| Die drei grossen Schluchten und ihr Damm |
| Geschrieben von Tom | |
| Tuesday, 17. October 2006 | |
Eine Cruise haben wir gebucht - vier Naechte und drei Tage auf dem Jangtze sollen es werden. Vorbei an tiefen Schluchten teilweise nur 100m breit, unbewohnten Huegeln, bewachsenen Terassenfeldern.
Wir wussten, dass schon im 1999 ueber 100 Risse in der Staumauer entdeckt wurden. Wussten, dass deswegen mehr als 1.3 Millionen Menschen umziehen mussten und dass das urspuengliche Budget von 25 Milliarden Dollars um 50 Milliarden ueberzogen wurde. Wir kennen die Angst, dass sich der Jangze hier vielleicht in den weltgroessten Abwassertank verwandeln koennte. Es ist halt auch hier nicht alles Gold was glaenzt...
Wir wussten also, dass sich so einiges veraendert haben koennte und ganz bestimmt noch stark veraendern wird.
Es ist inzwischen 19 Uhr in rund 2 Kilometer Entfernung koennen wir eine gewaltige Mauer ausmachen und Kranen. Dann sehen wir den Visitorpark mit Lichtshow, ab dann saumt eine Mauer die Strasse und wir sehen nicht mehr viel. Logisch der Neugierige soll die 15 Euro bezahlen und nur die ofizielle Sicht haben. Naja das ist auch China. Wir boarden unser Schff, fragen uns ob es nun unsere Titanic oder eher Loveboat werden wird? ...aha die Cruise geht nur noch 3 Naechte und 2 Tage und aha um aufs Oberdeck zu kommen muessen wir nochmals 11 Euro bezahlen - eben es ist alles etwas anders. Es folgen zwei ruhige Tage mit eindruecklicher Kulisse, Ruhe und trotzdem Sturm (wir sind ja immernoch inmitten von Chinesen, die einach nicht ruhig sein koennen) Man bemerkt den steigenden Wasserpegel gut. Am Ufer ringen teilweise ueberflutete Pflanzen um ihr ueberleben, Bauern nutzen die Felder ein letztes Mal und ernten nur ab was unmittelbar vor der Ueberflutung steht. Ich halte Ausschau nach halb gefluteten Hausern doch es scheint als ob die Chinesen diese Zeugen des Opfers wegputzen. Am dritten Tag, morgens um 5.30h, erreichen wir Chonquin und tauschen unser kleines 2er Zimmer gegen den Strassenlaerm. Wir sind auf der Suche nach Mr. John. Er ist der Agent, der uns diese Bootsfahrt vermittelt hat. Wir wollen einen Drittel unseres Geldes zurueck - wir haben schriftlich 3 Tage gebucht und nur 2 gekriegt. Wir rechnen uns schon aus, dass wir zur Polizei gehen muessen oder Lonely Planet schreiben um diese Agentur nicht weiter zu empfehlen, denn wieso sollte uns ein Chinese Geld zurueckgeben nachdem wir alles in Anspruch genommen haben? Einmalmehr eine Ueberraschung.... Kundendienst ist in China vielen bekannt.... Hr. John entschuldigt sich, meint, ja das haette er sagen sollen und es taete ihm Leid, dass wir nicht 100% zufrieden waeren.
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