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Bomben in Laos.....

Geschrieben von Tom
  
Tuesday, 30. January 2007

Um unserer Spende fuer die Organisation UXO-Lao ins richtige Licht zu ruecken wollen wir erstmals etwas in die laotische Geschichte eintauchen.


Leider muessen wir gestehen, dass Laos fuer uns eines der vielen "weisse Flecken" Laender auf dieser Erde darstellte. Wir hatten keine Ahnung was hier in der Vergangenheit passiert ist und was diese friedliche Nation alles aushalten musste. Und so waren uns Begriffe wie: "Secret War - UXO - Air America - the other theater - Domino Theorie" ein Raetsel.


SanTom bei UXO Lao

 

Die laotische Geschichte: 


UXO Laos (1).jpgNach seiner Unabhaengigkeit von Frankreich im Jahre 1954 wurde Laos ploetzlich zum Brennpunkt der Weltpolitik. Eine internationale Konferenz in Genf sollte verhindern, dass Laos, Cambodia und Suedvietnam nicht in das oestliche Buendnissystem integriert wurden. Das Land sollte von fremden Truppen geraumt werden und quasi neutral werden. Der Westen war ueberzeugt von der Domino-Theorie: Wenn ein Stein des Spieles faellt - ein Land kommunistisch wird - muessen die Nachbarlaender folgen. Die USA sahen sich zum heiligen Krieg gegen die vietnamesischen Kommunisten aufgerufen und begann fast gleichzeitig die rechtsgerichteten Kraefte in Laos zu bezahlen waehrend dem die linksgerichteten Phatet Lao von Vietnam der UdSSR und China unterstuetzt wurden. Da diese vor allem die Grenzregion zu Vietnam beherrschten konnte die Nordvietnamesen den Ho-Chi-Ming-Pfad ungehindert ausbauen. Was die USA ab 1964 mit der Entsendung von B-52 Bombern beantwortete.

zu viele BombenWaehrend den naechsten neun Jahren droppten die USA waehrend 24h Stunden, 7 Tage die Woche durchschnittlich alle 7 Minuten eine B-52 Ladung von Bomben ueber Laos. Den US Bombenkonstrukteuren sind immer wieder neue Kreationen eingefallen. Eine der perfidesten waren wohl die Bombies, ca 600 tennisballgrosse Bomben die in groesserer Hoehe aus einer Mutterbombe fielen - man sagt mehr als 30% detonierten nicht sofort und explodieren auch heute noch in den Haenden von spielenden Kindern usw. Insgesamt sind in diesem Land mehr Bomben gefallen als im 2. Weltkrieg zusammen auf Japan und Deutschland abgeworfen wurden - und waehrend mehr als 6 dieser 9 Jahre unter einer solchen Geheimhaltung, dass die Welt nichts davon wusste. Die USA nannte den geheimen Krieg in Laos einfach "the other theater" und die hier eingesetzten US-Militaers mussten ihre Uniformen abgeben und ihre Aufgabe in Jeans und Cowboyhut erledigen, hatten aber so gluecklicherweise die richtigen Kleider um nebenan noch dem lohnenderem Opiumexport nachzugehen - man munkelt dies sogar in Maschinen der Air Amerika - der Airline des CIA.

dieser zuender explodierte gestern35 Jahre nach Ende dieses Krieges ist Laos noch immer uebersaeht mit UXO (unexploded ordonance) und es sterben woechentlich Menschen daran. Wie z.B. der mausarme altmetall Haendler in Sekong - am Tag vor unserem Besuch bei UXO-Lao.

Diese Organisation kuemmet sich seit einigen Jahren professionell und mit Hilfe verschiedener Staaten um die ausserst muehsame Lokalisierung und UXO Laos.jpgEntschaerfung der Ueberbleibsel aus dem 2. Indochinakrieg. Trotz unserem unangemeldeten Erscheinen auf dem Gelaende dieser Organisation werden wir vom einzigen englisch sprechenden Mitarbeiter herzlich empfangen. Er stellt uns alle anwesenden Kollegen vor, zeigt uns die Bueroraumlichkeiten und erklaert uns anhand grosser Kartenausschnitten wo das Land am meisten dieser Bomben beherbergt - tatsaechlich sehen wir in einigen Provizen vor lauter gelb eingezeichneten Kreisen - jeder bedeutet eine Abwurfstelle - die Kartensymbole nicht mehr. Wir koennen es kaum fassen!

Wir begeben uns in den Garten wo uns ein Spezialist anhand der ausgestellten leeren Bomben und Granaten seine nicht ungefaehrliche Arbeit vorstellt. Er zeigt uns ganze Buecher mit explosionszeichnungen von diesen Todbringern. Darin steht auf laotisch geschrieben wie dass es eben nicht knallt beim entsorgen. Wir hoeren von den Sorgen der Bauern, dass jedes neu bepflanzte Feld ein todesrisiko in sich birgt. Wir werden in die Aufklaerungsarbeit der Organisation eingeweiht, die verhindern soll, dass noch mehr Kinder mit den gefundenen Bombis spielen und daran sterben oder verkrueppeln. Wir sehen aber auch wie "kreativ" die laotische Bevoelkerung mit ihrer Bombengeschichte umgeht... im ganzen oestlichen Teil von Laos trifft man z.B. immer wieder auf Blumentroege wie dieser....

neue verwendung von UXO (1).jpgneue verwendung von UXO.jpg

 

 

 

 

 

 

 

Spontan entschliessen wir alles uns derzeitig verbleibende Bargeld zu spenden und ubergeben dem Provinzkommadanten ca. 100US$ aus unserem Fonds. Er wird dieses Geld in der Aufklaerungsarbeit oder fuer einen bei der Arbeit verletzten Mitarbeiter einsetzen.


San ueberreicht Spende aus SanTom Fonds