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Chinatagebuch der dritten 30 Tage....

Geschrieben von Tom   
Monday, 18. December 2006
  •  Hong Kong - 19. - 22. Nov. 2006



China oder doch nicht... wir passieren die Grenze, den Zoll und reisen in ein anderes Land? Oder doch nicht? Hong Kong gehoert wohl seit 1.7.1997 zu China blieb aber trotzdem Hong Kong, mit eigener Waehrung, Zoll usw....hier treffen wir Markus, der fuer ca. 10 Tage mit uns reisen wird und verlaengern das China Visum nocheinmal um 30 Tage.
Die Stadt ist europaeisch und doch nicht, die Toiletten endlich wieder sauber und man darf sogar  das Papier runterspuehlen..... Skyline mit Lasershow, typisch unfreundliche Stadtmenschen, viel uberteuertem Elektronikschrott, Pissoir mit Aussicht in der Felixbar (wo 3 Getraenke ein Chinatagesbudget fuer 2 Reisende auffrisst) aber trotzdem irgendwie faszinierend. Es regnet leider fast ununterbrochen, wir geniessen Markus, trinken guten Kaffee und Shoppen.... um die lange Zugsfahrt zu ersparen und mit Markus mehr von China zu erleben entscheiden wir uns fuer einmal fuer den Flug anstelle den Zug nach Guilin. 


 SanTomMar in Hong Kong 


 

  • Yangshuo - 22. - 25. Nov. 2006


Eine der bekanntesten Landschaften Chinas...


 In Yangshuo am Li Fluss


ueber 20000 Karstkegelberge, ein malerischer Fluss oder chinesisches Disneyland?  Im Sommer wohl schon...aber fuer Markus als "China Light" Einfuehrung gut geeignet.  
Die Landschaft ist wirklich superb... wenn es nur nicht immer regnen wuerde. Bootsfahren auf dem Li Fluss, leichtes Wandern, Massagen wo Markus sogar ein Hotcupping probiert - in Europa nennt man das schroepfen, in der TCM hingegen kann man aus der Reaktion allerlei heraussehen - und viel gemuetliches Zusammensitzen stehen auf dem Programm.


Hotcupping - der arme Markus



  • Ping'an - 26. + 27. Nov. 2006


Der Wetterbericht sagt besseres voraus und so wagen wir uns, trotz abratenden lokalen StImmen, in die Gegend von Longsheng vor. Nach fast 5 Stunden Busfahrt - auch dieser Bus haelt wieder an jedem Sauenstall an - kommen wir in diesem verschlafenen Bergdoerfchen an. Wir sind mitten in Nebel und sehen unsere Fuesse fast nicht... hier sollen wir also in diesen terassierten Reisfeldern sein? Wir hoffen auf besseres Wetter und verbringen eine erste kalte Nacht im Hotel. Tatsaechlich klaert der Himmel etwas auf und wir wandern zur alten Zhong Village - die spinnen die Chinesen - wieder ein Meisterwerk chinesischer Baukunst - Terassen soweit das Auge reicht - das waere ein Fotosujet im Fruehling oder im Sommer.....


 Reisterassen


 

  • Guilin - 28.11.2006


Markus fliegt morgen schon wieder zurueck nach Hong Kong, was fuer uns heisst, dass wir heute wieder zurueck nach Guilin fahren und Sandras Geburtstagsessen zusammenfaellt mit dem Abschlussessen von Markus. Wir spazieren vorbei an Restaurants wo davor von lebenden Schnecken, Froeschen und Fischen bis zu Schlagen, Ratten und Fasanen so alles in kleinen Kaefigen auf ihren Tod warten. Als dann vor unseren Augen einer  dieser Voegel mit voller Kraft auf den Boden geworfen wird entscheidet sich Sandra fuer einen vegetarischen Abend und wir landen in einem Sichuan Style Hot Pot Restaurant mit feinem chineschischem Camay Rotwein (danke Markus!).


Ein echtes Fondue Chinoise 

 

  • Auf nach Shanghai - 29.11 - 1.12.2006


Der Abschied von Markus am fruehen Morgen faellt Thomas sehr schwer - schoen zu spuehren wie wichtig dass mein Bruder ist und schade waren die 10 Tage so schnell vorueber !
Den Tag verbringen wir mit updaten von SanTom.ch, einkaufen fuer die bevorstehende lange Zugsfahrt und Teetrinken.
Spaet Nachts, um 1.30h, beziehen wir unseren Hard-Sleeper wo wir fuer die naechsten 29 Stunden zusammen mit fast 100 anderen Personen in offenen 6 Abteilen schlafen, essen und vor allem nach Shanghai reisen werden.


  Im Hardsleeper



  • Shanghai - 1.- 7.12.2006


Trotz der unerlaubt fruehen Morgenstund erwarten uns Dandy und Serjet am Bahnhof dieser 17 Millionen Metropole. Schoen die zwei in ihrer Heimatstadt besuchen zu duerfen.


Zu Hause in Shanghai


Auf der Taxifahrt nach Hause trauen wir unseren Augen nicht... sind wir hier wirklich in ChIna? Wohl eine der modernsten Grossstaedte die wir je gesehen haben - in China !?! Trotz der fuer uns Schweizer ungewohnten Groesse fuehlen wir uns hier von Anfang an wie zu Hause - sicherlich dank unseren zwei Freunden die uns mit grosser Herzlichkeit und Engagement ihre Stadt naehere bringen.
Shanghai ist cool - chineschisch und doch nicht ganz so fremd - modernste Architektur und Prunkbauten die den Vergleich mit Paris nicht scheuen muessten -  Wolkenkratzer neben Wolkenkratzer - alte Villen im franzoesischen Stil und traditionelle chinesische Stadtteile wie im Film - geordnet und sauber.


cooles Shanghai 


Selbst die Sonne und die Sterne sind ab und zu sehen, d.h. die Smogdecke ist duenner als in andere chinesischen Staedten. Das Essen - ein Traum. Unter lokaler Fuehrung erkunden wir chinesische Weltklasserestaurants, die in keinem Reisefuehrer stehen koennten und essen uns kreuz und quer durch die vielfaeltigste Kueche der Welt - vom muslimisch chinesischen Nordwesten bis an die Kueste von Guandong und weiter zu typischer Shanghai cuisine.... das Wasser laueft uns jetzt noch im Mund zusammen.
Am Sonntag sind wir eingeladen bei Dandys Eltern wo wir auch noch den Papa kennenlernen - und wie es der Zufall will kennt er den ehemaligen Nachbar von Thomas in Bruetten sehr gut... small world!


Dandys Eltern


Am Abend lehrt uns Mama wie man die weltbesten Jiaozi macht und zum Schluss gibt es noch einen Starbuckskaffee mit Aussicht auf den weltberuehmten Bund.
Am naechsten Tag lebt Sandra so richtig auf...wir besuchen den Heimwerkermarkt in Shanghai - was man da alles kaufen kann, und zu welchen Preisen.... Schwer beladen verlassen wir diesen Markt und suchen eine China Post um alles in die Schweiz zu senden. Atelier Artpiccolo wird wohl nun jedes Jahr einen Geschaeftsausflug nach Shanghai machen muessen.

Serjet hat im chinesischen National Geographic ueber Fengshuang gelesen und hat nun auch Dandy davon uberzeugt.... am Donnerstag reisen wir dann zusammen aus dem hochmodernen Shanghaier Suedbahnhof in Richtung Zentralchina in die Provinz Hunan.


Suedbahnhof in Shanghai



  • Changsha - 8.12.2006


19 Stunden und ueber 1200km spaeter erwachen wir in der Hauptstadt dieser Provinz - ein eiskalter Wind blaest uns ins Gesicht und wir muessen leider wieder unsere Handschuhe usw anziehen. Wir kaufen Tickets um in der selben Nacht nochmals eine Nacht im Zug zu verbringen, was diesesmal etwas komplizierter wird. Es hat von hier nach Jishou keine Sleepertickets mehr, doch verkauft sie uns trotzdem ein solches Ticket, einfach erst ab der naechsten Haltestelle. Bis dort muessen wir dann im Hardseater ausharren und duerfen auch nicht auf unser nicht besetztes Bett wechseln.... naja wenigstens ein Bett!
Changsha ist die Brutstaette vieler fuehrender Personen in China. So wurde Mao etwas ausserhalb geboren und ging dann hier zur Schule. Dies ist hier auch fast die einzige Touristenattraktion und nachdem wir diese seit ueber 2000 Jahren existierende Universitaet besucht haben bleibt uns nichts anderes uebrig als den Rest des Tages mit Fussmassage und Kaffee um die Ohren zu schlagen.


  Fussmassage in China ist genial


 

  • Fengshuang - 9.12.2006


Ein Dorf wie aus dem chinesischen Bilderbuch - und im Lonely Planet nur mit einer Zeile erwaehnt?


Fengshuang auch Phoenix genannt Fengshuang by night


Trotz aller Schoenheit - es ist zu kalt hier! So setzen wir uns am Abend an den Computer uns surfen nach waermeren Destinationen in China.

 

  • Nach Hainan -  10.+11.12.2006


Im Bus nach Haihuo - Schlafwagenticket nach Nanning
kaufen.... ufff - wir sind zu spaet und koennen nur noch vier Hardseats ergattern....11 Stunden im sitzen mit Chinesen zwischen den Beinen die nur Stehplaetze vermoegen ...schei... wir hoffen auf den "Liang mi Lauwei" Bonus!
Nachts bei der Ankunft des Zuges stuermen wir dann zu viert den mittleren Teil des Zuges. Hier kann mann naemlich noch die nicht verkauften Plaetze upgraden, doch sind dazu spitzge  Ellbogen erforderlich. Die scheint Dandy zu haben, wir haben ein Softsleepabteil ergattert und zahlen gerne mehr dafuer.
Ankunft in Nanning, weiter mit dem Bus nach Beihai, Tickets kaufen fuer die Nachtfaehre nach Hainan und den verbleibenden Tag mit Spazieren am Beach, gutem Seefood und wiedereinmal Kaffee um die Ohren schlagen. Wir sind alle total uebermuedet und freuen uns auf unsere 4er Kabine im Schiff und vielleicht sogar auf eine Dusche..... Grosse Enttauschung.... ist das hier der Kartoffellagerraum der Fahre?


Kartoffelgestelle oder Bett 


Ein schaebiger, mickriger, fensterloser Raum 2 mit Leintuechern bespannten Lagergestellen drin.... wir fragen nach einen Upgrade und schauen uns die 20 Euro teurere Kabine an - Kartoffelgestelle mit Fernseher... naja also noch eine weitere Nacht mit wenig Schlaf. Wenigestens geht es nun wirklich in die Waerme, doch soll dort bald ein Taifun an Land kommen..


  • Sanya, das Hawaii Chinas - 12.-15.12.2006


Taifun.....davon ist am naechste Morgen weit und breit keine Spur. Juhuiiii das erste Mal seit mehreren Wochen nur im T-Shrirt. Nur noch 4 Stunden im Bus trennen uns von unserem Ferienort Sanya, dem fast suedlichsten Punkt Chinas. Ein Appartment haben wir hier gemietet, zwei Zimmer, 100m vom Beach fuer 32 Euros die Nacht - das wird wohl eine Schrottlaube sein. Nach so langer  Fahrt waere etwas huebsches noch schoen, alles ausgebucht - es ist Hochsaison hier. Wir kommen an und kommen aus dem Stauen nicht raus. Ein topmoderner Gebaudekomplex steht vor uns. Mit Reception und allem.... im 17 Stock sind wir und haben sogar einwenig Meersicht.


Unser Appartement in Sanya


Einziger Minuspunkt - all das haben schon tausende Russen vor uns entdeckt und verbringen hier den Winter, dementsprechend sind die Restaurats auf russisch angeschrieben und wir immer wieder in dieser Sprache angesprochen....

Auf dem Fischmarkt decken wir uns mit allem ein, was das Meer hier zu bieten hat - Fisch, Krebs, Frosch, Tintenfisch, Garnelen, Muscheln werden in den nachsten Tagen mit meisterlicher Hand vom passionierten Hobbykoch Serjet fuer uns zubereitet.


Frosch in Hainanmmmhhh... fein


Erst in den letzten Tagen - auf Reise mit unseren chinesichen Freunden - wurde uns bewusst, was man ohne chinesiche Sprachkenntinisse in China vor allem in Sachen Food alles verpasst -  ein kulinarisch gesehen einmaliges Land! Immer noch ist vom angekuendigten Taifun "Utra" nichts zu merken....anstelle herrliche Temperaturen und angenehm warmes Wasser - wir beklagen uns nicht!


Beach..... 


 

  • Kunming - 16.12.2006

Am morgen noch geniessen wir die Beach fuer zwei Stunden, doch dann heisst es Abschied nehmen vom Strand und leider auch von unseren Freunden Dandy und Serjet. Sie fliegen heute zurueck nach Shanghai und wir haben uns entschlossen antstelle von 2 Tagen im Bus, Schiff und Zug den Weg nach Kunming per Flugzeug zurueckzulegen. In Kunming angekommen versuchen wir auch gleich weiter nach Jinghong in  der Region von Xishuanbanna zu fliegen um den 12 Stunden Busride zu ersparen - man soll Flugtickets fuer nur 20 Euros kriegen und der Bus kostet 17 Euro! Doch wir haben kein Glueck.

 

  • Jinghong Xishuanbanna - 17. + 19.12.2006

  Am 18. sind wir 11 Stunden im Sleeperbus unterwegs - was erst eine Horrorvorstellung fuer Thomas war hat sich waehrend der Fahrt ins Positive veraendert - ist fast angenehmer als ein Sitzbus.


sleeperbus


Hier ist die letzte groessere Stadt fuer laengere Zeit, deshalb heisst es am zweiten Tag Jinghong organisieren, Geld wechseln, Email schreiben, Infos ueber Laos einholen, planen usw. Am 21.12.06 lauft unser Chinavisum aus und wir muessen bis dann spaetestens die Grenze in Laos erreicht haben.


Jinghong in der Grenzregion zu Laos

 


  • Mengla Xishuanbanna - 20.12.2006 

5 Stunden im Bus, nun sind wir noch einige Kilometer von der Grenze entfernt - Good Luck und Bad Luck in einem.... ein Bus faehrt ueber die Grenze bis nach Luang Namtha, ohne umsteigen - aber Geld wechseln koennen wir hier in dieser Stadt nur bei einem inofiziellen Strassenhaendler, die im Lonely Planet erwaehnte Bank of China gibt es nicht mehr... naja...hoffentlich sind alle Noten echt.... am Zoll werden wir mit den ersten dieser bezahlen... wenn wir nicht verhaftet werden, dann leben wir noch heute.... 

Nach rund 17000 problemlosen Kilometer bleibt uns nur zu hoffen, dass wir den Grenzuebertritt nach Laos ohne Schwierigkeiten schaffen und wir duerfen auf mehr als drei Monate in China zurueckblicken - ein Land das uns fasziniert und dessen Menschen beruehren....