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Laos Tagebuch

Geschrieben von Sandra   
Tuesday, 23. January 2007
  • Adieu China - 21.12.2006

Bus nach LaosVon der bordellreichen chinesischen Stadt Mengla zur Grenze, eine Ausreise wo uns der Beamte sogar den Namen sagt und dazu noch freundlich laechelt, wir verlassen China ohne verhaftet zu werden. Einige Kilometer weiter - die Uhren sind inzwischen um eine Stunde zurueckgestellt - wiederum keine Probleme.... man scheint an der Laogrenze nur an unseren 35 US$ Visagebuehr interessiert zu sein, kriegt dafuer aber auch gleich einen 30 Tages Stempel. In Laos sind die Zollbeamten in Zivilkleidung und arbeiten in einer besseren Baracke waehren uns in China stramme Maenner gegenueberstanden. Wir werden nochmals 2 Stunden weiter gefahren und treffen in Luang Namtha ein.

 


  • Luang Namtha, the Boat Landing - 21.+ 22.12.2006


Wir duerfen die ersten zwei Tage in Laos in einem Ecoresort eingeladen von Ma+Pa leisten wir uns etwas, dass sich normalerweise ausserhalb unseres Budgets befindet. Eigenes Bungalow mit Terasse und gepflegtem Garten am Natha Fluss gelegen - hmmm wir wissen schon fast nicht mehr wie Ferien sein koennen - danke. Leider sind die Weihnachtstage schon seit Monaten ausgebucht und wir muessen am 23. Dezember raus...

  • Namtha Flussfahrt, Weihnachten im Jungle - 23.- 25.12.2006

die ReisebandeEigentlich wollten wir weiter in die Berge und dort ein Minderheitendorf besuchen, doch kommt einmal wieder alles etwas anders. Alan aus Sidney, Anne-Cecile und Frederic aus Paris und wir, alles Gaeste des Boat Landing Hotels, beschliessen fuer die naechsten 2 Tage ein Longtailboot zu chartern und zusammen Weihnachten im Jungle zu verbringen. 

Der Namtha Fluss ist noch verschleiert, das Flussufer mit Nebelschwaden bedeckt. Wir steigen in das duenne, dafuer laaaange Boot ein. Wackelig, abenteuerlich und sehr kuehl. Der Bootsmann, seine Frau und ein Helfer steuern unser Boot jedoch gekonnt ueber jede Flussschnelle und an jedem Felsen vorbei. Die ersten Sonnenstrahlen erwaermen uns erst gegen Mittag, Sitzposition auf dem Bootsboden veraendern, den Fahrtwind geniessen und entspannen. Glasklares Wasser, zum Teil nur Kniehoch, gruene Ufer mal ueppig bewachsen, mal bis aufs Nichts abgeholzt. Kleine Doerfchen, die nur per Wasserweg erreichbar sind, laechelnde Menschen, Kinder die winken. Schaukeln, schwanken, die Gedanken fliessen lassen. Erleben - leben.


Kinder am Flussufer 

Am fruehen Abend kommen wir im Bootsmanndorf an. Die Tradition will es so, dass die Bootsmitfahrer jeweils bei seiner Familie uebernachten. So legen wir zwischen all den anderen Booten an - so lang wie unseres oder so klein wie eine Nussschale. Ein reges Dorfleben hier am Ufer... Frauen die Holz hacken, Waesche waschen, Maenner die fischen, Bootsmotore zerlegen, spielende Kinder ueberall. Und bevor die letzten Sonnenstrahlen untergehen wird im Fluss eingeseift, Haare gewaschen, geduscht und Zaehne geputzt.


Sticky RiceDas Elternhaus unseres Bootsmannes ist unser Nachtlager. Ein traditionelles Stelzenhaus mit offener Feuerstelle, Matten als Better, einem freundlichen aelteren Ehepaar und vielen Kindern. Wir wissen nicht ob diese alle zur Familie gehoeren, bestimmt aber zum Dorf. Bis zum Abendessen spielen wir Memory mit allen Familien- und Dorfkindern. Dann gibt es Sticky Rice in einem Koerbchen - traditionell laotisch, der mit den Fingern zu einer Kugel geknetet und so gegessen wird. Dazu eine Spinatblaettersuppe.


Um Acht ist Bettzeit. Die eine Kerze wird ausgeblasen, dafuer erleuchten tausend Sterne.

Der erste Hahn kraeht um drei, der 2., 3. und 4. um fuenf nach drei. Es ist Weihnacht! Das Dorf erwacht... Hunde, Huehner, Schweine, Wasserbueffel, Katzen und Menschen. Wir beschliesse noch einen Tag zu bleiben um das Dorfleben mitzuerleben. Um sieben gibt es Sticky Rice mit Kohlsuppe zum Fruehstueck. Kaffee Lao trinken wir beim Nachbarn. Gemuetlich schlendern wir durchs Dorf, schauen, staunen, entdecken. Laechelnde Gesichter ueberall. Webstuehle mit tausenden von Faeden, komplizierte Muster, geschickte Frauenhaende, wunderschoene Kunst da und dort.

nie hat man Ferien...Sticky Rice mit Kuerbis zum Mittagessen. Ein Mittagsschlaefchen zur Weihnacht. Der Nachmittag verbringen wir mit allen anderen am Fluss. Steinewerfen, beigen, zaehlen mit den Kindern. Bambussterne kreieren mit unseren Reisefreunden. Bootsmotor reparieren fuer Thomas - und das an Weihnachten;o) Zum Dank gibt es Laolao fuer alle. Ein Feuer wird angezuendet, unsere Stimmung ist schon aufgeheizt vom selbstgebrannten Reisschnaps. Tanz um das Feuer... Weihnachtslieder erklingen auf alle Sprachen - die Melodie von stille Nacht scheint auf der ganzen Welt die selbe zu sein... und endlich ertoent das Knattern des geflickten Bootmotores! 

Das Weihnachtsessen wartet schon auf uns. Suesskatoffeln und.... Sticky Rice.


Weihnachtsessen im Jungle

 

Ein spezieller Weihnachtsabend geht zu Ende. Die Sterne funkeln am Himmel - oder sind das die Kerzenflaemmchen vom Tannenbaum zu Hause?

Der Hahn weckt uns wieder puenktlich um drei aus dem Weihnachtsschlaf. Fruehstueck - gruene Blaetter und??? Ja genau. Wie immer. Und um acht sitzen wir in unserem Boot, dick eingepackt, vom Nebel zart eingehuellt. Die Fahrt geht weiter, schaukelnd, schwankend, einlullend. Sobald die ersten Sonnenstrahlen das Wasser beruehren, erwacht das Leben wieder am Namtha. Frauen die Waesche waschen, Kinder die Sabaidee rufen, Menschen, die mit Koerben im Fluss stehen und Seegras von den Steinen im Wasser ablesen. Gemuese, Salat oder Gewuerz?

Das Wasser wird tiefer, die Steine kratzen weniger am Bootsboden und ploetzlich sehen wir eine Flussmuendung. Riesig, eindruecklich - der Mekong.

Wir kommen in Pak Tha an, uebernachten in dem kleinen Dorf, im einzigen Guesthaus. Schaebig, schmutzig, aber zum Gluck nur fuer eine Nacht.


  • Mekongfahrt von Pak Tha ueber Pak Beng nach Luang Prabang - 26. - 28.12.2006

eines der wenigen nicht Touriboote auf dem MekongUm die Mittagszeit haelt ein Schiff, voll mit Laoten, Kokosnuessen und Reissaecken. Wir finden einen Platz und fahren mit ihnen den Mekong runter bis nach Pak Beng. Die Vorahnung bestaetigt sich... All die Touriboote, die uns auf unserer Fahrt mit ein- um und ausladen ueberholt haben stoppen auch da. Das kleine Dorf mit ein paar Betten ist Uebernachtungsort fuer alle... Wer sucht, der findet und so haben wir eine einfache, aber nette Bleibe fuer die Nacht.

Am anderen Morgen entleert sich das Dorf so, wie es sich am Abend zuvor ueberfuellt hat. Ein Boot fuer alle Touris, wie Sardinen in einer Buechse. Nein, da wollen wir nicht dazu. Wir schauen dem Druecken, Zwaengen und Murren auf dem Wasser zu und merken zugleich, wie friedlich es ploetzlich auf dem Land wird. So entscheiden wir uns, diese Ruhe auszunuetzen, das Laodorfleben zu geniessen und fuer diese Nacht fuer unser Bett sicher zu sein, bevor es am Abend wieder Boote mit Trouristen anschwemmt.

lebensgefaehrlichDer naechste Morgen sieht besser aus. Zwei Boote fahren Fluss abwaerts, so finden wir unser Plaetzchen. Gemuetlich tukkern wir den Mekong runter. Ein Schwaetzchen hier und dort. Nur die Speedboots unterbrechen uns. Mit Helmen und Riesenkrach duesen sie an uns vorbei - lebensgefaehrlich...

Mit dem Sonnenuntergang kommen wir in Luang Prabang an. Die Suche nach einem Bett geht wieder von vorne los... Alles scheint voll zu sein - Neujahr steht bevor. Aber auch da: Wer sucht, der findet - auch wenn es zwei Stunden geht...

 

  • Luang Prabang, Wechsel ins neue Reisejahr - 28.12.06 - 3.1.07

Luang Prabang gehoert zum Weltkulturerbe. Am Anfang konnten wir das ueberhaupt nicht sehen mit all den Touristen. Doch mit der Zeit fuehlten wir uns wohl zwischen all den Wats,mit ihren goldigen Daechern, den Stupas, die den Himmel zu beruehren scheinen und den vielen Moenchen, die in ihren orangen Tuechern stillschweigend duch die Gassen schreiten.

Wasserfaelle bei Luang PrabangEs liegt eine gemuetliche Atmosphaere in diesem kleinen Staedtchen, gespickt mit kolonialistischer Vergangenheit. Alte Herrschaftshaeuser, wunderschoene Kaffees, traumhafte Baguettes und ueberall die laechelnde Kuh - "La vache qui rie" in runden Kaeseschachteln. Wie schoen, wieder einmal in einem gemuetlichen Kaffee zu sitzen, ein Cafe Lao mit gaaaanz viel Kondensmilch zu trinken. Die Gegend mit dem Fahrrad zu erkunden, einen der 1000 Wasserfaelle zu besichtigen, im Wat herumwaaten und sich auf die Suche nach der Entstehung des wunderschoenen Maulbeerbaumpapiers zu machen. Einfach das Leben zu geniessen.

Party beim GouverneurZwischendurch zeigte der Kalender Neujahr an - unser innerer Kalender fuehlte sich nicht danach an. Unser Zeitgefuehl ist seit laengerem einfach Lebensgefuehl geworden - zeitlos. Was fuer ein Luxus. So verbrachten wir dann den Jahreswechsel mit unseren australischen Freunden und Johnny Walker ;o) im Gouverneurgarten gemeinsam mit vielen Laoten. Traditioneller Tanz, Musik, Lampione und um Mitternacht hunderte von Heissluftballonen. Happy New Year euch allen!

 

  • Vientiane - die verschlafenste Hauptstadt der Welt - 3.1.07 - 5.1.07

Buddha ParkNach diesen erholsamen Tagen brachte uns der Bus nach Vientiane, der Hauptstadt von Laos. Was fuer ein verschlafener Ort! Wir mieteten ein Mofa und tukkerten zum Buddhapark und zur Pha That Luang Stupa. Graue Steinskulpturen, riesen gross mit der Erde verankert im Gegensatz zum gleissenden Gold der Stupa, das mit der Abendsonne und dem Universum verbunden scheint.

Am Naechsten Morgen klingelte der Wecker um sechs. Aufstehen, packen und weiter nach Thakek - oder doch noch nicht? Die Muedigkeit ueberredete uns zum Gegenteil. Den Tag in der vielleicht verschlafensten Hauptstadt der Welt zu verschlafen passt doch! Beim Fruehstuck, bzw. Brunch lernen wir unsere Reisefreunde fuer die naechsten vier Tage kennen. Alexandra und Georg aus Kuwait, bzw. Wien. Eigentlich wollten sie in den Norden. Doch die Viersamkeit war so gemuetlich, dass sie sich entschieden, mit uns fuer einige Tage suedlich nach Thakek zu fahren.


  • Thakeck und der ominoese Loop - 6.1. - 10.1.07

San mit Alexa und GeorgGesagt getan. Nach einer Tagesbusfahrt und der Hoffnung auf weniger Touristen kamen wir in Thakek an. Hier wollen wir fuer drei Tage ein Mofa mieten und einen Loop Richtung Osten machen, Hoehlen erforschen, Elefantenspuren suchen und in der Nacht Tieger bruellen hoeren.

Beim Mofavermieter bekommen wir eine handgezeichnete Karte und Tipps. Die zwei ersten Hoehlen haben wir nicht gefunden, dafuer einen schoenen Badeort, den wir uns fuer den letzten Tag aufsparen wollen. Die dritte Hoehle entdecken wir. Wunderschoen mit Stalaktiten und Stalakmiten, Wasser, das vom Sonnenlicht leuchtet und einem Buddhaaltar. Still, mystisch, energetisch.

Der naechste Tag war rot, sandig und sehr staubig... Die Stasse wird ausgebaut, Lastwagen fahren ihre Fuhr hin und her, ein grosser Staudamm wird im Naturschutzgebiet konstruiert. Wir suchen unseren Weg zwischen den Staubwolken durch, der Sand knirscht zwischen unseren Zaehnen, Gesicht, Ohren und Nase rot gepudert....

Der dritte Tag beginnt mit einem platten Hinterreifen bei Alexandra und Georg. Belohnt fuer die anstrengende Fahrt von gestern werden wir mit einer Asphaltstrasse, wunderschoener Natur und Aussicht. Die Bootsfahrt in der Tunnelhoehle lassen wir aus, geniessen den Fahrtwind. 50 km vor dem Ende unserer Rundfahrt geht leider nicht uns sondern dem Hinterreifen die Luft aus.... Wir und unser Mofa verbringen deshalb die letzten Km bis nach Thakek im Tuktuk. Um ein Abenteuer und noch viel mehr reicher schliessen wir unseren Loop ab.

Hoehlen um Tha KekDer letzte Tag in Thakek soll der inneren und ausseren Erholung dienen. Wir mieten uns ein Tuktuk und lassen uns zur 12 km entfernten Buddhacave fahren. Diese Hoehle wurde erst vor drei Jahren entdeckt und ist ein Pilgerort fuer Laoten geworden. Wir sind die einzigen Besucher und atmen die Atmosphaere ein, die die ueber 200 kleinen und groesseren Buddhas zwischen den Stalaktiten und -miten ausstrahlen. Wir duerfen mit einem Laoten an einer kleinen Zeremonie teilnehmen, Ehre gegenueber Buddha erweisen, den Gong schlagen, der die Energie beben laesst und ein Gluecksarmband mit Segenswuenschen empfagen. Beruehrt und dankbar geht unser Weg weiter.

Wir halten bei der einer der beiden Hoehle, die wir auf unserem Loop verpasst haben. Verbogen hinter Baeumen und Bueschen fuehrt ein Trampelpfad zum Eingang. Wow! Riesig, tief, hoch, dunkel und mystisch. Wir gehen ueber Stock, Stein und Wasser dem Hohleninnern entgegen. Erforschen, bestaunen, sind ueberwaeltigt.

Den Tag wollen wir an der schoenen Badestelle am Fluss abschliessen, die wir am ersten Tag entdeckt haben. Dies war vor Jahren scheinbar der Ausflugsort der Kolonialisten - und heute der Anflugsort der Fliegen. Hatte es damals wohl auch schon so viele? Trotz Idylle konnten wir die Ruhe nicht finden... Alles kroch uns in Ohren und Nase...


  • Pakse und das Bolaven Kaffee Plateau - 11. - 18.1.2007

Tad Fane WasserfallWir sitzen einen Tag im Bus nach Pakse. Danach einen Tag lesen, massieren, den Staub aus der Waesche waschen lassen und organisieren.

Am naechsten Morgen geht es mit unserem gemieteten Mofa auf das Bolaven Plateau. Angenehme Temperaturen und Kaffeebohnen ueberall. Den Nachmittag verbringen wir im Tad Fane Resort auf unserer Terasse mit Sicht auf die beiden Wasserfaellen. Regenbogen spiegeln sich in den Troepfchen, nie endendes Rauschen - berauschend. Der Abend endet bei gutem Essen und spannenden Berichten aus dem Leben und Reisen von Laura und Juergen.

Zum Fruehstueck Cafe Lao sozusagen frisch ab Presse. Vom Kaffee zur Bohne... Wir besuchen eine Plantage, sehen, wie der Kaffee waechst, wie ein ganzes Dorf als Bohnennpfluecker eine um der anderen der roten und gruenen Fruechte abliest. Getrocknet wird ueberall, vor jedem Haus, an der Sonne. Geschaelt wird bei der Familie mit der Enthuelsungsmaschine. Geroestet wird beim Roester. Getrunken wird Cafe Lao auf der ganzen Welt.

Die Strasse wird wieder rot, d.h. staubig. Wenig Verkehr, dafuer um so mehr Loecher. Wir schaffen es bis nach Sekong.

Erklaerungen die uns betroffen machenSekong ist ein groesseres Dorf mit scheuen, zurueckhaltenden Bewohnern. Gepraegt von Vergangenheit wie im ganzen Land... Diese Gegend wurde im Indochinakrieg am staerksten bombardiert - in geheimer Mission der CIA... Die Welt wusste lange nichts davon... Noch heute liegen im ganzen Land nichtexplodierte Bomben und Granaten (UXO) - versteckt im Jungel, unter der Erde, eingeklemmt in Felsspalten. Leere Bomben dienen heute als Gartenzauu oder Hauspfeiler, aufgeschnittene werden als Blumenbeete genutzt.

Eine dumpfer Knall am fruehen Abend - die Dorfbewohner gehen auf die Strasse und schauen mit uns in die selbe Richtung... War das eine explodierte Bombe?

Am naechsten Morgen besuchen wir das UXO-Lao office. Wir werden freundlich empfangen und gleich herumgefuehrt. Sehen Einsatzplaene und -orte, Techniken, Bombenteile, hoeren Berichte, sind aufgewuehlt und betroffen.

Der Knall am Abend war tatsaechlich eine Bombenexplosion. Ein Bauer habe eine intakte Bombe gefunden und sie ins Dorf zum Alteisenhaendler gebracht. Sie wollten dort einen Teil entfernen und dieses Eisenstueck nach China verkaufen. Der Haendler habe schon zwei oder drei mal ein solches Teil abgeschweisst, mit Erfolg und gutem Geld als Gegenleistung. Dieses Mal hat es nicht geklappt... Die Sicherung ist explodiert und hat drei Menschen getoetet und sechs schwer verletzt... Was waere passiert, wenn dadurch die ganze Bombe gezuendet wurde??? Geld oder Leben - Leben oder Geld - oder ohne Geld kein Leben???

Der Weg fuehrt uns weiter nach Atapeu. Drueckende Hitze, erdrueckende Gedanken...

Am naechsten Morgen wollen wir mehr von diesem Gebiet sehen... Wir fahren Richtung vietnamesische Grenze. Huetten mit zerfetzten Stoff- oder Plastikwaenden... Starrende Gesichter, kein Lachen... Armut auf der ganzen Strecke. Wir moegen nicht mehr, wir wollen nur noch weg. Sollen wir heute schon der Thaigrenze entgegenfahren?

Wir bleiben doch noch eine Nacht, fahren am anderen Morgen aber in aller Frueh wieder Richtung Pakse. Nicht untendurch, wie geplant auf der "roten" Strasse, sondern oben rum, auf der schwarzen, d.h. geteerten Strasse ueber Sekong. Viel fahren und dabei die Eindruecke der vergangenen Tage verdauen...


der schoenste Wasserfall Laos

Tad Loo ist unsere letzte Station vor Pakse. Dort angekommen, wartet ein weiterer wunderschoener Wasserfall und ein gemuetliches kleines Bungalow auf uns. Beim Erkunden der Umgebung treffen wir auf nackt badende Kinder. Wir setzen uns ans Ufer und sind gleich von ihnen umringt. Laechelnde Gesichter, aufgeblaehte Baeuche, duenne Arme und Beine. Sie zeigen mit dem Finger in den Mund und dann auf unseren Rucksack. Hunger, essen. Machen eine Handbewegung, wollen Schreibzeug, zeigen auf das Armband, selbst den Haargummi von mir... Eine Frau schluepft in meine Flipflops... Alles wuerden sie nehmen, alles. Wir sind hin und her gerissen. Das einzige, was wir geben koennten, ist Geld. Aber ist so geholfen? Ist das nicht ein nie endender Kreislauf? Wir entscheiden uns, nur unser Laecheln zu verschenken.Kinder

Vorne bei unserem Bungalow sprechen wir mit der Besitzerin und fragen sie um Rat, was wir machen koennten.... Spaeter am Abend lernen wir noch einen weiteren Laoten kennen, der uns bei einigen unserer offenen Fragen weiterhelfen kann... Unsere Philosophie, nicht direkt zu helfen, sonderen indirekt ueber Institutionen wie Schulen, Heime bestaetigt sich.

Als wir in Pakse am anderen Nachmittag ankommen, sind wir dem Land ein Stueckchen naeher gekommen, verstehen jetzt mehr...

Auf den Touristenpfaden hat es nichts mehr mit Urspruenglichkeit zu tun. Abseits der Besucherstroeme herrscht Armut und unglaubliche Schuechternheit gegenueber Fremden. Laos ist wirklich ein sehr armes Land. Gepraegt von der Vergangenheit, am sich Zurechtfinden in der Gegenwart und noch viel, was auf das Land und seine Menschen zukommt in der Zukunft. Widerspruechlich auf eine Art und doch Einheitlich auf die andere... Anregend, aufwuehlend.

Wir verlassen dieses Land nach 30 Tagen mit vielen Eindruecken und Einsichten. Ueberqueren den Mekong und sind in einer anderen Welt. Thailand.