Discover with SanTom.ch

Come along and experience the WORLD with us!

Australien mit Mami und Papi

Geschrieben von Sandra
  
Tuesday, 4. March 2008

  • 12.2.08  Gumeracha, Ankunft von Mami und Papi

Die Nacht duerfen wir wieder in Gumeracha bei Jenny und Trevor im Queens Room verbringen. Trotz des herrlichen Bettes mit Traumbettanzug (was wir wohl zum letzten Mal zuhause hatten) kann ich nicht wirklich gut schlafen... Irgendwann meldete sich dann zum Glueck der Wecker und laesst diesen besonderen Tag offiziell beginnen...


endlich


Duschen, fruehstuecken, ab ins Auto und direkt zum Flughaften. Um 9 Uhr sollen sie landen. Das "komplizierte" Strassennetz von Adelaide, die grelle Morgensonne, der Verkehr - vielleicht auch einfach nur ich mit meinen Kartenlesekuensten - liessen uns vom schnellsten Weg abkommen... Gerade heute!!! Thomas hat mit seinem Pfadfinderinstinkt bald gemerkt, dass wir nicht mehr wirklich Richtung Flughafen fahren. So sind wir mit einem kleinen grossen Umweg dann doch noch dort gelandet, wo mein Mami und Papi schon seit fast einer Stunde gelandet sind... Die Zollformalitaeten waren nicht ganz einfach - wie waere es wohl herausgekommen, wenn die Zoellner gewusst haetten, dass Brot, Kaese, Kraeuter und noch viel mehr im Koffer gelegen haben????? Hauptsache ist, wir alle haben es geschafft. Vor allem haben wir es geschafft, zwei Welten zusammenzufuehren... Nach 1 ½ Jahren kann ich meine Eltern endlich wieder umarmen! Dieser Moment, die Umarmung, die Naehe und das Gefuehl lassen mich augenblicklich von einer erwachsenen Frau wieder zu ihrem Toechterchen werden... Ja, ich habe sie vermisst! So brauchen die Emotionen zuerst eine Pause bevor es weiter gehen kann. Ein Airportcappuccino gibt uns Zeit zum Verschnaufen, Ankommen...


.... no comment


Dann geht es in die Apollovermietung, wo unser Haus auf vier Raeder auf uns wartet. Papiere zum Ausfuellen, ein selbsterklaerender DVD und unsere Campererfahrung machen die Uebernahme kurz und buendig. So sitzen wir nur etwas spaeter schon in unserem Wohnmobil, halten zum Einkaufen - was viiiiiiel laenger geht als das Uebernehmen vom Apollo, bis alle OZ-Lebensmittel bestaunt wurden und Papi sich vom der Fleischabteilung loesen kann - und sind unterwegs zurueck zu Jenni und Trevor. Gumeracha ist unser erster "Campplatz". Jenny und Trevor starten den Grill und fuehren so Mami und Papi in die unglaubliche Gastfreundschaft und die Barbecue Welt der Australier ein. Papis Queens-English, Mami's Haende- und Fuesse-Sprachtalent lassen uns alle irgendwie miteinander kommunizieren und der erste australische Abend geht so gemuetlich zu Ende.

am ueben ???... auch Papi uebt... das heisst uebrigens nichts...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 







Der Wind wiegt Mami und Papi im Apollo in einen tiefen Schlaf,das Ruetteln und Klopfen der Aeste samt dem Jetlag wird ueber- und verschlafen. Wir verbringen unsere letzte schnarchelfreie Nacht fuer die naechste Zeit nochmals im Queens Room im Haus bei Jenny und Trevor.


  • 13.2.08 - Mannum

Nichts bewegt sich....Morgens um halb zehn klopfe ich dann mal an die Tuer um zu schauen, ob sie ueberhaupt noch da sind. Wir alle sind erstaunt ueber ihren unglaublich guten und vor allem laaaaangen Schlaf, obwohl des regelrecht gestuermt hat... Nichts desto trotz - Mami und Papi sind ausgeschlafen und fuer weitere austalische Abenteuer bereit!


Extended Family


Nach dem Fruehstueck mit richtig feinem italienischen Kaffee - danke Isabel fuer die Macchina, das war eine super Idee - werden all die "geschmuggelten Waren und die Schweizer Schaetze" ausgepackt und mit Freude entgegengenommen. Ist das schoen etwas "Heimat" zu erhalten, zu riechen, zu schmecken, zu lesen! Im Gegenzug werden Mami und Papi mit original gefaelschten Crocs ausgestattet, die sie offiziell zum OZ-Camper werden lassen. Danach fahren wir unserem ersten "oeffentlichen" Campplatz in Mannum entgegen. Eine wunderschoene Fahrt durch die Adelaide Hills, die vielen kleinen ersten germanischen Siedlungen und natuerlich nicht ohne Halt in der German Bakery in Lobethal, lassen die ersten Eindruecke von Australien spueren und an den grossen Campervanfenster vorbei ziehen. Bei der Erdbeerfarm Beerenberg in Hahndorf pfluecken wir die frischen Erdbeeren bereits in der Schale direkt vom Gestell - sonst wuerden wir nie wirklich weiterkommen;o) Und unglaublich aber wahr, diese reifen roten Beeren (sowie Thomas' Herz!) schreien foermlich nach Mami Brigitte's Erdbeerbirchermuesli;o)


Irgendwann fahren wir dem Muray River entlang - irgendwie erinnern uns diese Bilder stark an den Rhein... Und irgendwo dort ist unser Gratiscampplatz am Flussbett. Ein Pelikan und viele Wekas begruessen und beeindrucken uns... Mit der Faehre ans andere Ufer, ein Spaziergang durch das Doerfchen, Windowshopping und den ersten Besuch im Bottle Shop lassen Mami und Papi schon als halbe Australier fuehlen;o) Das naechste Mal koennten wir eines der riesen Hausboote mieten, die hier den Fluss auf und ab tuckern! Ist das lustig mit meinen Eltern im gleichen "Zimmer" zu schlafen... Ich glaube das letzte mal hatten wir so richtige Familienferien in meiner Sekzeit! Das Toechterchengefuehl kommt einmal mehr ganz fest auf beim Gutenachtsagen:o)


Tochtergefuehle


  • 14.2.2008 - Parnka Point

Die Tage beginnen von jetzt an immer mit einem gemuetlichen Familienfruehstueck - kaefelen, plaudern, schlemmen - was unser Start um Stunden verzoegert aber die kostbare Gemeinsamkeit um viele Augenblicke verlaengert... Irgendwann sind alle bereit um nicht nur mehr "Familie" zu entdecken, sondern auch mehr Australien. Durch baumige Landschaft und Huegel geht es Richtung Meer. Beim Coroong Nationalpark am Parnka Point ist unser naechstes Nachtlager. Und das erstemal machen wir somit etwas furchtbar Verbotenes: wir fahren mit unserem Apollomobil auf Naturstrasse! Aber wie soll man an die schoensten Plaetze Australiens kommen, wenn man nur auf die offiziellen betonierten Campplaetze darf unter all den Deutschen und Schweizer??? Die koennen wir auch wieder zuhause haben... Wir wollen Australien mit seinen Bewohnern und ein Stueckchen von dem, was wir hier so lieb gewonnen haben, meinen Eltern zeigen, sie selber auch erleben lassen.


Parnka Point


Ein Spaziergang durch Buschlandschaft, der Lagune entlang und an einer Emufamilie vorbei lassen die laestigen Fliegen, die wohl oder uebel zu diesem Land gehoeren, fast vergessen. Ein kurzes Telefongespraech mit Isabel und Toemeli, der Katze wird durch den Wind und wohl auch ueber Sateliten um die halbe Welt getragen.Es ist fast so, als ob sie auch da waeren. Nur die Verbindung nach Perth zu Tanja will nicht zustande kommen... Morgen fliegt sie ab. Zum Glueck kennt Herzensverbindung keine Distanz und braucht auch keine Sateliten...  Die erste Nacht in der Einsamkeit - nur wir und um uns viele Emuspuren am Morgen.

 

 

 

  • 15.2.2008 - Beachport

Der Kueste entlang, immer weiter, Meeresbrise und einen Zwischenstopp in Robe. Moeven, gruene Wiesen, Beseli-Tannen und tuerkisblaues Meer. Wunderschoen, aber zu windig um zu baden. Tagesziel ist der Conservation Park von Beachport. Ein klassischer Nationalpark-Campplatz. Nur OZ's, buschige Baeume und fuer uns streng verbotene Naturstrassen. Wir suchen uns unser Uebernachtungsplaetzchen, testen den Weg und glauben, dass der Sand uns mit dem viertoennigen Mobil tragen kann. Einmal wenden und da ist es passiert! Wir versinken mit den Vorderraedern im Sand!!!!! Uii, uii, uii. nur die Ruhe bewahren, Raeder ausgraben und psychologisch unterstuetzendes Schieben.... eins, zwei, drei... Glueck gehabt!!!! Deshalb entscheiden wir uns, keine weiteren Kehrmanoever mehrzu wagen, den Weg rueckwaerts zurueckzufahren und gleich am Strassenrand parkiert zu bleiben... Nicht nur das war ein Abenteuer, auch ein bisschen die Toiletten fuer Mami und Papi! Long Drops, d.h. es faellt lange bis es plumpst;o) Doch die wunderschoene Natur, der ausgetrocknete Salzsee und ueberall die Kaenguruhspuren machen dies wett.


strahlenden nach dem fast versoffenen Apollovan



  • 16.2.2008 - Port Mc Donell

Mount Gambier ist angesagt und so auch eines von Papis Lieblingsbeschaeftigungen in einem groesseren Ort wie hier: Lebensmittel shopping und Bottle Shop Besuch. Die Abteilung Fleischparadies laesst Papi jedes Mal aufbluehen - dass sich ein Kaenguruh-Steak in unseren Einkaufskorb reingeschmuggelt hat, laesst ihn momentan noch schmunzeln... Aber auch da muss er durch;o) Mount Gambier hat neben Woolworth und Coles noch viel mehr zu bieten! Wie zum Beispiel das Frischwasserreservoir, das sich im Vulkankrater befindet und uns knallblau entgegenleuchtet oder auch das Sinkhole, wessen Garten in dieser Kalksteinsenkung in saftigem Gruen blueht.


in Mt. Gambier


Der Touristenshop nebenan beeindruckt Neuankoemmlinge mit all seinen Koalabaerchen, Kaenguruhartikeln und Saechelchen und laesst das Souvenirherz einen Sprung machen! Zum Glueck haben wir einen sooooo grooooossssen Campervan;o) Die Nacht verbringen wir auf dem offiziellen Campingplatz in Port Mac Donnell, in dem Ort, wo Chris und Wayne leben. Geniessen die rauhe Kuestenlandschaft und endlich wiedermal ein Kafi in einem Kafi fuer Mami und Papi. Thomas faehrt einfach immer zu schnell an denen vorbei;o)


das erste Mal Kangaruh essen....

 

 

 

  • 17.2.2008 - Narrawong

Am Morgen schaffen es Chris und Wayne noch zum Kafi zu uns, bevor es an ihr Golftournier geht. Ein weiteres Mal staunen Mami und Papi ueber die Offenheit und Freundlichikeit der Australier. Wie alte Freunde begruessen sie meine Eltern, bringen frische Scones mit Rahm und Erdbeerconfi mit und ihre Froehlichkeit. So koennen sich Mami und Papi bei ihnen fuer den Lobster bedanken, den wir extra fuer sie bei unserem letzten Besuch bekommen haben. Auch wenn es nicht Papi's Leibspeise war - er hat tapfer seinen Anteil gegessen;o)


in portland


Fuer uns geht es danach weiter Richtung Portland, ueber die Grenze von Suedaustralien nach Victoria. Jetzt sind wir eine halbe Stunde aelter geworden. Dort soll eine Oelplattform zur Renovation stehen, die urspuenglich von Suedamerika extra dafuer hier hin geschleppt wurde. Ein riesen Ding, eindruecklich wie diese dicken eisernen Pfahle im Wasser stehen und darauf gearbeitet und gelebt werden soll. Im Kontrast zu diesem Konstrukt spielt sich vor uns am Jetty ein Naturspektakel ab... Seehunde und Stachelrochen warten auf Fichabfaelle von Fischern und schnappen gierig nach Beute. Die Nacht verbringen wir in einem schoenen Waldcampplatz mit Nachbarn, die Mami mehr beeindrucken als jede Oelplattform und Seehund... Seit fuenf Jahren sind sie in ihrem Van quer durch Australien unterwegs:o)



  • 18. - 19.2.2008 - Princetown

Der Nach-Fruehstuecksspaziergang geht laenger als gedacht. Mami und Papi machen sich auf den Weg durch den Wald zum Lookout. Vor lauter Nicht- ueber- Schlangen-Stuercheln und doch geniessen muessen sie wohl vom direkten Weg abgekommen sein. Wir sind inzwischen beim Aussichtspunkt gewesen und wieder zurueck. Kein Mami und Papi weit und breit. Thomas macht sich sorgen, ob ich meine Sichinderweltzurechtfindungskuenste vielleicht von Papi geerbt haben koenne... Ich vertraue auf seinen Pfadfinderinstinkt, auch wenn das schon ein Weilchen her ist. Und irgendwann finden sie zurueck:o)

Wir gehen weiter nach Port Fary, wo wir einen Lunch Break im Fish & Chip Shop machen, so wie es unsere OZ-Nachbarn empfhohlen haben. Schliesslich muessen Mami und Papi auch in diesen kulinarischen Teil Australiens eingefuehrt werden. Der Flake-Fisch, die Chips mit Vineger aus dem eingewickelten Papier zu essen und der kuehle weisse australische Tropfen lassen dieses Erlebnis zu einem der Hoehepunkte werden. Selbst dann noch, als sie aufgeklaert werden, dass Flake - Hai ist. Nie haetten sie gedacht, dass ein so gefaehrlicher Fisch so gut schmecken kann:o) Papi haette von da an am Liebsten bei jedem Fish & Chip Shop angehalten - und von denen gibt es in diesem Land fast so viel wie Fliegen. Der einzige Grund ihn daran zu hindern war, dass wir das Aussterben von Haien doch nicht noch mehr foerdern wollen;o)

Gestaerkt machen wir uns auf den Weg der Great Ocean Road entlang Richtung 12 Apostel. Zwischenstopp im Tower Hill Reserve, unsere erste Begegnung mit lebendigen Koalas. In Natura sind sie noch herziger als im Gelstell der Souvenirshops!! Bequem sitzen sie zwischen Astgabeln, blinzeln einem an und scheinen sich durch nichts aus der Ruhe zu bringen. Sind die herzig! Emus stolzieren vor uns nur knapp zwei Meter vorbei, bewegen den Kopf nervoes in alle Richtungen und lassen einem nicht aus den Augen. Jetzt fehlen Mami und Papi nur noch die 300 Kaenguruhs, die am Abend hier sein sollen. Doch bis dahin wollen wir nicht hier bleiben. Irgendwo werden wir bestimmt auf welche treffen.



Emu Xinghanging in there

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 








Die Strasse schlaengelt sich weiter der Kueste entlang. Sie ist wirklich schoen mit ihren vielen beeindruckenden Felsformationen. London Bridge, Arche, Grotto - Farben und Formen schaffen ein natuerliches Meisterwerk. Die 12 Apostel wollen wir im Sonnenuntergang sehen. Oder doch nicht? Wir fahren am Parkplatz vorbei, wo sich Apollos, Britzen und alle andern, die diese Touristenattraktion Nummer eins von Victoria im Abendlicht beiwohnen wollen. Wir entscheiden uns fuer die Gibons Steps Bucht gleich nebenan, wo wir den Sand unter den Fuessen spueren koennen und das Spektakel nicht von einer Plattform aus bestaunen muessen. Treppen hinunter und eintauchen in die mystische Stimmung, den milchigen Nebel, das Rauschen des Meeres fast bis zur feuerroten Kugel, die am Horizont im Meer versinkt. Oben an der Klippe auf der Aussichtsplattform der 12 Apostels  krabbeln Touristen wie Ameisen aneinander vorbei, versuchen mit Blitz die Stimmung festzuhalten und schwatzen sie in allen Sprachen tot. Wir haben die Abendstimmung, das Zusammenspiel von Wasser und Erde ganz fuer uns alleine, erleben und leben den Augenblick.


zwei einsame walker am gibson beach


Uebernachten tun wir auf einem Zeltplatz neben einem Fluss auf einer riesigen Wiese - 20 Meter neben uns der naechste Nachbar. Oben am Huegel reihen sich auf dem offizillen Campplatz Apollo und Britz nebeneinander - wer haette gedacht, dass wir am naechsten Morgen auch dort sein werden...


Am Morgen kommt das SMS von Gisela und Steve. Mami Brigitte hat dies eingefaedelt, da diese zwei Golfkollegen gerade auch auf diesem Stueckchen Erde unterwegs sind. Und heute scheinen wir es zu schaffen, und verabreden uns fuer den Abend - unbekannterweise. Wir buchen fuer die beiden eine Campkabine oben am Huegel und um in ihrer Naehe zu sein, stellen wir uns zwischen Apollos und Britzen auf dem Campplatz nebenan.


HanIris Flug


Vorher wollen wir aber diese wohlbekannten 12 Apostel selber bestaunen. Neben dem Parkplatz liegt der Helikopterlandeplatz fuer Scenic Flights. Wir beschliessen spontan, Papi einen Rundflug ueber die Apostel und deren Kueste zu seinem erst kuerzlich 70sten Geburtstag zu schenken. Fuer Mami das erste Mal, fuer Papi das zweite Mal heben sie hoch in die Luefte ab und erleben so diese Kueste von einem anderen Blickwinkel. Wunderschoen soll es gewesensein, kurz, aber eindruecklich. Wir wuenschen euch beiden noch viele so schoene Hoehenfluege in eurem Leben!


die nicht mehr ganz 12 apostel


Dann stehen wir alle zusammen auf die Aussichtsplattform. Es ist wirklich schoen, wie diese Skulpturen aneinander gereiht da im Ozean stehen. Und doch ist es eigentlich ein bisschen gemogelt. Von den Aussichtspunkten aus koennen nur sechs von den jetzt sowieso nur noch 11 Aposteln gesehen werden. Einer ist den Wellen erst kuerzlich erlegen, die anderen verstecken sich hinter der naechsten Bucht. Uns in der Gibons Steps Bucht abkuehlen zu wollen, ist wohl doch nicht eine so gute Idee. Grosse Wellen, starke Stroemung. Stattdessen erquicken wir uns in einem Kafi beim Kafi, was Papi sowieso lieber ist;o)


 

Thomas bleibt im Camper, wir im Kafi und als wir zuerueck kommen, sitzen Gisela und Steve bereits in unserem Apollo. Unglaublich aber wahr - Gisela ist die Gisela - die Gisela von Roger, das heisst seine Schwester. Die Tante von meinen Gottenkinder!! Grosse kleine Welt. So wird auf die schoene und doch manchmal so winzige Welt angestossen, gelacht, Geschichten augetauscht und viel Santom-Pasta gegessen und noch viel mehr Bier und Wein getrunken;o) Dieser Zufall - oder dieses Schicksal - soll noch etwas laenger dauern. Wir verabreden uns auf einem weiteren Campplatz weiter auf der Great Ocean Road fuer den naechsten Abend.


SanTom pasta im Camper


  • 20.2.2008 - Lorne

Der Weg dorthin fuehrt uns am Cape Otway vorbei Wir schlaengeln uns der Strasse entlang, unter den dichten Eukalyptusbaeumen durch. Halt!! Da sitzen ja ganz viele Koalas auf den Aesten!! Entzueckt von diesen Tierchen stehen wir unter all den Astgabeln und staunen. Heute Morgen sind sie unglaublich Aktiv. Sie bewegen sich, essen, wandern an ein anderes Plaetzchen. Dann ruhen sie wohl fuer den Rest des Tages dort, verdauen und sparen durch das Schlafen und Tagtraeumen als Hauptbeschaeftigung viel Energie. Die Tierwelt weiss wie sich anpassen in dieser rauhen Natur, wo Trockenheit das Ueberleben zum Kampf werden laesst. Den Leuchtturm selber besuchen wir nicht, wuerde ueber 70 $ Eintritt kosten fuer uns alle. Auf dem Parkplatz treffen wir bereits wieder auf Gisu und Steve mit ihrem Boo. Boo ist ihr Koala, der von ihnen herzlichst umsorgt wird. Wenn er so angeschnallt mit seinem frischen Eukalyptuzweigchen im Auto hoeckelt, koennte man fast meinen, er winkt einem entgegen. Wir sind uns sicher, dass nicht jedes Stofftierchen ein so schoees Zuhause findet;o)


gotti fish and chips


Weiter geht es zur Apollo Bay. Fish&Chips mit Cappuccino. Am Abend kocht Mami und Papi fuer alle "Chnoepfli" auf meinen Wunsch. Mmmmm.... es gibt doch nichts besseres als Mami's Chnoepfli. Sogar auf dieser Seite der Welt sind sie genau soooo fein wie zuhause!!! Ein Kaenguruh huepft vor uns ueber den Campplatz und frisst genussvoll das saftig gruene Gras. Lebend gefallen sie Papi besser als in der Pfanne.  Der Campabwart zeigt uns dann noch, wie zahm die Kookuburras hier sind. Tatsaechlich sitzt einer auf Gisus und meinen Arm, frisst ein Stuecklein Fleisch aus der Hand, das er links und rechts an unseren Arm schlaegt um die Beute wohl sicher noch zu toeten. Das Gelaechter kommt dieses Mal nicht von ihm, sondern von uns.

 

 

 

  • 21. - 22.2.2008 - Melbourne

Nach einem weiteren gemeinsamen Fruehstueck verabschieden wir uns von Gisu, Steve und Boo. Sie gehen Golfen, wir wollen in die Metropole Melbourne. Wir verabschieden uns und machen ab, in Kontakt zu bleiben und irgendwo in der Welt uns irgendwann wieder zu sehen. Sie ist ja sowieso so klein.
Wir schaffen es!! Thomas und ich bringen es fertig, auf dem direkten Weg in unserem Campplatz zu landen. Er ist phaenomenal durch den Cityverkehr gefahren - ich habe phaenomenal Karte gelesen und Anweisungen gegeben;o) Es ist ein klassischer Big 4 Campground. Um uns wird mehrheitlich deutsch gesprochen. Wir machen es uns gemuehtlich, kuehlen uns im Pool ab und haben ein Schwaetzchen mit einer Schweizer Familie im Whirlpool. Die Frau erinnert mich ganz fest an Dinah - mir wird ganz schwer ums Herz... Ein entspannender Nachmittag, eine Happy Hour wie es sich gehoert und riesen T-Bone Steak zum zNacht. Austraien pur.


JohnIris in Melbourne


Am anderen Morgen machen wir uns auf den Weg in die Stadt. Mit Bus und Tram fahren wir dem Herzen Melbournes entgegen. Victoria Market ist unsere erste Station. Alles gibt es da, wirklich alles.Vom frischen Gemuese ueber Esswarenstaende, eine Vielfalt an Kafis, unendliche Mengen an Koalas, Kaenguruhstofftieren, T-Shirts, Digeridoos, Boomerange und noch viele unmoeglichen und moeglichen Souveniren mehr. Wir sind auf der Suche nach einem echten OZ-Hut, einem aus gefilztem Hasenfell. Zwischen all den Staenden finden wir unseren Hut-Laden und DEN Hutverkaeufer dazu. Man haette meinen koennen, er wolle uns Autos andrehen... Staendig sprach er von Rolls Roycen und Mercedesen, meinte damit aber die Hutmodelle, bzw. die verschiedenen Preislagen. Gefeilscht und gehandelt wurde wie auf dem Bazar. Mit der Zeit wurde der Preis etwas besser. Doch hatte Thomas ploetzlich auch einen Hut auf dem Kopf, der ihm wirklich gut stand. Und... der Hutverkaeufer als guter Geschaeftsman dem natuerlich gleich zustimmte und uns dazu brachte, statt zwei, eben drei zu kaufen. Seine Verkaufkuenste schafften es aber doch nicht, mir auch noch einen anzudrehen, obwohl er mir wohl alle Modelle in seinem Laden auf den Kopf gesetzt hat;o) Ehemaliger Autoverkaeufer gegen hartnaeckigen Hutverkaeufer - es war ein gutes Geschaeft fuer alle Beteiligten, was ich als hutlose neutrale Beobachterin sagen kann. Mami, Papi und Thomas waren gluecklich mit ihren neuen Hueten namens Cattelman, Territory und Rolls Royce oder wie auch immer und zufrieden mit dem erkaempften Preis. Doch der Hutchef war bestimmt mehr als zufrieden ueber seinen Gewinn und dass aus zwei doch drei Huete geworden sind...Die Huete wurden sofort zu einem Cappuccino ausgefuehrt, wo ueber weitere Plaene diskutiert wurde.


Hut ist immer gut


China Town ist angesagt. Einen kurzen Spaziergang durch Mengen von Asiaten, durch Gassen, durch mit chinesischen Zeichen beschriftete Tore, an roten Lampionen mit Goldzoetteli vorbei und einen einzigen Blick in eines der vielen Aquarien vor den Restaurants, liessen uns im Nu nach China zurueckversetzen. Fische und anderes Meeresgetier lebendig gestapelt in diesen Taenken - eine unschoene Erinnerung an die vielen ueberwiegend positven... Als Abschluss wollen wir an den Jarra River, den Upside down River, den so genannten verkehrten Fluss weil er so braun ist. Dort sollen alte und neue Gebaeude aufeinandertreffen und zugleich eine gemuetliche Bar- und Kafiecke bilden. Genau der richtige Ort fuer uns. Melbourne, mehr als 2 Mio Menschen leben hier - und auf wen treffen wir? Gisu und Steve. Das kann schon fast kein Zufall mehr sein!! So stossen wir mit Bier und Cappuccino ein weiteres mal gemeinsam an.


Zurueck in unserem Campingplatz stossen Thomas und Papi mit ihrem Bier in den neu erworbenen Stubby Holder an und wir alle muessen uns erstmals von diesen vielen Eindruecken erholen...


  • 23.2.2008 - Grampians NP

Wir finden aus dem Wirrwarr heraus und sind unterwegs zu den Gampians. Im Informationsbuero erhalten wir viele Unterlagen, wie was und wo und fahren den Mc Kensy Falls entgegen. Halt beim ersten Aussichtspunkt, Spaziergang zu den Balconies. Schoen, weit und gar nicht typisch. Australien weiss immernoch wie ueberraschen.  Die Huegelzuege erinnern uns mehr an den Winnetou-Film als ein Stueckchen Erde auf diesem Kontinent... Die Cattleman Huete werden zu Cowboy Hueten, fast koennte man Indianer hinter den Baeumen vermuten. Und die Filmmusik, die uns ploetzlich zu verfolgen scheint, verstaerkt dieses Gefuehl noch mehr... Die Nacht verbringen wir in diesem Nationalpark und sind einmal mehr erstaunt, wie kuehl es hier doch werden kann.


Winnetou sitzt....

 

 

  • 24.+25.2.2008 - Mannum, Barossa Valley

Heute ist unser grosser Fahrtag. 500 km am Stueck - ohne Fish & Chips, ohne Kaffee - von Victoria zurueck nach 
Suedaustralien, Fruechte und Gemuese an der Grenze abladen und eine halbe Stunde die Uhr wieder zurueckstellen. Weiter und weiter bis fast nach Adelaide. Diese Nacht wollen wir dort verbringen, wo alles angefangen hat... in Mannum. Die Landschaft hier ist eigentlich wunderschoen, die Huegel, das Flussbett Bilderbuch maessig. Doch wird es langsam eng - nicht nur zeitmaessig, auch herzensmaessig. Die Tage sind gezaehlt. Unere Familienferienrundreise geht dem Ende entgegen. Wir sind da, wo alles angefangen hat...


Familie Guenti im OZ Camper


Der Pelikan ist dieses mal nicht da. Schade - traurig. Aber eigentlich nicht wegen ihm... Ein bisschen weinen tut immer gut... Vielleicht muss ich dann in zwei Tagen nicht mehr so fest...

Barossa Vally ist angesagt. Wir wollen sehen, von wo all der gute Wein herkommt. Dem ganzen Tal entlang saeumen sich Reben. Gruene Ranken ueberall, dazwischen reife Trauben. Und immer wieder ein eindrueckliches Eingangsportal einer bekannten Weinetikette, einer Weinfamilie. Barossa Vally ist Realitaet pur. Ueberhaupt nichts Romantisches - das Weingeschaeft sieht ganz anders aus... Die vielen Weine, die hier produziert werden, haben wohl keinen Platz mehr in Eichenholzfaessern. Stattdessen glaenzen ueberall Stahlfaesser. Wolf Blass, Peter Lehmann, Jacobs Creek... Hier also kommen sie her. In den Weinguetern selber sieht man auch nicht wirklich viel von "Wein" - ausser Flaschen, Souvenirartikel und die Degustationsglaeser... Einzig in der Rockford Winery riechen wir ihn, sehen wie der Weinbauer mit einer Heugabel die Trauben vom Lastwagen laedt und in einen Schacht schaufelt. Keilriemen surren, Raeder drehen und zwischen all dem rinnt der Traubensaft durch Schlaeuche in riesen Becken.


Guentis beim Weinen....im Barossa Valley


 Wir probieren hier und dort ein bisschen, Thomas schnueffelt nur etwas an unseren Glaesern und Papi wuerde am Liebsten alles einkaufen...  Trockner Weisser, suesser Roter, leicht, nach Zitrusfruechten schmeckend oder nach schweren Gewuerzen - ein unendliche Vielfalt. Viel gibt es zu degustieren. Schoene Etiketten, verspielte Flaschen, gerade, langweilige... Alles koennte man hier kaufen.

Und irgendwann sitzen wir wieder im Campervan, beladen mit einigen Flaschen und noch mehr lustiger Stimmung:o) Bevor wir an unseren Campplatz fahren, stoppen wir noch an der Whispering Wall, dem fluesternden Staudamm. Ich laufe zum anderen Ende, das 150 Meter weit entfernt liegt und hoere, wie Mami mir ein Dankeschoen fuer die schoene Zeit zufluestert. Es hoert sich an, als ob sie es direkt in mein Ohr sagen wuerde und beruehrt mich, als ob sie mich herzlichst umarmen taete...


  • 26.2.-1.3.2008 - Gumeracha, bzw. Adelaide

Der Kreis hat sich bald geschlossen... Gumeracha, Jenny und Trevor. Wir haben unser Abschiedsessen bei ihnen und holen unser Ford wieder ab. Morgen geben wir unser "Zuhause" auf vier Raeder ab. Zueri Geschnetzeltes, nochmals Chnoepfli (wer weiss, wenn es die wieder gibt) und Schoggimousse machen einen weiteren Abend zu etwas ganz Speziellem. Dies und der Barossa-Wein lassen den Abend langsam ausklingen - und somit leider auch schon die wunderschoenen Tage mit Mami und Papi.


Last Dinner


Wir haben uns entschieden, die letzte Nacht in Adelaide selber zu verbringen, ein bisschen einfach noch uns zu haben und gleichzeitig bereits in der Naehe der Apollostation zu sein. So verabschieden wir uns von Jenny und Trevor - aber nur bis morgen, sie wollen mit uns auch auf dem Flughafen sein. Die Fahrt geht dem Sonnenuntergang entgegen - blendet direkt in die Augen und laesst keine Zeit fuer sentimentale Gefuehle... Wir schaffen es gerade noch an unseren Campplatz am Meer, bevor die Sonne sich auch bis morgen verabschiedet. Schuhe ausziehen, den Sand unter den Fuessen fuehlen, im Salzwasser spazieren, die Abendstimmung geniessen - die letzten gemeinsamen Stunden... Wunderschoen verfaerbt sich der Himmel, der Horizont scheint zu gluehen - wir behalten diesen Augenblick im Herzen...

Irgendwann meldete sich der Wecker und laesst diesen besonderen Tag offiziell beginnen... Der Kreis hat sich geschlossen... Apollostation, Flughafen, einchecken... Wieder einen Cappucciono und einen Long Black with little bit of Milk.. Wieder und wieder einen Blick auf die Uhr... Jenny und Trevor schliessen sich uns an, fuehlen mit uns mit... Und dann gilt es wieder Abschied zu nehmen... Loslassen... von der kleinen Tochter wieder zur Frau werden... Und doch wie ein Kind in den Armen der Mutter zu weinen... nur dieses mal ohne Trost zu bekommen..


Mutter versteht Mutter


Liebes Mami und lieber Papi - Danke viel viel Mal, dass ihr um die halbe Welt bis zu mir geflogen seid - es waren wunderbare Tage, wenn auch viel zu wenige.. und es war wunderschoen, euch bei uns zu haben und mit euch ein Stueckchen unserer Reise, unserer Welt zu teilen. Kommt bitte bald wieder!


Ikea ist neben dem Flughafen - Thomas wollte mich mit ihr und ihren Fleischbaellchen ablenken, aufmuntern. Aber nicht mal diese haben es wirklich geschafft - eher noch schlimmer gemacht. Habe in den Gestellen unsere Ateliertassen wiedergefunden...


 

  • 2.- 5.3.2008 in und um Adelaide

Und jetzt sind wir wieder nur noch zu zweit... In diesen Tagen heisst es zu organisieren, herauszufinden. Unser Visum laeuft ein weiteres Mal ab. Tonga heisst die Zwischenloesung. Ferien von den Ferien - und waehrenddessen warten, ob sich in der Visumswelt etwas tut. Der Job fuer Thomas steht immer noch, die Versuche, ein Arbeitsvisum fuer uns zu organisieren, auch. Doch zieht sich alles soooooooo sehr in die Laenge - Geduldsprobe pur. Die Kehrseite vom Easy-going und No-Worries-Leben hier... Wir, unsere immernoch irgendwo versteckten "Schweizer-Effizienz-Zuverlaessigkeit", unsere Gefuehle, unsere weiteren Reiseplaene versuchen wir deshalb auf "Standby" zu halten - nicht immer ganz einfach. Deshalb ein bisschen Suedsee-Paradies zum Ablenken.


Am 6. geht es ueber Sydney nach Tonga wo wir fuer 7 Wochen Palmen sehen und Kava drinken werden....