Discover with SanTom.ch

Come along and experience the WORLD with us!

Reiseempfehlung: Buchen Sie eine Reise mit SanTom!
Friday, 29. December 2006

 

Wer kennt das nicht? Die Unsicherheit ob der gewählte Reiseanbieter das Vertrauen rechtfertigt und ob man die lang ersehnten Ferien geniessen kann oder ob das ganze erst recht ein abenteuerlicher Trip wird.

Nun, in meinem Fall habe ich die Hinreise nach HongKong individuell gebucht und erwartete meine „Reiseleiter“ am Flughafen Chep Lap Kok zu treffen. Als erfahrener Weltenbummler wird man wegen ein paar Minuten Verspätung nicht gleich nervös, aber so nach einer Stunde Warten, kommt oben genannte Unsicherheit langsam auf. Nachfrage per Handy? Fehlanzeige, SanTom haben keines dabei!

Nach einer weiteren Stunde des Wartens ohne Nachricht, beschloss ich deshalb meine langjährige Pfadi-Erfahrung einzusetzen und mich selbständig zum gebuchten Hostel in der 7-Millionen-Stadt zu begeben. Kaum hatte sich der Bus in Bewegung gesetzt, kam ein SMS von der Combox rein. Ein kurzes, abgehacktes „drei Stunden Verspä.....“ war alles was Thomas mit 6 HKD raufsprechen konnte.... (der Rest wurde vom bekannten Standard-Combox-Spruch verschlungen)

So kurz diese Nachricht auch war, wenigstens wusste ich so, dass Thomas nicht auf dem Weg zum Flughafen war und wir uns nicht irgendwo kreuzen würden.

Mit dem Bus 21A in Richtung Kowloon.... an der 13. Bushaltestelle habe ich auszusteigen – super! Sonn-Abends um 18:30 wird an einige Haltestellen nicht angehalten, niemand will zu- oder aussteigen. Das Zählen der Stationen oder das Entziffern deren Namen fällt in der Dunkelheit auch nicht gerade einfach. Mithilfe eines zu Hause vom Internet gedruckten Stadtplans kann ich wenigstens ein paar Schilder von Quer-Strassen erkennen und so meine ungefähre Position bestimmen.

Ich verlasse den Bus auf Höhe am Ende der gut 2km langen Nathan Road und beginne mit der Suche nach Strassenschilder und Hausnummern. Kaum 100m weit gekommen, aber schon 10 Schneider-, Fake-Rolex - und Hotel-Anwerber abgewimmelt, laufe ich Thomas buchstäblich in die Arme. Super, was für ein Zufall! Das Hostel befindet sich nur 20m entfernt, belegt übrigens nur 1/10 des 13. Stockwerkes. Glaube kaum, dass ich so eine Lokalität ohne Hilfe gefunden hätte.

Auf dem Zimmer gilt es erstmals Wiedersehen zu feiern – Geschenke und allerlei Mitbringsel zu überreichen. Als Highlight des Tages gibt es gegen 19 Uhr (also CH-Zeit 12:00) einen typischen Sonntags-Zmorgen. Mit Zopf, ungesalzener Butter, Confi, Ovi für aufs Brot und in die Milch, Kondensmilch, Käse, Zimtsterne, etc. Eine Wohltat für die mit Sezuan-Food geschunden Mägen von Sandra und Thomas (auch wenn die Hefe bei Thomas für andere Körperaktivitäten führte).

Die nächsten zwei Tage in HongKong verbrachten wir, während wir auf das Visum für China warteten, vor allem mit Shopping, Marktbesuchen, Starbucks- und Pacific-Cafe, Massnehmen beim Schneider, Flug- und Fährentickets buchen. Selbstverständlich haben wir auch die abendliche Lightshow gesehen, waren in der Felix-Bar im Penninsula-Hotel und  sind mit Star-Ferry und dem Doppelstock-Tram gefahren.

Hong Kong Skyline

Hong Kong Lightshow 

Auf dem Night-Market bekomme ich eine erste Einführung in Preisverhandlungen à la Chinoise... 15 LED-Taschenlampen, kleine Geschenke, ein Stativ und weitere Kleinigkeiten kaufen wir so sehr preiswert ein.

Am Mittwoch können wir endlich unsere Pässe wieder abholen, dass China-Visum für 30 (weitere) Tage wurde erteilt. Mit dem Schnell-Boot fahren wir eine Stunde in die Sonderwirtschaftszone Shenzen rüber. Die Luft scheint hier unglaublich dreckig und verpestet zu sein, wir fragen uns, ob die Chinesen hier auch mal die Sonne sehen. Mit einer modernen Boeing 737-800 (auch wenn die Safety-Cards bei Hin- und Rückflug zum Teil von der alten 300er stammen) fliegen wir eine Stunde lang nach Guilin.

Von Guilin-Airport ins Stadtzentrum und weiter nach Yangshuo geht es per Bus... natürlich feilscht Thomas hier um einen günstigen Fahrpreis. Vor allem beim Bus nach Yangshuo gibt es ein paar interessante marktwirtschaftliche Lehrstücke zu beobachten. Die ersten Kilometer fährt der Bus mit ca 10km/h durch die Strassen, so dass der aus der Tür hangende Kontrolleur noch möglichst viele Fahrgäste anwerben kann. Da die neuen Fahrgäste ja ein Transport-Bedürfnis haben und der Bus in konstanter Bewegung ist, erzielt der Schaffner gute Fahrpreise. Selbst Markt-Verkäufer steigen mit Ihren umfangreichen Waren zu und fahren ein stückweit mit.

An der Stadtgrenze angekommen, der Bus ist mittlerweile so gefüllt, dass einzelne Reisende auf einem Plastikhocker im Gang sitzen müssen, entfernt der Chauffeur das grosse Schild mit der „Yangshuo“-Aufschrift. So wird er wie ein Bus einer Reisegruppe betrachtet und muss von seinen Zusatz-Einkünften keine Steuern abliefern. Kaum an der Kontrolle vorbei, wird das Schild wieder hinter die Scheibe geklemmt.

Yangshuo erleben wir als eine kleines, geschäftstriebiges chinesisches Städtchen, dass sehr stark auf chinesische und ausländische Touristen ausgerichtet ist. Kaum aus dem Bus gestiegen, werden wir von einem Dutzend Chinesen umringt, die uns alle in ein anderes Hostel- / Backpackers schleppen wollen. Wir finden schliesslich dank der Hilfe eines seit 6 Monaten in Yangshuo weilenden Amerikaners, ein kleines, ruhig gelegenes Hotel (On the Hill Inn) mit Dusche und normalem Klo für 60 RMB = 10 CHF pro Nacht + Zimmer. Am späten Abend geniessen wir ein erstes gemeinsames Chinesisches Nachtessen.

Der nächste Morgen verschlafen wir. Wir lernen die Fussgängerzone des Städtchens etwas besser kennen. Eine Haupt-Strasse, zwei oder drei weitere Strassen mit vielen Läden dran, ein Marktplatz entlang dem Fluss und eine handvoll Gassen und Abkürzungen. Also deutlich kleiner als die Winterthurer Altstadt... und trotzdem wird sich Sandra auch 2 Tage später noch verlaufen.

Lilly.....Während Thomas und Sandra eine Topf Suppe und Nudeln essen, werden wir von einer herzlichen Chinesin angesprochen. Lilly ist ca. 150cm gross, trägt immer eine “Great Wall”-Dächlikappe und ist spezialisierte Reiseleiterin für Fahrrad-Touren im Umland. Als Referenz zeigt Sie uns ein Fotoalbum mit wunderschönen Fotos von unberührten und touristisch wenig entdeckten Landschaften. Eines der Fotos soll die Prinzessin von Schweden zeigen... na ja, blond und hübsch war die Frau schon...  aber um wirklich sicher zu sein, hätte ich in der Vergangenheit mehr Glückspost, etc lesen sollen. Wir beschliessen am Folgetag mit Lilly eine solche Fahrrad-Tour zu machen. Den Tag endet mit einer Massage, Pizza (Sandra), Red Thai Curry (Markus) und Spaghetti-Bolognaise? (Thomas).

Der nächste Morgen – zum Glück regnet es... so muss ich mich nicht den ganzen Tag auf einem zu kleinen chinesischen Drahtesel sitzen! Wir treffen Lilly trotzdem und vereinbaren eine Bootstour zu machen. Lilly organisiert dazu ein kleines Motorboot mit Fahrer nur für uns. Durch die malerische Flusslandschaft Guilin Landschafttuckern wir rund 2 Stunden flussabwärts. In der Zwischenzeit hat es aufgehört zu regnen. In einem kleinen Bauerndorf essen wir zu Mittag und auf dem Rückweg besuchen wir noch ein Künstlerdorf wo wir ein schönes China-Bild und ein Banner mit Schriftzeichen erstehen. Zurück in Yangshuo lassen wir uns wiederum von einer Massage verwöhnen, wobei das von mir ausgewählte Hot-Cupping (Schröpfen) nicht wirklich entspannend ist, sondern eher schmerzhaft. Nachtessen und Cheesecake zum Dessert.

Am nächsten Tag planen wir auf eigene Faust eine Wanderung zu unternehmen. Voller Reinfall... nach zwei Stunden Fussmarsch entlang einer Hauptstrasse (einziges Highlight – chinesische Teigwaren sind zum trocknen aufgehängt)chinesische Teigwaren trocknen, erreichen wir endlich das andere Flusstal. Obschon bei der Brücke die Touri-Disney-Land-Flosstouren zu Ende gehen und der ganze Marktplatz voll Souvenir-Verkäufer ist, gibt es hier nichts zu essen. Sandra versucht hier ein Fahrrad zu mieten und wird bei einem Stand sogar fündig... ein 3er-Tandem! Allerdings für Menschen über 170cm nicht geeignet! Deshalb gehen wir zu Fuss ein wenig dem Fluss entlang, bis wir zu einer der Attraktionen der Flosstour stossen. Bei einem Damm kann man 3 Meter Höhendifferenz überwinden. Natürlich kann man davon ein Foto ausgedruckt erhalten (Computer und Drucker mitten auf dem Damm aufgestellt) und wem dass zu wenig abenteuerlich erscheint, kann sich noch auf einem echten Pferd oder Kamel ablichten lassen.... voll Disney-Land! 

Abenteuerlich war dann unsere Rückfahrt nach Yangshuo – 9 Personen in einem kleinen Suzuki-Büssli.... Nach Internet-Cafe, Coiffeur (Sandra), Digital-Fotos brennen und MP3 sortieren (Thomas + Markus) haben wir zum Nachtessen die Spezialität der Region „Bier-Fisch“ ausprobiert. Sehr zart und schmackhaft... der Besuch in der Küche jeder eher unappetitlich. Mit dabei sind wiederum Lilly und Sandras chinesische Coiffeur-Bekanntschaft (hat Ihr den Weg zum Coiffeur gezeigt und dann Gesellschaft geleistet um etwas Ihr Englisch zu üben).

Nach 4 Nächten in Yangshuo führt uns die Reise zurück nach Guilin und von dort aus weiter nach Ping An. Fast hätte uns die Dame am Billetschalter vom Guilin-Busbahnhof ans andere Ende von China geschickt. Wegen mangelnder Englisch-Kenntnisse verkaufte Sie uns Tickets für einen Sleeper-Bus für eine 8h Busreise. Erst beim Einsteigen in den Bus hat Thomas realisiert, dass etwas nicht korrekt verstanden wurde. An einem anderen Schalter, wo man wenigstens ein paar Worte Englisch verstand konnte er die Tickets umtauschen und 10 Minuten später fuhr dann auch der richtige Bus.

Kurz vor der Dämmerung sind wir bei den Reisfelder von Ping An angekommen. Allerdings haben wir wegen dichten Nebels von der malerischen Landschaft mal nicht viel zu sehen bekommen. Ein wiederum günstiges Hotel-Zimmer mit Dusche und chinesischem Steh-Klo gabs hier sogar für 50 RMB.... dafür war dieses Zimmer weder geheizt (Zimmertemperatur ca 4 Grad) noch mit Fernseher, etc ausgerüstet...

9 Jahre und spricht schon englischBeim Nachtessen im Dorfkern wurden wir erneut auf Englisch bedient  - nichts aussergewöhnliches, auch in den vergangen Tagen war Englisch gespickt mit den paar Brocken Chinesisch von Thomas und Sandra eine gute Wahl – ausser dass diese Kellnerin ganze 9 Jahre alt war und nebenbei Ihre Schulaufgaben löste!  Das Essen, erneut köstlich! Frierend verbrachten wir eine Nacht im Nebel. 

Eine kurze Wanderung zum Nachbarsdorf gab uns am nächsten Tag die Gelegenheit tolle Fotos von den Reisterassen zu machen und Sandra zeichnete sich als Tierretterin aus, indem sie einem kleinen Küken eine lästige „Fusskette“ operativ entfernte. Wir staunten über die geleistete Arbeit beim Erstellen der Terrassen, das ausgeklügelte Bewässerungssystem und die Schönheit der Landschaft... bis der Nebel wieder dichter wurde und wir beschlossen am nächsten Morgen früh von diesem niedlichen „Kaff - in the middle of nowhere“ zu fliehen.







Reisfelder in Ping an

An Sandras Geburtstag war also früh aufstehen angesagt. Dafür sind wir bereits zur Mittagszeit zurück in Guilin, haben genug Zeit um ein Hotel zu suchen – Thomas verhandelt mit einem 3 Stern Hotel gleich beim Bahnhofplatz erfolgreich und bekommt ein Standard-Zimmer für rund 220 RMB – in der bereits ausgebuchten Jugi hätten wir auch 160 RMB für ein Zimmer – aber ohne Dusche/WC – bezahlt. So konnten wir endlich wieder mal ein Bad nehmen, Kleider waschen, neu packen und dann auf ins Shopping-Paradies Guilin... hier gibt es alles, vom Teebecher, Megaphon für den Kindergarten, über einen 1-RMB-Ramschladen (der die gleichen Sachen wie in Europa die 1 Euro/1Pfund-Läden verkauft... halt eben rund 10mal günstiger), etc

Erschöpft von soviel Konsum-Wut gehen wir in einem extrem noblen Pizza-Hut einen Cappuccino trinken und ein Stück Kuchen essen. Zum Nachtessen lassen wir uns dann mit einem Velo-Taxi chauffieren und entschliessen uns dann beim einzigen Restaurant ohne lebende Viecher vor dem Eingang essen zu gehen (die Küche hat hier halt einen Hinterausgang). Nachdem wir zuvor vor einem anderen Restaurant beim Live-Schlachten von Fisch und Vogel zugeschaut haben, wünscht sich Sandra, dass wir kein Fleisch essen. Gnädigerweise dürfen wir dann doch ein wenig Rind-Fleisch für unseren Feuertopf (original Fondue Chinoise) bestellen...  chinesischer Wein (nicht Great Wall) und interessante Tischnachbarn tun das Ihre zu einem gelungen Abend bei.

Fazit: Nach Ankunft im Hostel in HongKong und während den 10 Tagen unterwegs mit Thomas und Sandra konnte ich mich immer auf die Organisation der beiden verlassen. Ich konnte fast wie ein Pauschalreisender nur geniessen und konsumieren. Hotel, Bus, Fähre, Flug, Reisedestinationen, alles war dank Lonely Planet und regem Austausch mit anderen Reisenden toll aufeinander abgestimmt – ein bisschen Abenteuer und Chaos bei den Transfers innerhalb China gehört wohl dazu. Ich kann allen Freunden von SanTom nur empfehlen, Ihre Ferien mit den zwei verbringen. Ihre Reise-Erfahrung nach bald 5 Monaten unterwegs befördert sie locker in den Status eines Reiseleiters! Buchen Sie Ferien mit SanTom!

(Anmerkung von SanTom: einzige Bedingung um mit uns Ferien verbringen zu koennen ist etwas Flexibilitaet und einen Bericht wie diesen zum Abschluss - danke Markus!)

Die Rückreise nach HongKong, letzte Einkäufe, mit der Standseilbahn zum Victoria-Peak rauf und zu Fuss wieder runtergewandert schliessen meine Ferien ab. (Nebenbei: Wieso heisst es „Central to Midlevel Escalator“? – weil es eben nur in die Richtung geht – Midlevel to Central ist nicht durchgängig und nochmals eine halbe Stunde Wanderung...).

Image