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Down-under #3
Geschrieben von Sandra   
Monday, 24. September 2007
  • 20. - 21.8.07 Exmouth

  Nach diesen wunderschoenen Tagen im Ningalooriffparadies, dem Verbundensein mit der Natur geht es wieder zurueck in die "Zivilisation". Lebensmittel einkaufen, waschen, interneteln und so mit der Welt erneut in Verbindung treten. Auch wenn wir manchmal das Gefuehl haben, die Welt sei fuer uns einen Moment stehen geblieben, scheint sie sich doch immer weiter gedreht zu haben...


OZ Streets,,, und unsere Vorbereitungen dafuer!!!!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Nach getaner Arbeit fuert uns unser Weg weiter dem Sueden entgegen. Carnarvon, das Vegiparadies waret auf uns. Wahnsinn! Hier muessen wohl all die Gemuese und Fruechte fuer das ganze Land wachsen! Bananen, Mangos, Zucchetti, AUBERGINEN, Tomaten, Gurken, Avocados, Salate, Papaya... alles in Huelle und Fuelle, frisch vom Farmer und zu was fuer Preisen! Wo fliesst wohl das Geld hin, wenn 1 kg Bananen hier 90 Cents kosten und in den Laeden sonst bis zu 9 Dollars ???? Buerokratie ??? Logistik ??? Transportitis... Die Bananen werden in Carnarvon gepflueckt, an Grossverteiler weiterverkauft, in die Verteilzentrale nach Perth gefahren und von dort aus wieder ins ganze Land transportiert zu Woolworth, Coles... auch in diese nach Carnarvon. Arme Bananen. Arme Bauern...


Carnarvon und SandraWir haben uns mit allem nur Moeglichen eingedeckt, was wohl unmoeglich sein wird, alles gegessen zu haben, bevor es zu Doerrgemuese, bzw. -fruechten geworden ist:o) Ein Traum zwischen all den Bauernstaenden, den frischen Farben, suessen Dueften durchzuchlendern, hier und dort etwas zu probieren - und unglaublich aber wahr, Bekannte zu treffen. Westaustralien kann noch sooooo gross sein, doch irgendwie ist es eine kleine Welt fuer sich:o) John und Betty sind auf ihrem Weg zurueck nach Hause - in den Winter nach Perth. Und decken sich mit Bananen fuer Freunde und Familie ein:o)



Unser persoenlicher Gemuese- und Fruechtetransport geht weiter zu den Blowholes. Vor lauter Einkaufen haben wir die Zeit vergessen und die Sonne geht unter, bevor wir am Ziel sind. Augen auf, Kaenguruhs sind unterwegs! Ohne Zwischenfall erreichen wir die Kueste, die Wasserfontaenen, die es im Abendrot durch die Loecher im Gestein mit viel Getose dem Himmel entgegen prescht. Abwechslungsweise, gerauschvoll mit den Riesenwellen, die dem Kliff entgegenschlagen. Kraftvoll - eindruecklich. Nicht nur dieses Schauspiel, sondern auch die grosse Tafel an dieser Stelle: King waves can kill...





Blowholes 


Unser Zelt schlagen wir diese Nacht einige Meter weiterhinten im Schatten des Leuchturmes auf. Der Lichtkegel streift im Rhythmus ueber uns, der kuehle Nachtwind blaest um uns und die Ruhe in uns bringt uns ins Traumland noch mehr reifer Fruechte und knackigem Gemuese.


  • 22. - 24.08.07 Red Bluff

Am Morgen wecken uns das Getose der Wellen und die immer wieder aufheulenden Fontaenen. Diese Kueste scheint ihre Ruhe nie zu finden. Als einzige lassen sich wohl die Wale von diesem Spektakel nicht beeindrucke. Nur einige Meter von uns entfernt blasen diese Riesen ihre Wasserfontaenen mit den Blowholes um die Wette dem Himmel entgegen.


Wale vor der Kueste


Fuer uns beginnt jetzt die staubige Holperfahrt zum Red Bluff. Wir haben gehoert, dass es dort schoen und DAS Surferparadies sein soll. Zwei Stunden Sandpiste, Busch und blauer Himmel... Dann eine Strassentafel, die uns eindeutig beweist, dass wir auf dem richtigen Weg sind:o)


Silvaplane im Outback ??? 


Das Silvaplana von Australien... Unglaublich schoen, wild, tief blau, saftig gruen... Der Wind streift auch hier auf und ab entlang der Kueste, produziert eine Traumwelle nach der anderen fuer die Surfer! Zeltplatz, Surfbretter, Sonne, "Maloyawind" - nur Tanja fehlt...


Wir lassen uns vom Wind verwehen, von der Aussicht berauschen, wandern dem Bluff entlang, scheuchen Heuguemper auf, die sich am Duft der Wildblumen betrinken, staunen ueber die Surfer, die mit ihrem Brett auf ihre Welle warten und mit der Kraft der Natur eins werden.

Red Bluff ist eindeutig auch Paradies fuer Nicht- oder Nochnichtsurfer...


Red Bluff


  • 24.08.07 Quobba Station

 Nach zwei Tagen Erholung und Entstaubung wollen wir es noch weiter wagen - bis ans Ende dieser Staubstrasse. Wir versuchen es mit etwas weniger Luft in unseren Pneus, vielleicht rattert, knattert und schuettelt es uns dann nicht so fest durch. Tatsaechlich, fast wie auf einem Luftkissen fahren wir dem Strassenende entgegen, wo sich die Gnaraloo Farm befindet. Gutes Auto - guter Fahrer. Hier soll der Sohn von Lindsay und Marion arbeiten, die unsere Nachbarn am Fortescue River Mouth waren.




Station WerkstattEine riesen Farm, viele kleine noch nicht fertiggestellte Bungalows, Schafe und wilde Ziegen. Leider war Andrew gerade fuer einige Tage nicht dort, dafuer lernen wir seine zwei Arbeitskollegen kennen, die mit ihm zusammen diesen Betrieb bewirtschafteten. Zwei Persoenlichkeiten fuer sich:o) Susie managt die ganze Administration und der Automechaniker, der alle moeglichen und unmoeglichen Motore am Laufen haelt, beeindruckt Thomas... Autowerkstatte ala OZ style;o)

Nach dem in der Garage fertig gefachsimpelt ist, entscheiden wir uns fuer einen Schnorchelgang am Gnaraloo Riff. Wie koennen wir nur immer noch schoenere Plaetze entdecken???

Die Gnaraloo Bucht ueberwaeltigt uns... Dieses Wasser! Ich bin sicher, dass die Farbe der Seele genau diese sein muss - nur schon der Anblick beruehrt, entfuehrt in eine andere Welt, in eine andere Dimension... 



Eintauchen, in dieses tuerkisblaue Wasser, den Ozean - in die Seele ... Zierliche Korallenarme strecken sich uns entgegen, verzweigen, blaue Spitzchen, Fische in den verschiedensten Blautoenen schwimmen drum herum und mitten durch... Ein Zusammenspiel, eine Einheit, ein Nehmen und zugleich Geben... sich tragen lassen, schweben - fast vergessen zu atmen...


most beautiful Beach in OZ 



Quobba StationReingewaschen machen wir uns wieder auf den staubigen Weg zurueck Richtung Blowholes. Dieses Mal uebernachten wir auf der Quobba Station. Eine weitere Riesenfarm - hier scheinen einzelne Farmen fast so gross zu sein wie unser ganzes Land zuhause! Wenn die Schafe auf diesem Grundstueck zum Scheren eingesammelt werden, reichen hier Pferd und Lasso nicht mehr aus... Motocrossraeder und ein Giroscopter werden hier eingesetzt um die Tiere zusammenzutreiben! Und die Schafscherer, die im ganzen Land umherziehen, werden pro geschertes Schaf bezahlt...

Wir brauchen zum Glueck keine Schaefchen zu zaehlen, wir schlafen von den vielen Eindruecken und Erlebnissen auch ohne bestens ein.



  • 25.- 27.08.07 Shark Bay und Monkey Mia

Shark Bay oder der Weg zu den Delphinen... Wir haben uns entschlossen, diese Touristenatraktion ebenfalls zu erleben. Wild lebende Delphine sollen dort bis an den Strand kommen und von Hand gefuettert werden koennen...

Sandras Traum......So fahren wir Richtung Shark Bay, besuchen unterwegs die Shell Beach. Entlang diesem Strand zu spazieren ist fast, wie auf einer grossen ausgeleerten Suppenmueschelipackung zu gehen... Kleinste weisse Mueschelchen knistern unter den Fuessen - jedes einzelne perfekt geformt, einfach mini. Was fuer winzige Lebewesen machen sich wohl dieses Schaelchen zum Zuhause? Ich koennte einmal mehr Saeckeweise einsammeln, bevor alles von den Mueschelchenfabrikarbeitern eingesamelt und zu Huehnerzusatzfutter gemahlen wird ... Warum sind meine Hosensaecke nur so klein?!

  Unser Zeltplatz ist ein Huegel, unter dem sich die Shark Bay und ueber dem sich der Sternenhimmel ausbreitet. Am spaeteren Abend gesellt sich noch ein Van zu uns, ein Deutsches junges Paar. So sind wir zu viert die Hueter dieses schoenen Ortes.

Wilde Delphine in Monkey MiaShark Bay Besucher......Am Morgen fahren wir weiter bis nach Monkey Mia, zu den Delphinen. Obwohl es einer DER Touristenatraktionen Westaustraliens ist, erscheint uns dieses Plaetzchen gemuetlich und ruhig. Die offizielle Delphinfuetterung haben wir verpasst, doch waehrend wir dort am Strand spazieren, taucht immer wieder mal ein Delphin auf und schwimmt uns entgegen. Gewunder? Hunger? Die Rangerfrau kommt ebenfalls ans Wasser, um sicher zu gehen, dass die Delphine wieder zurueck ins Meer zu ihrer Gruppe schwimmen - Fuetterungszeit ist bis morgen vorbei. Diese Frau hat wohl ihr Leben den Delphinen gewidmet - Ohrringe, Pins, Fingerring alles in Delphinform:o) Sie weiss sehr gut bescheid, wir Fragen ihr Loecher in den Bauch - bestimmt Fragen, die sie schon 1000 mal beantwortet hat. Sie erzaehlt und beantwortet - mit so viel Hingabe, dass wir noch mehr ueberzeugt sind, dass ihr Leben den Delphinen gehoert.

Dieser Ort hat erst im Lauf der Zeit immer mehr Touristen vom In- und Ausland angezogen. Vor etwa 30 Jahren war dies ein Platz, an dem Fischer ihrem Hobby nachgegangen und weit und breit kein Tourist hergepilgert ist. Einige Delphine muessen von diesen Fischern mit Koeder oder zu kleinen Fischen gefuettert worden sein, denn immer wieder sind die selben aufgetauch, liessen sich fuettern und wurden mit der Zeit richtig zahm. Seit diesen Tagen wurde der Geheimtipp, hier leicht zum Futter zu kommen, von Generation zu Generation innerhalb dieser Delphinfamilie weiter gegeben. Deshalb ist es bis heute so, dass immernoch nur aus der selben Familie welche auftauchen. Da sich dies aber auch unter der Menschenwelt als Geheimtipp weitergesprochen hat, sind immer mehr und mehr Menschen nach Monky Mia gereist, um diese zahmen Delphine von Hand zu fuettern und sogar zu streicheln. Dieses Phaenomen lockte zum Glueck auch Forscher und Tierschuetzer an. Denn mit der Zeit haben diese Tiere den Jagdinstinkt verloren, bzw. ihren Jungen nicht mehr weitergegeben und es wurden immer weniger. Das Gebiet wurde zum Marinereservat erklaert und Regeln mussten aufgestellt werden. Delphine durften nicht mehr selber gefuettert und auch nicht mehr beruehrt werden. Sie mussten wieder lernen, ihr eigenes Leben zu bestreiten. So ist es nun, dass heute drei offizielle Fuetterungen am Morgen statt finden, wenn Delphine aufkreuzen. Jeder Delphin hat einen Namen, Statistiken werden gefuehrt und nach striktem Ritual wird gefuettert. Nur erwachsene Delphine und ueber alle drei Fuetterungen hinaus hoechstens einen Drittel der Menge, den sie taeglich zu sich nehmen muessen. So sind sie weiterhin gezwungen, zurueck in die Tiefen des Meeres zu kehren, zu jagen, so auch den Jungen vorzuleben, wie es im "richtigen" Delphinleben eben zu und her geht. Nicht nur bei den Menschen hat die Vorbildsfunktion grossen Einfluss aufs spaetere Leben!

 DelphSan 

Das System scheint zu funktionieren. Die erwachsenen Delphine werden gefuettert, kehren danach wieder in ihre sozialen Gruppen zurueck. Die Weibchen mit Kinder leben untereinander, sozialisieren, jagen, spielen, saeugen. Die Maennchen sind unter sich, haben ihre Rangkaempfe, ziehen umher und suchen immer wieder die Weibchen auf. Auch hier viel Aehnlichkeit mit dem menschlichen Leben;o)

Wir haben Glueck, dass wir nach diesen Fuetterungen hier sind. So haben wir die Delphine einen Augenblick ganz fuer uns alleine... Neugierig legen sie sich auf die Seite neben deine Fuesse, schauen dich mit ihren dunkeln grossen Augen an. Beruehren etwas in dir, lassen dich spueren, kommunizieren als ob du der einzigste Mensch fuer sie auf Erden waerst...

Dann kommen mehr und mehr Fuesse, doch lassen sie sich davon nicht stoeren. Drehen sich, schwimmen wieder ins tiefe Wasser, schnaufen, springen, tauchen ab, leben ihr Delphinleben...

Vogel mit dem weltweit groessten Schnabel....Am naechsten Morgen sind wir mit all den anderen Fuessen wieder im Wasser und teilen diese Faszination mit vielen Menschen. Einmal mehr Glueck und ich werde aus der Menge von einer Waerterin auserlesen und darf einen Fisch der Delphinin Nicky fuettern:o) Nach der Fuetterung schwimmen die Delphine weg, die Touristen stroemen ebenfalls weg und zurueck in ihre Busse, Ruhe kehrt ein. Nur die gigantischen Pelikane halten Stellung und die Menschen, die nicht in Eile sind. Diese Riesenvoegel bekommen nun ihre Portion zu fressen. Gierig, draengelnd, den Riesenschnabel so weit wie nur moeglich aufsperrend. Davon watscheln und beim Rasensprenkler mit den Schnaebeln tappsig nach den Tropfen Wasser schnappen - klapp, klapp, klapp. Sich in den Sand legen und ein Verdauungsschlaefchen halten. Dann streckt einer die Fluegel, rennt mit viel Schwung und grossem Fluegelschlag ueber den Sand, stolpert fast, hebt ab und fliegt davon, segelt in aller Leichtigkeit ueber den Ozean...

Die letzte Nacht in der Shark Bay verbringen wir wieder in einer kleinen Bucht. Dieses Mal ganz alleine. Nur wir, unser Zeltchen und all die vielen kleinen weissen Mueschelchen um und unter uns. Wie Schnee, wie Meeresschneeflocken. Herrlich diese Zweisamkeit, die man in Australien immer wieder finden kann.

  

  



  • 28. - 29.8.07 Kalbarri

Uns zieht es weiter in den Kalbarri Nationalpark. Vor Sonnenuntergang erreichen wir den Z-Bend, eine Beugung, die sich durch die Schluchten wie ein "Z" schlaengelt.

Z Bend im Kalbarri NP 

Der Weg ist abenteuerlich, felsig, in allen nur erdenklichen Rottoenen und geht tief in die Schlucht hinunter. Klettern wie eine Berggeiss, ueber Stock und Stein. Wahnsinn, diese Felsformationen, diese Farben, diese Schichten.... Diese Schoenheit! Nur wir, der fast ausgetrocknete Fluss, der ueber die Steine plaetscherte und eine besinnliche Abenstimmung die sich ueber und um uns ausbreitet.

more of Kalbarri NP 

Lunar eclips....Wir entschliessen uns, unser Zelt oben auf dem Parkplatz fuer diese Nacht aufzuschlagen und vor Sonnenaufgang - vor allem aber vor dem Rager - wieder abzubrechen... Es ist ein ruhiger Abend, eine stille Nacht, nur wir und die Natur um uns. Und obwohl es eigentlich Vollmond sein soll, ist es stockdunkel. Es muss bewoelkt sein... Doch komisch, dass der Mond fast violet durch die Wolken schimmert... Und dann erst wird uns bewusst, dass sich das Schauspiel der Mondfinsternis ueber uns vollzieht... Mystisch enthuellt der Schatten der Erde langsam Stueckchen fuer Stuecken vom Mond. Gibt so ihm sein Licht wieder zurueck und die Schatten der Nacht koennen wieder um uns tanzen. Was fuer ein Naturwunder!

Am Morgen in aller Frueh steigen wir eine weitere Schlucht hinunter und machen uns auf den vierstuendigen Rundweg. Wieder ueber Stock und Stein, dem Flussufer entlang klettern, an wilden Ziegen vorbei und wieder auf die Anhoehe hinauf. Dieser Nationalpark ist zum ersten Mal kein "Sonntagsspaziergang" aber jedes Auf- und wieder Absteigen ist die Muehe wert! Diese Rauheit - diese Schoenheit...

 

 

Das Staedtchen Kalbarri ist einmalmehr wunderschoen an der Kueste gelegen. Der Wind blaest uns entgegen und kuendigt ein Sturm an. Wir geniessen die riesen Wellen und die Regentropfen vom Auto aus und beobachten, wie sich die Surfer ihre Bretter unter die Arme schnappten und sich in die Fluten werfen...

Die Kueste scheint ein unendlich langes Kliff zu sein, Wellen muessen ueber all die Jahre diesen rauhen Stein bearbeitet, Felsen neu geformt haben. Fasziniert sind wir einmal mehr und lassen uns vom Wind verwehen.




Surfer in KalbarriKalbarri Kueste

  









Wir schleichen von der Strasse und uebernachten bei einem Aussichtspunkt, nehmen im Sturm eine Dusche und waermen uns im Auto auf. Heute schlafen wir wieder einmal im Auto, unser Zeltchen wuerde in hundert Fetzen reissen, wuerden wir es aufstellen wollen...

Ich glaube, langsam aber sicher kommen wir dem Winter immer naeher. Verlassen mehr und mehr den Sommer im Norden indem wir weiter suedlich fahren...Die Naechte werden eindeutig kuehler! Morgen gehen wir unserem letzten Zwischenhalt vor Perth entgegen.

  • 30.8.07 - 1.9.07 Chapman Valley - Geralton - Pinnacles

Unabhaengiges Land in Australiensan with prince.jpgHutt River Province heisst unser naechster Stopp. Ein Laendchen im Land sozusagen. Eine Provinz, die sich durch eine Luecke im Rechtssystem vor Jahren unabhaengig erklaert hat. Vielleicht das einzige Land, das je ohne Blutvergiessen "erobert" wurde - von dem Prinz, der darauf wohnt...

  Wir haben die Ehre, Ihre Mayastaet hoechst persoenlich kennenzulernen:o) Ein altes kleines Maennchen - sehr klever bestimmt - mit seiner eigenen Kirche, seinem eigenen Gemeindehaus, der eigenen Post, eigenen Briefmarken, Muenzen und seinem eigenen "Schloss", das mehr einem heruntergekommenem Bauernhaus gleicht... Und genau dieser kleine Prinz fuehrt uns auf seinen Laendereien herum, zeigt uns alles, erzaehlt unglaubliche Storries und laesst uns Fotos mit offiziellen Staatsbesuchen bestaunen. So ist es nun, dass sich auf einer der Seite in unserem Pass zwischen all den Stempeln und Visa ein Einreise- und Ausreisestempel der Hutt River Province befindet:o)

Ein Original, dieser kleine Prinz, mit noch vielen Traumen - ich bin froh, habe ich meinen originellen grossen Prinz und viele Traume, die wir leben!

Die Naturstrasse der Hutt River Provinz fuehrt uns weiter Richtung Chapman Valley. Zwischendurch muessen wir anhalten, weil eine Boptail Lizard gemuetlich unseren Weg kreuzt. Eine lustige Echse, die von uns nicht davon rennt, dafuer uns aber immer wieder ihre schwarze Zunge energisch entgegenstreckt. Wir rennen auch nicht davon, nehmen uns Zeit, dieses Tierchen genauer zu betrachten.

Boptail Lizard.... 

Es geht eindeutig nicht nur mehr dem Winter, sondern auch dem Regen entgegen. Und langsam aber sicher wird es immer gruener und gruener. Schoen wieder einmal so viel saftiges Gruen zu sehen nach sooooo viel rotem Sand. Die immer mehr werdenden bunten Punkte in den gruenen Wiesen kuenden das Wildblumenparadies vom Chapman Tal an.

chapman valley Camping 

Wir finden dort einen offiziellen Gratiscampingplatz. Und wer wedelt uns da entgegen? Indi, Rhonda's Hund, den wir von Degrey River kennen. Small World ein weiteres Mal! Und ein schoenes Wiedersehen. 

Viel wird erzaehlt, schliesslich sind es fast zwei Monate her, seit wir uns getroffen haben. Und noch mehr wird gekocht. Ein rassiges Curry mit Gemuese von Santom aus Carnarvon, Ergaenzung aus Rhondas Van und Beef aus Colin's Wohnmobil (der dritte und letzte Camper auf dem Platz) schliesst den Abend ab.

Am anderen Tag geht es mit Rhonda, ihrem Hund und uns zwei in ihrem Van nach Geralton. Ein huebsches kleines Staedtchen. Einkaufen, Waesche waschen und eine heimliche Dusche im Backpackers... bis wir zurueck sind, ist die Sonne schon fast wieder am Untergehen - brrrr, kalt ist es!

 Pinnacles....

Heute ist Aufbruch zu den Pinnacles. Wir passieren das Tor zum Nanbung NP und sind mitten drin. Unglaublich, dass man tatsaechlich mit dem eigenen Auto auf einem vorgegebenen Weg durch dieses Naturwunder entlang fahren darf! Und wenn man all die anderen Autos ausblendet, ist es wirklich wahnsinnig faszinierend an diesen spitzigen Kalksteinformationen vorbeizukurven. Irgendwie ireal, wir fuehlen uns fast wie auf einem anderen Planet. Die Abendstimmung ist wunderschoen - auch wenn eisig kalt. Immer weniger Autos stoeren das Bild dieser aussergewoehnlichen Landschaft und die untergehende Sonne laesst diese Skulpturen erst recht in herrlichen Farben aufleben. Als es immer ruhiger und ruhiger wird, stolzieren sogar Emus quer durch diese besonderen Formationen und holen sich zurueck, was eigentlich ihnen gehoert.

Emus holen sich ihren Platz zurueck 

Uns ist es eindeutig zu kalt, die Nacht im Zelt oder im Auto zu verbringen. So leisten wir uns seit mehr als zwei Monaten wieder einmal ein Bett in einem Backpackers. Luxus pur. Auch wenn es nur ein Doppelstockbett ist:o)


  • 2. - 8.09.07 Duncraig, Perth

Lavender von MeekPoli

LavTom






Am Morgen danach machten wir uns auf die Suche nach dem Wildblumenparadies. Wahnsinn! Nie wuerde man eine so Vielzahl von kleinsten und feinsten Bluemchen in dieser rauhen Buschlandschaft vermuten. Anhalten, aussteigen und entdecken! Und nie wuerde man glauben, dass diese zarten Blueten Wind und Wetter in dieser harschen Natur trotzen! Ja! Wildblumenparadies... paradiesische Wildblumen... wilde Paradiesblumen...

Am Abend heissen uns unsere Yardie Creek River Freunde in Duncraig, Naehe Perth, willkommen. Sooooo schoen, Nataliee, Gary und Lavender wiederzusehen! Und soooo schoen, dass wir bei ihnen wohnen und uns zuhausefuehlen duerfen. Eine ganze Woche verbringen wir mit ihnen mit schwatzen, spielen, essen (australische- und Schweizerkueche), Babysitten, Auto putzen und Verkaufsangebote in Backpackers aushaengen, Adi und Lea besuchen, Computer installieren, Tasche naehen... Eine kreative Freundschaft leben, in einem kreativen Haus wohnen:o)






  • 9. - 14.9.07 Margaret River

Tom going SurfingLeider hat sich niemand auf unsere Autoanzeige gemeldet. So haben wir beschlossen, den Preis etwas zu senken, alles nochmals neu auszuhaengen und fuer einige Tage unsere Freunde in Margaret River, zu besuchen. Mez und Blair haben wir auch in Yardie Creek kennengelernt. Dort soll es nicht nur guten Wein geben, sondern auch gute Wellen. Sie leben fuer und mit der Natur. Ein Haus mitten in der Wildnis, Sicht auf das Meer, selber surfen und surfen unterrichten, Retreats organisieren und durchfuehren... mehr unter www.bluespiritretreats.com.au... Das ist der Ort, wo man nicht nur Surfwellen in Angriff zu nehmen lernt, sondern auch Wellen im Leben meistern lernen kann. Und so hat sich Thomas mit Neopren und Surfbrett in die Fluten gestuerzt:o) Ich bin froh, ist nicht nur das Surfbrett sondern auch er wieder an Land gespuelt worden...

Zwischendurch haben wir auch Bill und Muriel besucht, die gleich um die Ecke wohnen. Wir haben sie mit ihrem Hund Trix am Fortescue River Mouth getroffen. Sie besitzen eine Schafffarm und eine Kalksteinmine und fuehrten uns auf ihrem Grundstueck einen ganzen Tag lang herum. Wir lernten alle ihre vier Kinder kennen, die inzwischen mit ihren Familien an je einer Ecke des Gutes ihr eigenes Haus haben - nicht in Walking Distance... wie es hier halt so ist... und geniessen, mehr vom australischen Leben miterleben zu duerfen.

 

Bill und MorielDie Tage vergehen viel zu schnell. Unser Visum laeuft langsam aber sicher aus und Neuseeland mit Alison warten auf uns. Die richtigen Angebote fuer unser Auto wollten nicht eintreffen. Und unter dem Preis, den es fuer uns wert hat, wollten wir es nicht verkaufen. So nehmen wir dies als Zeichen;o) Wir beschliessen, das Auto bei Mez und Blair einzustellen und nach Neuseeland wieder zurueck zu kommen. Die Suedwestecke und den suedlichen Teil bis nach Sydney wuerden wir doch noch sooooooo gerne sehen...

Gesagt, getan. Das Auto verpacken wir wetterfest mit bauer Blache und orangem Maeschli. Es sieht wie ein richtiges Weihnachtsgeschenk aus, das wir nach drei Monaten Neuseeland wirklich um die Weihnachtszeit wieder auspacken koennen:o) Und so ist der Tag gekommen, an dem wir mit Mez' Schwester und ihrem Freund zurueck nach Perth an den Flughafen fahren. Beth arbeitet in den Mienen im Norden - Fly in Fly out. Christian ihr Freund hat sich selber im Minenbusiness in Perth vorgestellt und ueberlegt sich jetzt, ober da auch einsteigen will. Und wir...wir warten auf unseren Flug in meine "2. Heimat"... Aber vorher haben wir noch Zeit, eine Pizza im Cappuccino Strip in Fremantle zu essen und all das Erlebte, Entdeckte und Erfahrene der letzten drei Monate in Gedanken nochmals durch- und aufleben zu lassen...

unser Auto in StorageSelbstverstaendlich mit San Maeschli

Australien... Schwierigkeiten, uns wieder in "unsere" Kultur einzuleben nach elf Monaten Asien... teure Preise, alte Leute, viel zu weite Distanzen zwischen allem... viel zu entwickelt... und irgenwann schliessen wir Freundschaft mit diesem Land, mit den Menschen, mit den Kulturen, der unglaublich schoenen Natur.... Verbinden uns mit der roten Erde, dem unendlichen Sternenhimmel, der Weite, der Einsamkeit, DEM blau des Ozeans, der Seele... sind fasziniert und haben noch lange nicht genug davon...

 

just beautiful 

 

Bye Bye Australia, wir kommen wieder!