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Kambotscha Tagebuch

Geschrieben von Sandra & Thomas   
Wednesday, 21. March 2007

  • Bangkok - 1.3.07

Noch etwas kleine AugenEs ist zwar noch viel zu frueh am Morgen nach einer kurzen Nacht, doch wir freuen uns aufzustehen und wieder an den neuen Bangkoker Flughafen zu pilgern - Lilo und Andi kommen uns besuchen!

Das Timing koennte nicht besser sein - wir kommen die Rolltreppe runter, unten stehen bereits unsere Freunde. Ein herzliches Wiedersehen, Schokoladenherzen und ein feiner Airportcaffee folgen bevor wir uns in ein Taxi zwaengen und ins Hotel zurueck in die Stadt fahren. Wir haben uns in das von ihnen reservierte Hotel gebucht und so sind wir das erste Mal wieder in einem Tempel - lustig wie man solches erst wirklich schaetzt wenn man zuvor laengere Zeit in "Loechern" naechtigte.

Der Tag vergeht viel zu schnell. Es gibt ja auch viel zu berichten, schweizer Salami, Schoggi und Farmer zu knabbern, etwas zu shoppen und anschliessend eine herrliche Massage aus dem SanTom Verwoehnpackage, die uns alle in den siebten Himmel bringt (und Muskelkater am naechsten Tag - ausser Lilo natuerlich)

Pijamaparty oder Massage? 

 

  • Koh Chang - 2. + 3.3 07

Lilos BeachdanceWir sind froh, dass AnLil ebenfalls noch etwas Relaxationbedarf haben bevor sie sich auf die staubigen kambodianischen Strassen wagen. So beschliessen wir auf der thailaendischen Insel Koh Chang, nahe der Grenze zu Kambodia, einige Tage am Beach auszuspannen. Wir mieten uns zwei Bungalows am Beach, geniessen den Strand und das Leben, lassen uns ueber die Stories zu Hause updaten und sind gluecklich unsere Freunde um uns zu haben.

 

  • Trat - 4.3.07

Schon wieder kuendigt sich Ungeplantes an. Unsere Idee, die kambotschanische Hauptstadt von Koh Chang aus in einem Tag erreichen zu koennen, ist nicht moeglich. So machen wir uns am spaeteren Nachmittag wieder auf den Weg aufs thailaendische Festland.

Es ist Sonntagabend und einer der wichtigsten buddhistischen Festtage, wir finden Trat im Festrummel vor. Unmittelbar vor unserer Hotelzimmertuer tummeln sich Menschenmassen und es gibt hunderte von Essensstaende mit Thaispezialitaeten zu kosten - ein Genuss.


  • Phnom Pheng - 5. + 6.3.07

Ein langer Tag steht vor uns. Nach all den Warnungen ueber Strassenzustand und Hotelmafia rechnen wir mit dem Schlimmsten...im Pop Guesthouse in Trat haben wir 4 Sitze im Minibus nach Phnom Pheng ergattert - kriegen wir einen ganzen Sitz oder muessen wir jeden Sitz mit 2 anderen Personen teilen? Werden wir in all dem roten Staub ueberhaupt noch atmen koennen oder werden unsere verschwitzten Koerper mit einer dicken Schicht von diesem Pulver ueberzogen sein? Sind die kambotschanischen Grenzbeamten wirklich so korrupt und geben uns den Pass erst nach Erhalt eines genuegend hohen Bestechungsgeldes zurueck? Erreichen wir unser Ziel am spaeten Nachmittag oder erst mitten in der Nacht und nehmen so dankbar jedes uns angebotene Bett an, auch wenn es viel zu teuer und verdreckt ist?

All das war wohl einmal Kambotscha - wir erleben es aber ganz anders: Minibus klimatisiert und viel Platz fuer die Beine. Grenzbeamte versuchen es, sind aber durch unser leeres Portemonnaie davon zu ueberzeugen, dass wir nur noch 100 Bath zusaetzlich haben. Strassen sind gut und wir erreichen unser Ziel schon am Nachmittag nach der wohl bequemsten Fahrt auf unserer ganzen Reise. War das so einfach weil wir es so gemuetlich haben mit AnLil, sind wir schon so reiseabgehaertet oder ist dieses Land so fortschrittlich - wohl von allem etwas.

S21 FoltergefaengnissPhnom Pheng ist ein Chaos wie es im Buch steht. Tucktucks, Velos und Motorraeder kaempfen um jeden Millimeter auf der Strasse, es ist drueckend heiss, Bettler und Taxifahrer stuerzen sich auf jeden Touri.....ufff! Gluecklicherweise will Andi heute nocheinmal etwas anderes als Reis - ein richtiges Cordon Bleu wartet auf uns.

Tag zwei: Russenmarkt und Zentralmarkt danach sind wir von der Hitze so ausgelaugt, dass uns die bequemen Sessel und Klimaanlage eines Shoppingcenters fuer einige Zeit von der Strasse locken. Thomas schaut sich in dieser Zeit das beruechtigte Foltergefaengnis S21 aus der Zeit der roten Khmer an und kommt erschuettert ins Hotel retour.

 

 

 




  • Stung Treng - 7.3.07

Wie erreichen wir in der kurzen AnLil Zeit den abgelegenen Osten von Kambotscha? Flugzeuge fliegen seit einer Woche nicht mehr und mindestens 15h Busfahrt fuer einen Weg ist uns einfach zuviel. So leisten wir uns fuer die naechsten Tage Mr. Tree und sein Pajero.

AnLil wohin gehts?7 Stunden sitzen wir so heute in seinem "Jeep" (ich weiss... there is only one....) Wir reden und lachen viel miteinander, die Landschaft zieht klimatisiert an uns vorbei. Beim Pinkelstopp ueberfallen uns Fruechte- und Trarantelverkauferinnen, noch getrauen wir uns aber nicht diese haarigen Viecher zu probieren... die Haaerchen sollen danach zwischen den Zaehnen stecken... iiiii....

Bevor wir am naechsten Tag weiterfahren erkunden wir die Mekongumgebung mit einem Boot, stoppen kurz in einem kleinen Dorf, wollen dieses etwas erkunden und stossen wie viele male in Kambotscha an ganz unglueckliche Grenzen: Wir wissen nicht ob man in dieser Region abseits der Wege gehen darf oder ob auch hier Landminen vergraben liegen? Leider zaehlt dieses Land zu den am staerksten verminten Gegenden der Welt - in teils Gebieten wird empfohlen nicht mal fuers Wasserlassen von der Strasse zu weichen....

mines


  • Banlung - 8. - 10.3.07

Zum Glueck hat uns Lilo in den wilden und staubigen Osten Kambotschas gefuehrt. Ein Gefuehl wie im Wildwestfilm kommt auf, der durch die allesbedeckende Staubschicht noch verstaerkt wird. Yeak Laom - er soll der schoenste Kratersee Kambotschas sein - koennte uns alles wieder aus den Poren waschen. Doch nach einer Seeumrundung getraut sich nur Lilo in das vielleicht von Wuermern und Bakterien verseuchte Wasser zu stuerzen.....

mmmmhhhh...Am Abend koennen wir endlich den AnLilSanTom Hochzeitsvewoehnprogrammgutschein einloesen und wir geniessen ein herrliches Nachtessen mit Rotwein und allem was dazugehoert. Leicht beschwipstes Lachen sowie unbeschwertes Quatschen erfuellen uns und lassen schon fast vergessene Schweizergefuehle aufkommen.

 

Der naechste Morgen bringt uns frueh aus den Federn.... Andi und Thomas wollen sich bei Sonnenaufgang durch den lokalen Markt fotografieren.

Wo ist der Blondschopf? 

Honig und MadenDann wartet ein besonderes Fruehstueck auf uns... Neben Pancakes und Baguettes wird uns frischer Honig ab Wabe offeriert. Die junge Kambotschanerin kommt an unseren Tisch, in der einen Hand ein Ast mit einer Bienenwabe daran, in der anderen ein Stueck davon mit tropfendem Honig und schiebt dieses gleich in Sandras Mund. Fein suess, etwas wachsig wohl wegen den Waben, aber was ist das kleine Weisse dazwischen? Beim genauen Betrachten entdecken wir die sich windenden Bienenmaedchen in der mit Honig gefuellten Wabe... Sandra hofft, dass sie diese gut zerkaut hat... Es sollen ja gute Proteinspender sein, doch ihr Bedarf istAnTom im Poolfuer heute eindeutig gedeckt. Thomas als Honigliebhaber kann dem natuerlich nicht widerstehen und taucht die verloren gegangenen Wuermchen in den Honig und probiert... Andi haelt mit und steckt sich ein Stueckchen Wabe mit Inhalt in den Mund. Lilo reicht das Zuschauen... Die Kambotschanerin freut sich, dass wir diesen Honig auch so sehr moegen wie sie und moechte uns dann gleich darauf welchen verkaufen. Wir lehnen dankend ab. Die Kostprobe war mehr als ausreichend...

Etwas spaeter haben wir dann Mr. Dee gebucht. Der Guide fuehrt uns zu verschiedenen Minderheitsdoerfern in der Region, zeigt uns einen schoenen Wasserfall (hier wagen Andi und Thos ein Schwumm ;-) ). Ein schoener Tag, doch finden wir wiederum kein Primaerjungle - alles abgeholzt und teilweise durch Kautschukplantagen ersetzt.





  • Kratie - 11. + 12.3.07

Achtung StaubFeiner roter Sand begleitet uns wieder fuer Stunden - aber nur ausserhalb unseres klimatisierten Pajeros - wir beklagen uns nicht!

Kurz vor Kratie liegt Kampi-Pool, ein Irrawady Flussdelphin Schutzgebiet. Aufgrund der ungewoehnlichen Tiefe des Mekongs ziehen sich hier einige der wenigen verbleibenden Tiere waehrend der Trockenzeit zurueck. Wir mieten ein Boot welches uns mit sanften Ruderschlaegen zu den Delphinen bringt. Gespannt beobachten wir die spiegelnde Wasseroberflaeche. Pfffffff ! Wir drehen uns um, schauen in die andere Richtung, zwei Zoomobjektive im Anschlag. Pffffff! Jetzt haben wir auch noch kurz einen Ruecken gesehen. Gespanntes warten, wo tauchen sie dieses Mal auf? Die intelligenten Tiere scheinen zu wissen wohin die Teleobjektive zielen und tauchen fast immer an anderen Orten fuer den naechsten Atemzug auf ... Pffffff! Cool wir sind "umzingelt" von bis zu 2,5 Meter langen Tieren. Leider nur noch 100 dieser friedlichenTiere sollen im ganzen Mekong leben.

Irrawaddyflussdelphin 

Lilo fuehlt sich inzwischen ziemlich schwach und hat sich wohl von Thomases Erkaeltung anstecken lassen. So geniessen wir die naechsten zwei Naechte in unserem Hotel mit riesen Dachterasse zum Mekong, ruhen aus, schiessen Sonnenauf- und untergangsbilder, spielen und schauen Discovery und National Geographic TV.

SonnenuntergangSonnenaufgang



  • Sieam Reap - 13. - 15.3.07

chickentransportDie lange Autofahrt wird immer wieder mit kleinen Stopps unterbrochen. Wir sehen wie hunderte von Chicken lebend auf Motorraeder transportiert werden. An einem Ort werden wir Zeuge, wie aus einem Riesenfelsklumpen eine 2 m Buddhastatue gehauen wird. Eindruecklich wie sich Ecken und Kanten in wohlgeformte Rundungen verwandeln und dieser Stein eine buddhistische Ruhe austrahlen kann... Etwas weiter halten wir bei einer alten Steinbruecke. Gleich daneben steht ein farbiges Zelt aus dem laute Musik droehnt. Wunderschoen gekleidete Menschen, eine Ansprache durch den Verstaerker, Berge von Essen und ein Brautpaar das gefeiert wird vereinen sich in der Mittagshitze.

 

Wir kommen in Sieam Reap an. Es soll der Ort sein, an dem 1000 jaehriges Weltkulturerbe mit 1000en von Touristen zusammenstossen... Zuerst heisst es sich von der langen Fahrt, den vielen Eindruecke und Lilo von ihrer Grippe zu erholen.

protesenAuch der zweite Tag bleibt gemuetlich. Lilo erholt sich im Bett mit Discovery TV, wir wollen den Markt besuchen und uns durch alles Moegliche und Unmoegliche schlaengeln. Auf dem Weg dorthin entdecken wir ein Rehabilitationszentrum fuer Minenopfer und lassen die Eindruecke und Bilder auf uns wirken. Minen in allen Groessen und Formen, Protesen fuer die verschiedensten Koerperteile, ein Bewegungslernparcours mit diversen Schwierigkeiten, Menschen mit fehlenden Beinen und Armen.

Der Imbiss im Grand Cafe ist eine weitere Konfrontation... Waehrend wir bei kolonialistischer Atmosphaere wohl ein kambotschanisches Durchschnittswocheneinkommen konsumieren, versuchen verschiedenste Strassenhaendler ihre Buecher zu verkaufen. Raubkopiereisefuehrer verschiedenster Laeder, Zeugenberichte Pol Pots, Lebensgeschichten Ueberlebender der Roten Khmerzeit. Verkaeufer ohne Bein, mit Schildern ihrer tragischen Lebensumstaende.... Was bleibt ist eine Kulisse schoenster Kolonialhaeuser und die offene Frage, wie Menschen Menschen so was antun koennen...

AnkorlightshowAm Abend lassen wir uns in den Sonnenuntergang sinken. Wir fahren mit dem Tuktuk durch die Tempelgegend und staunen ueber die Schoenheit von Angkor Wat. Wir pilgern mit all den anderen Besuchern ueber die Bruecke, lassen uns vom Strom treiben und sehen, spueren aber nicht viel. Die Magie bleibt aus, obwohl die Sonne sich bemueht und mit warmem Licht die 1000 Jahre ueberfluetet. Die Menschenmenge stapft unberuehrt weiter, knipst hier und dort und zertrampelt dabei die Atmosphaere. Was uns jedoch beeindruckt ist die Feinheit der Bauart, die zarten Verzierungen, Stein auf Stein und die Standhaftigkeit, das Trotzen gegen Krieg und Zerstoerung, Wind und Wetter, Luftverschmutzung und Tourismus. Dann werden wir herausgeschickt, Tuerschliessung und zugleich Lichtinstallation fuer eine Lightshowprobe. Angkor soll nun auch nachts fuer einen Aufpreis den Touristen gehoeren, von allen Seiten beleuchtet und in verschiedensten Farben strahlend...

Am naechsten Morgen gibt es einen Hardcore-Angkor-Tag. Um fuenf Uhr Morgens holt uns das Tuktuk ab. Wir waehlen die nichtklassischegegendentouristenstrom Route. Und wer haette das gedacht, aber wir sind tatsaechlich die einzigen in unserem Sonnenaufgangstempel. Die Silouette zeichnet sich bereits in der Dunkelheit im sanften Mondlicht etwas ab. Kein Mensch ausser uns, ab und zu ein Tempelhund der mit Gebelle die Anlage mit seinen Geistern bewachen will und die Zikaden, die im Chor den Sonnenaufgang ankuenden.

JungletempelDer naechste Tempel, den wir besuchen, ist der Jungletempel. Uralte Baeume sind dort durch, um und in den Tempel gewachsen um seine Mauern zusammenzuhalten. Wir lassen uns von der Mystik berauschen, geniessen das Morgenlicht und die Stille. Es scheint, als ob die dicken Baumwurzeln die ganze Anlage umarmen, beschuetzen und vielleicht sogar im Wind wiegen... Wir verlieren die Zeit, gewinnen das zeitlose Gefuehl und werden irgendwann von immer lauter werdendem Touristengruppengeschwatz in die Realitaet katapultiert. Es ist acht Uhr - die Atmosphaere zieht sich in die schuetzenden Mauern zurueck und versteckt sich wohl dort, bis die Tempelanlagen nach Sonnenuntergang schliessen und die Touristen die Bauwerke wieder sich ueberlassen. Nur die Kulisse bleibt.

Steile, gefaehrliche StufenSo fahren wir weiter, besteigen einen kleinen Tempel - senkrecht - und geniessen den waagrechten Horizont und den Ausblick.

Der Tempel mit den vielen Gesichtern glotzt uns und all den anderen Touristen mit steinernen Blicken entgegen - die Augen zwinkern wohl nur in der Abendstille den Sternen entgegen.

Die Hitze steigt, der Touristenstrom schwellt an, wir haben ausgetempelt... Einer geht noch...Der Puzzeltempel. Abertausende von Steinbloecken liegen vor uns im Feld, fein saeuberlich nummeriert. Krahnen und Steinklopfer bringen das Puzzel wieder zusammen und machen es einsturzsicher und touristenfest. Unglaublich, wenn man sich vorstellt, dass im Jahre 800 die ersten Tempel gebaut wurden, kurz nach 1900 die ersten Renovationen begonnen haben und 1975 eingestellt werden mussten um von den Roten Khmers verwuestet zu werden. Erst 1995 konnte die Arbeit wieder aufgenommen werden und wird wohl eine nie endende Aufgabe fuer die Menschheit sein.

kantha_bopha.jpgMittagspause im Hotel und Krankenbesuch bei Lilo. Doch vorher moechten wir noch das Kanta Bopa Kinderspital von Beat Richner besuechen und anfragen, ob sie Kleider- und Medikamentenspenden von uns entgegen nehmen. Wir gehen an all den wartenden, im Schatten am Boden sitzenden Kambotschaner vorbei. Die einen essen, andere schwatzen oder wiegen ihre Kleinkinder in den Armen. An der Reception erklaert uns ein freundlicher Kambotschaner, dass das Spital nur Geld- oder Blutspenden annimmt. Oft haetten sie nach Malaria- oder Dengueepedemien wenig Reserven und wegen HIV-Infektionen sei es unter Landsleuten schwierig aufzutreiben. Doch heute muessten wir fuer Blutspenden spaeter kommen, da bereits andere Touristen am Warten seien. So kommen wir mit dem Receptionist ins Gespraech und erfahren viel ueber diese Organisation. Doktor Richner sei gerade im Gebaeude nebenan an einem Aerztekongress. Wir staunen ueber den modernen und schoenen Komplex und erfahren, dass dieser von Gerard Depardieux fuer internationale Konferenzen spendiert wurde. Aus all den Spendengeldern wird es auch erst moeglich gemacht, dass die Kinder hier kostenlos operiert und behandelt werden koennen. Es arbeiten ausschliesslich kambotschanische Aerzte hier und auch in den drei weiteren Spitaelern in Phnon Peng. Wir verabschieden uns und danken fuer die Einladung zum samstaeglichen Gratiskonzert von Beatocello. Leider werden wir da bereits in Bangkok sein.

Nach der Mittagspause hat nur noch Santom die Energie um Angkor Wat nochmals zu besuchen. In der spaeten Nachmittagssonne, bei gleissender Hitze wimmelt es immernoch von Touris. Zum Glueck ist dieser Tempel sehr gross und es gibt Gaenge und Ecken, wo niemand anzutreffen ist. Das Gedraenge um den Sonnenuntergang ersparen wir uns und gehen zurueck ins Hotel. Schliesslich ist der Tag noch lange nicht zu ende.









Einen weiteren Teil des AnlilSantom Hochzeitverwoehngutscheinprogramms findet heute abend statt. Eine traditionelle Tanzshow mit Buffet soll Lilo wieder zu Kraeften bringen und fuer weitere Tanzstunden inspirieren...

Tanzshow 

Die Taenzer sind wunderschoen gekleidet - scheinbar sollen es Massanfertigungen sein, die bei jedem Auftritt am Leib zugenaeht um perfekt zu sitzen und anschliessend wieder aufgeschnitten werden muessen. Wir sind uns nicht sicher, ob dies bei unserer Show der Fall ist. Es macht uns mehr den Eindruck, dass wir in einer Tourgruppenabfertigungsfalle gelandet sind... Doch die Taenze mit unglaublicher Spannung und zugleich beeidruckender Hand- und Fusstechnik scheinen sehr kontrolliert und trotzdem harmonisch. Die Xylophon- und Trommelmusik als Begleitung klingt hingegen fuer unsere Ohren eher unkoordiniert und chaotisch. Das Essen ist abwechslungsreich, aber zeitlich beschraenkt, bzw. auf dasTourgruppentempo eingestellt. Preis/Leistung hielt sich an diesem Abend eindeutig nicht die Waage... Wort woertlich: das war ein echter Angkor-, bzw. Hardcoretag.

 

Der naechste Tag soll ein weiteres Abenteuer werden... Ein Taxi holt uns um 7.30 h ab um uns an die thailaendische Grenze zu fahren. Wir haben ja von den miserablen Strassenverhaeltnissen gehoert und auch vernommen, dass eine anonyme Airline Schmiergelder bezahlt, damit sich dies nicht so schnell aendern soll. Wir sind gespannt, ob diese Strassen auch fuer Santomerfahrungen tatsaechlich als schlecht bezeichnet werden koennen.

taxi_camryUnser Taxifahrer ist ein junger Kambotschaner, faert einen Toyota Camry mit einem Steuerrad, das mit einer nietenaehnlicher Einfassung an ein Kampfhundehalsband erinnert. Hat das wohl eine Bedeutung? Das ungeduldige Hupen und aufdringliche Ueberholen in den verkehrsverstopften Strassen von Sieam Reap laesst eine Vorahnung aufkommen...

Sobald wir die Abzweigung zur Grenze genommen haben, laesst unser Fahrer seinen Fuss nicht mehr vom Gaspedal. Mit mindesten 80 und bis zu 130 km/h flitzen oder fliegen wir ueber jedes Loch dieser Sandpiste. Zwischendurch versinkt alles in weissen Wolken, fuer Sekunden nichts als Staub von entgegenkommenden Fahrzeugen. Wir ueberholen alle. Lastwagen, Buse, weitere Camrys (es scheint, dass nur diese die Grenzstreck schaffen koennen), Fahrraeder, Mofas, Huehner, Hunde und Menschen. Nebeln alles und alle mit unserem Tempo ein. Nur wir werden nie ueberholt. Zwischendurch klingelt das Handy, eine Hand am Ohr, die andere am Lenkrad (jetzt erklaert sich auch der "Rutschschutz"), ab und zu ein beruhigendes Taetscheln auf

thai-cambodia-borderAndis Knie als Copilot, ein Laecheln zu uns nach hinten und dabei immer Vollgas. Beruhigende, doch unglaublich unpassende Meditationsmusik spielt, die Klimaanlage laeuft auf Hochtouren - wir wissen nicht, ob wir frieren oder schwitzen... Nach 2 1/2 h haben wir es geschafft - wir wussten nicht, das Schutzengel so schnell fliegen koennen... Der Bus haette 5 - 6 h gebraucht, "normale" Taxis zwischen 3 und 4 h und unsere verspannten Muskeln werden wohl noch Tage brauchen und uns daran erinnern. Rekordverdaechtig.

 

Der Grenzuebergang klappt tadellos, die 3 1/2 h Fahrt nach Bangkok sind Peanuts auf diesem hochentwickelten Strassennetz.

 

  • Bangkok - 16. - 19.3.07

Unser erster Tag wird zum Shoppingmarathon erklaert. Lilo und Andreas muessen ihre letzten Baht ausgeben. Entdecken und einkaufen was das Herz begehrt fuer Anlil - schauen und mitlaufen was die Fuesse tragen ist fuer Santom angesagt. Wir beginnen mit dem Weekendmarket, wo man tatsaechlich mindestens ein Weekend brauchen wuerde, um alles gesehen zu haben. Kleider, Schuhe, Kunstgegenstaende, Perlen, Kuechenartikel, Essstaende, Welpen und noch vieles mehr wird angeboten. Nach einer kurzen Verschnaufpause folgt ein Shoppingcenter nach dem anderen. Fuer die Maenner IT-World, fuer die Frauen Haar-Paradies. Lilo laesst sich beim Friseur verwoehnen, Sandra hat ein update mit der Star- und Sternchenwelt in Bildsprache - Texte waren leider in Thai - doch scheint es zur thailaendischen "Glueckspost" und "Schweizer Illustrierten" keinen grossen Unterschied zu geben. Mehr Shoppen und dann kurz vor dem allgemeinen Erschoepfungszustand ein Nachtessen in Shoppingcenteratmosphaere. Weitere Erkundungen fuer den morgigen 2. Teil der Marathonroute. Und zum Schluss eine wohlverdiente Massage fuer die strapazierten Muskeln und Sinne.

Bangkok 

Der Shoppingendspurt beginnt erst nach einem gemuetlichen und vielfaeltigen Fruehstuecksbuffet im Anlilhotel. Herzlichen Dank an Anlil, dass wir mit euch ein Abschiedsluxusfruehstueck geniessen durften! Mit vollen Baeuchen entscheiden sich Santom fuer Kleiderumorganisierung und -deponierung mit anschliessendem Internetcafebesuch. Anlil hingegen konnte nichts bremsen und stuerzen sich voller Energie in die lockende thailaendische Einkaufswelt... Treffpunkt mit Sack und Pack beim Abendessen - Doch waren die Taschen enttaeuschend klein und die abgelaufenen Kilometer unendlich lang...

Das letzte gemeinsame Essen... Gediegen, sehr thailaendisch und gut aber auch mit Abschiedsgefuehlen gespickt. Den digitalen Wecker auf dem Tisch hoert man foermlich ticken, dabei sollte er uns nur die Zeit nicht vergessen lassen.

So geht der Anlilbesuch seinem Ende entgegen. Uns wurde schon in den letzten Tagen bewusst, wie wertvoll es ist, diese zwei Freunde fuer einige Wochen bei uns gehabt zu haben. Und wie wir diese Freundschaft schaetzen und geniessen. Es waren wunderschoene gemeinsame Tage, es gab viele tiefe Gespraeche, auch viel zu entdecken und zu lachen. Wir spuerten viel Gemeinsames, Bekanntes und Vertrautes. Mit Lilo und Andreas ist ein bisschen "Zuhause" zu uns gekommen. Danke. Wir vermissen euch.