sich eine 15-minuetige Pause goennen. 6 Monate lang werden die jungen Maenner fuer ihre schweisstreibende Arbeit ausgebildet damit ihnen der 3kg schwere Hammer niemals aus den Haenden rutscht und sie mit hoechster Konzentration das Lederpaeckchen jeweils zielgenau auf der ganzen Flaeche treffen. Bereits mit 16 Jahren kann der Beruf des Goldschlaegers erlernt werden, nach rund zehn Jahren stellen sich chronische Rueckenprobleme ein und mit 45 Jahren sind die menschlichen Maschinen verschlissen. Dennoch ist dieser Beruf begehrt, er garantiert ein gutes Einkommen und unbezahlbare buddhistische Verdienste fur das nachste Leben.

Um die Flaeche des Goldes immer weiter zu vervielfaeltigen, wird insgesamt 6 1/2 Stunden lang auf dem Gold herumgehauen. Dabei wird die Zeit der einzelenen Arbeitsgaenge mithilfe einer traditionellen Wasseruhr gemessen; einer schwimmenden Kokosnussschale, die sich durch ein kleines Loch mit Wasser fuellt und nach einigen Minuten versinkt. Am Ende hat sich die Flaeche des Goldes so sehr erweitert, dass das Blattgold nur noch einen Tausendstel Millimeter misst - duenner als ein Tintenstrich auf einem Blatt Papier!

Frauen schneiden zuFrauen sind aus dem naechst folgenden Arbeitsschritt nicht wegzudenken. In verglasten, windstillen Zimmern schneiden junge Maedchen das ausgetriebene, federleichte Gold an niedrigen Tischchen zu quadratischen Goldplaettchen, um es fuer die weitere Verarbeitung vorzubereiten oder letztendlich zum Verkauf zu verpacken.

 

 

 






Uebrigens ein zehner Pack dieses Blattgoldes verkauften uns die herzlich strahlenden Frauen fuer SFr. 1.50..... uns lief nur nach wenigen Minuten in der stickigen Luft ihres Zimmers der Schweiss aus allen Poren was das Gold herrlich auf unserer Haut kleben liess - keine Ahnung wie die Frauen das Gold aufs Papier bringen.


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