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Das chinesische Volk

Geschrieben von Tom   
Saturday, 30. September 2006

Mitten im Reich der Mitte

Etwas "veraengstigt" sind wir schon nach China gekommen - nach der herrlichen Ruhe in der Mongolei erschien uns die Anpassung an dieses vibrierende China nicht einfach. Viel hoert man ueber die ihre Ellbogen einsetzenden Chinesen, welche wo auch immer sie koennen draengeln. Laut sollen sie dazu noch sein und spucken sollen sie wie ausgewachsene Kamele - und davon soll es in diesem Land ja ueber eine Milliarde geben.

Einiges stimmt sicherlich davon, doch waren wir bereits bei unserer Ankunft positiv ueberrascht - ueberall waren lachende Gesichter zu sehen, die uns mit Interesse aber meistens einer vornehmen Zurueckhaltung begegneten. 

Laut geht es im Land der Mitte wahrlich zu und her - hier bedeutet Laut sein Erholung, weil sie die Ruhe in ihren Herzen tragen. Erholung muessen die Chinesen also fast ueberall finden.... denn jeder Autofahrer kuendigt mit Hupen an, dass er jetzt dann kommt, vor fast jedem Geschaeft schreit einem ein Verkaufer mit Megaphon an (oder hat seine wichtige Nachricht darin abgespeichert und spielt diese von morgens frueh bis abends spaet ununterbrochen ab). In den wenigen Shops ohne Megaphon haengt dann aber davor ganz bestimmt eine Zikade und macht mit ohrenbetaubendem Zirpen bis zu ihrem Tod auf sich oder doch eher den Shop aufmerksam - wir haben es noch nicht rausgefunden.

Wie um das Bild noch abzurunden laufen viele in ihre Pijamas herum, spielen, kochen, essen, argumentieren, schlafen (im Bett) auf der Strasse, laufen rueckwaertsgehend durch die Stadt, tanzen und singen oder kaligraphieren vergaengliche Kunst mit Riesenpinsel und Wasser auf den Boden.

Dazu werden wir das Gefuehl nicht los, uns in einem riesen Restaurant zu befinden. An jeder Strassenecke werden allerlei chinesische Koestlichkeiten wie Schweinekoepfe, Huehnerfuesse,  Spiesse mit Huehnerherzen und   -Maegen aber auch viel knackiges Gemuese und herrlich frische Fruechte in allen Variationen dargeboten - traumhaft!


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In die Realitaet holt uns dann aber immer wieder einer der abermillionen chinesichen Drachen, die ihr gruenes "Feuer" tief aus ihren Bronchien in aller Lautstaerke auf den Boden spucken. Aber auch die vielen oeffentlichen Toiletten (darin macht man uebrigens seine Geschaefte in aller Oeffentlichkeit, ohne Trennwaende) sorgen durch die emittierten Gerueche immer wieder dafuer, dass wir merken nicht vor einer Leinwand zu sitzen und Bruce Lee zuzuschauen.

Als besoners effizient erachten wir den Fact, dass Kleinkinder ihre Hosen vorne und hinten offen tragen. Denn nur so kann sichergestellt werden, dass ihr Geschaeftlein unbeschadet die Strasse erreicht.....andere Laender - andere Sitten!


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Trotz allem - oder vielleicht gerade deswegen fuehlen wir uns hier sehr wohl. Wir schaetzen die Offenheit, Hilfsbereitschaft und vor allem den Humor der Chinesen sehr. Man kann sich ja  vorstellen wie verloren dass zwei Schweizerlein in diesem Land und vor allem mit dieser Sprache und Schrift manchmal sein koennen. Haende und Fuesse, Geduld und eine grosse Portion Offenheit, laechelnd auf die Leute zugehend haben wir hier schon bei vielen Chinesen eine grosse Herzlichkeit und Sympathie zu spueren bekommen und sind dankbar mitten in diesem Volk des Reichs der Mitte einige Wochen verbringen zu duerfen!

Wir freuen uns auf mehr.... doch bevor suchen wir hier in Pingyao (einzige Stadt in China mit intakten Stadtmauern aus der Mingdynastie) etwas unsere Ruhe und versuchen so der Reizueberflutung einen Moment zu entwischen.