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OZ Tagebuch Alice Springs -Darwin

Geschrieben von Tom
  
Wednesday, 25. June 2008
  • Alice Springs 27.+28.5.2008

Wieder zurueck nach Alice, wieder wegen TAFE. Inzwischen sollten wir eine weitere Antwort bezueglich unserer Stelle bzw. dem Arbeitsvisa vorfinden. "Early next week", hat Steve uns beim letzten Gespraech versprochen aber in Westaustralien scheint Mittwoch noch nicht Mitte Woche zu sein und wir haben immer noch keine Antwort. Ein weiteres Telefongespraech mit Steve, jawohl ihr erhaelt noch heute ein Telefon von Les, dem HR Verantwortlichen, meint er.


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Um die Zeit etwas sinnvoll zu ueberbruecken entscheiden wir uns dem Desert Park in Alice Springs doch noch einen Besuch abzustatten. Ein weitlaufiges Gelaende wo all die in Zentral Australien vorkommenden Lebensraume nachgebildet wurden, von Stone Country, zum roten Sand, vom Salz See zum Clay Pan und Scrubby Bush. Eindruecklich was hier in der Wueste alles lebt, was man normalerweise gar nicht zu sehen bekommt. Wie angepasst dass sich Flora und Fauna an dieses harsche Klima hat. Fuer jeden Winkel des knochentrochenen Wuestenaustraliens scheint sich eine Pflanze optimal angepasst zu haben - um dann wiederum hochspezialisierten Tieren einen Lebensraum zu bieten. Das ist unteranderem auch ein Grund, so lernen wir hier, weshalb Australien weltweit als die groesste Naturkatastrophe gilt. So viel wurde in den etwas ueber 200 Jahren weisser Kolonisation veraendert, soviele fremde Tiere und Pflanzen hierhergebracht und all diese Zerstoerung ist fuer den Betrachter fast unsichtbar - Tiere sind meinstens Nachtaktiv, also vom Otto Normalbuerger nicht zu sehen - vieles ist noch gar nicht erforscht und schon weg. Der Desert Park bietet unteranderem ein Nachtgebaude - wo im Dunkeln viele der fuer uns Nachtschlaefer nicht sichtbaren Tiere beobachtete werden koennen. Hier erfahren wir auch, dass sehr viele der super hyper giftigen Schlangen Australiens Nachtaktiv sind.... uff und wir dachten immer wir muessen keine Angst haben wenn wir uns auf ein Mitternachtspinkeltuerchen aus unserem Zelt aufmachen...... Eindruecklich wird uns ein Raubvogel vorgestellt, der sich auf die fluechtenden Tiere bei Buschbraenden spezialisiert hat, damit er dem Ueberfluss an Nahrung ueberhaubt Herr wird hat er gelernt den mit seinen scharfen Krallen ergriffenen Frass mit einer akrobatischen Einlage im Flug in seinen Schnabel zu befoerdern um auch sofort wieder fuer den naechsten Catch bereit zu sein. Desert Park einmalmehr eine herausragende Art wie sich Australien fuer uns Touristen prasentiert - ein must see!


Heute, morgen, gestern.... kein Telefonanruf vom HR Mensch aus Geraldton. Naja wir sind ja auch im Northern Territory, N.T. - hier in Australien wird das uebersetzt mit "Not Today, Not Tomorrow, Not Tuesday, Not Thursday, Not aT all" das kombiniert mit dem West Australischen (WA) "wait a while" gefaellt uns ja unteranderem an Australien auch so gut - dass man eben hier noch Zeit hat auf ein schwaetzchen, dass man sich nicht so unnoetig stressen laesst wie das in Mitteleuropa gang und gaebe ist. Immer wieder muessen wir uns daran erinnern und eben auch mit dessen Schattenseiten leben - ich kann meine schweizerheit trotzdem kaum zuegeln, fuehle mich "fucking annoyed" und wuerde Geraldton am liebsten Beine machen. Anstelle machen wir uns nochmals auf in das Staedchen, muessen Nasenspray fuer meine grauenhafte Erkaeltung kaufen und ebenfalls ein kleines Geschenkli fuer Sandra. Zu unserem vor wenigen Tagen im Busch gefeierten 666 Tag auf Weltreise gibt es auch fuer sie eine Stirnlampe - zu Hause noch meinte sie das wuerde sie nie anziehen.... wie man sich doch ploetzlich nicht mehr so fuers komisch aussehen interessiert ist herrlich und wohl ein Resultat vom zu lange im Zelt leben ;-)


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Ganz im Gegenteil dazu beschliesse ich den naechsten Tag mit einem Autowasch anzufangen - ich wuerde hierzu sicherlich eine sinnvolle Ausrede finden, doch lassen wir das. Unumgehend werde ich von einem Hippie darauf hingewiesen, dass wir hier in der Wueste sind und Wasser rar sei... etwas spaeter erst erfahren wir, dass die Region Alice Springs auf einem der weltweit groessten Grundwasservorkommen sitzt - so gross, dass ausserhalb mehrere Teile der Wueste kuenstlich bewaessert werden um Mango und Trauben!!! anzupflanzen - welch ein Anblick inmitten der Trockenheit.


Ein weiterer atemberaubender Wuestensonnenuntergang steht kurz bevor, die zarten Farben sind absolut spektakulaer - erst dann kann man wenigstens etwas verstehen, weshalb Menschen hier leben wollen. Sonnenuntergang heisst aber auch Rock Wallabie fuettern auf unserem Campground. Der Heavy Tree Gap Caravanpark liegt unmittelbar unterhalb einer ganzen Kollektion roter Felsen wovon jeden Abend Dutzende vom Aussterben bedrohte Rock Wallabies heruntersteigen um die von Campern ausgehaendigten Wallabieflackes in Empfang zu nehmen. Fast gierig ziehen einige dieser putzigen Tierchen meine und Sandras Hand mit ihren scharfen Klauen naeher an sich ran und fressen uns aus der Hand, bei manchen schaut neugierig ein Junges aus dem Beutel - ach wenn das nur unsere Goetti- und Gottenkinder miterleben koennten.


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Weiter Richtung Darwin muessen wir - wenn es so weitergeht mit TAFE werden wir wohl unser Auto mit all dem Campingzeugs dort verkaufen und weiter nach ??? Reisen. So entschliessen wir uns unsere Koefferli einmalmehr zu packen und richtung Devils Marbles aufzubrechen. Bevor jedoch noch ein Besuch bei der beruehmten School of the Air im Town. Seit 1951 unterrichtet man aus einem unscheinbaren Gebaude am Stadtrand im groessten Klassenzimmer der Welt. Das Klassenzimmer ist auch wirklich riesig, um es genau zu nehmen... 1.3 Millionen Quadratkilometer ist es gross - das heisst rund 30 Mal groesser als die Schweiz. Zur Zeit werden dort von 10 Festangestellten Lehrern rund 90 Schueler, vom Kindergaertner bis zur 6 Klasse, unterrichtet. Die Lernenden befinden sich jedoch nicht in diesem Gebaude sondern bei ihnen zu Hause, auf Stations, Roadhausern, remote Communities usw. in einem Umkreis von ca 1000 km von Alice Springs und verbringen eine Stunde pro Tag vor ihrem Computer, der dann ueber moernste Satelittentelefon, Video- und Internetverbindungen aus dem Outback mit ihrem Lehrer in Alice verbunden wird. Bis 2003 wurde das alles ueber eine knackende UHF Radioverbindung bewaeltigt. Eine Lehrerin erklaert uns dass sie in ihrer Schule viele der Probleme von anderen Schulen (sozial vernachlaessigte Kinder usw.) nicht kennen. Hingegen muessen sie ihren Studenten andere Kompetenen unterrichten wie z.B. dass sie in einer Stadt nicht jedem Fremden trauen koennen oder wie man dort (wo es auch noch andere Verkehrsteilnehmer hat) Auto und Motorrad faehrt und wie Ampeln funktionieren.....


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Ein letzter Check im Internet endlich eine Antwort von TAFE, sie haetten seien (nach fast 6 Monaten) nun bereit ihr Teil des Visas einzugeben. Sie seien meinem Rat gefolgt und haetten einen Migration Agent damit beauftragt... weitere Infos folgten in einer Woche, meinen sie...dann geht es los, vollgetankt wieder in Richtung Norden - auf direktem Weg sind es noch rund 1500km bis nach Darwin.


  • Devils Marbles 29.+30.5.2008

Rund 400km davon sind am Abend geschafft, als wir in das unmittelbar neben dem Stuart Highway liegende Conservation Reserve reinfahren. Kylie, Andrew mit ihren Zwillingen Thomas und Oscar sind auch wieder hier. Kennengelernt haben wir dieses Abenteuerliche Quartett in der Trephina Gorge, sie versuchen jedes Jahr 2-3 Monate Abenteuerferien in Australien zu machen, schulen waehrenddem ihre Kinder selber... eben Australien halt.


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Kugeln, riesige Felskugeln liegen hier wie vom Teufel verstreut einfach in der Wueste. Geologisch gesehen wurde der Kalkstein vom Wasser und Wind so geformt - doch moment mal... wir sind hier mitten in der Wueste, durchschnittlich Regnet es hier pro Jahr nur 350mm und trotzdem wurden die Kalksteine aus einer Ebene zu Kugeln geformt. Erst wenn man sich das ueberlegt kann man etwas abschaetzen wie unheimlich alt dieses Naturwunder sein muss.... ueber wieviele abertausende Jahre die 35cm Wasser so wirken konnten. Mehr giebt es dazu eigentlich gar nicht zu sagen.... die Bilder wirken von selber.


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  • Banka Banka Station 31.5.2008

Wieder geht es weiter - die Fahrt bis nach Mataranka wollen wir zweiteilen. Banka Banka Station - eine Station ist hier in Australien eine grosse Farm - liegt unmittelbar neben dem einziegen Highway, inmitten von... nichts. Sie ist eine der vielen Besitztuemer der beruehmten Kidman Family, denen, wenn man dem Munkeln vieler Australier vertrauen schenken kann, 20% von ganz Australien gehoert und die einen durchgehenden Landstrich vom Norden bis in den Sueden Australiens besitzen sollen. Banka Banka ist inzwischen nicht mehr eine 'working cattle station" auch die Kidman Familie scheint entdeckt zu haben, dass mit den reisefreudigen Australier einfacher Geld zu verdienen ist. So finden wir mittem im heissen und supertrockenen eben... nichts... gruenen Rasen, Baume und Rasensprinkler vor - die Spinnen die OZ's. Fuer nur 12 Dollar duerfen auch wir unser Zelt auf dieses gruene Stuck Luxus in der Wueste aufstellen und die warmen Duschen usw. geniessen.


Einmalmehr sind wir etwas entauscht von vielen der Australier die wir auf diesem Teil unserer Reise treffen. Seltener sind es die "Abenteurer" sondern meistens die Grossstadtmenschen aus Sydney, Melbourne oder Adelaide. Sie sind bei weitem nicht so freundlich und offen wie die grauen Nomaden die wir in West- und Suedaustralien immer wieder kennenlernen durften. Kein freudiges "hello", kein soziales "where are you folks from" fuer viele ist es wichtig unmittelbar nachdem ihr Caravan einen guten Platz gefunden hat ihre Satelittenschuessel richtig auszurichten, damit sie auch sicher guten Fernsehempfang haben - schade. Wir fragten uns schon ob wir wohl nach Australien zurueckgekehrt waeren wenn wir diesen Teil als ersten bereist haetten?


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Am Abend dann duerfen all die anwesenden "Cityslikers" einen Schnupperkurs fuer Jackeroos und Jilleroos beiwohnen. So nennt man im OZ Land die Blokes uns Sheilas die ihren Lebensunterhalt damit verdienen Kuehe zusammen zu treiben, mit Lasso zu Pferd, auf Motocrossbikes, im 4x4 Jeep und in diesem Teil der Welt anfaenglich fast immer mit Flugzeug oder Helikopter - Cowboys und -girls wie man sie auf einer anderen Seite der Welt nennt. Wilder Westen im Suedosten der Welt - und das pur! Da geht es auch heute noch zu und her wie wir Citypeople es nur auf Filmen kennen. Harte Arbeit, kastrieren und brandmarken, Lassoschwingen und Rodeo und dann Abends irgendwo in der grenzenlosen Weite rollen die OZ-Cowpeople ihren Swag aus und schlafen unter den Sternen. Soviel so gut, da gibt es aber auch noch die Graderpeople, die tausende von Kilometer gravelroads und firebreaks unterhalten muessen und fuer Wochen nur ihre Caterpillar Maschinen und Kangaroohs sehen. Oder es gibt noch die Borepeople, die unuterbrochen mit ihren Toyota Landcruiser die vielen Grundwasser Borloecher und Diesel betriebenen Wasserpumpen (Windraeder sind ineffizient und gehen haufig kaputt) kontrollieren muessen ohne die ihre bis zu 50000 Rinder (pro Station) innerhalb einer Woche qualvoll verdursten wuerden. Die anwesenden Jackeroos verkuenden den unglaubig und angeekelt staunenden City OZ's, dass man in Kastrationswochen ohne Essen ins Outback faehrt, da es jeden Abend frisch gegrillte Hoden gibt, die eigentlich ganz delikat seien - das haben wir ja bereits in der Mongolei ausprobiert zwinkern Sandra und ich uns zu.


 

  • Mataranka, Elsey National Park 1.-3.06.2008

Die naechsten 400km veraendern die Natur grundlegend. Ploetzlich bluehen Blumen an jeder Ecke, es riecht nach Hibiskus und Tropen, das braungruen wechselt in saftigeres gruen ueber und wir muessen uns zurueckhalten mit dem "A/C" Schalter in unserem Falcon. Wir sind im Top End Australiens angekommen.


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Wir sitzen mitten im Jungle, die Voegel zwitschern in allen Tonlagen, verschiedenste Sorten der farbenfrohsten Papageien und Wellensittiche fliegen um uns rum, zeigen uns stolz ihre Farbenpracht, scheinen sich fast fuer uns zu interessieren so nah kommen sie ran.... Blumen, ueberall duftet es, violett, pink, weiss, rot, jegliche Kombinationen.... jede ist anders, jede riecht noch besser, jede hat andere noch faszinierendere Details zu bieten... wenn man sich nur Zeit laesst sich auf sie "einzulassen"... ploetzlich entdeckt man noch mehr, sieht was man im Fluss des Lebens sonst gar nicht mitbekommt.... apropso Fluss...daneben ein Fluesschen schlaenelt sich durch den mit klarem Licht durchfluteten Jungle.... es ist tief, von Farnen und anderen exotischen Pflanzen umgeben, trotzdem sieht man jeden Stein am Grund... nicht eine Unreinheit stoert das Licht, die Wasserlillys spiegeln sich und das beste kommt erst noch - das wasser ist rein, sprudelt nur 100m weiter 34 Grad warm zum Boden raus.... Sandra und ich sitzen fuer Stunden drin, geniessen, beobachten, fuehlen uns priviligiert und gluecklich - all das ist einfach da, kostet nichts und trotzdem dass es nur 7km von der Hauptstrasse entfernt liegt nicht wahnsinnig touristisch - die Mataranka Bittersprings.


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Wir ziehen uns auf den etwas flussabwaerts liegenden Elsey Nationalpark Campground zurueck und treffen auf Kylie, Rod, Emily und Talia. Die junge Taszi Familie haben wir schon kurz bei den Devils Marbles angetroffen. Stolz hat uns die 3 jaehrige Emily erzaehlt, dass ihr zu Hause jetzt der Campertrailer ist. Haus in Tasmanien ist verkauft, Job weg und anstelle auf direktem Weg in ihr irgendwann neues zu Hause an der Ostkueste Australiens zu fahren nehmen sie den kleinen Umweg ueber Darwin, West- und Suedaustralien unter die Raeder - fuer ca. ein Jahr. In Kuerze erklaert Emily wir seien ihre neuen Freunde und so vergehen die naechsten zwei Abende im schein der Lagerfeuerflammen bei gemuetlichem zusammensein. Tagsueber duerfen wir mit ihrem Kanu den Robe River erkunden, wo nach Auskunft des Rangers eine ganze Kolonie Suesswasserkrokodile hausen, aber eigentlich fast nie die gefaehrlichen Salties. Trotzdem sieht Sandra ueber die naechste Kanustunde unter jedem Ast und Stein eines auf uns lauern, bereit SanTom mit einer Deathroll vom Erdboden verschwinden zu lassen ;-)


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  • Katherine und Nitmiluk NP 4.-6.06.2008

Zwei Mountainbikes, eines davon mit Kinderanhaenger, stehen neben unserem Campplatz als wir in Katherine unsere zugewiesenes Plaetzchen im Caravanpark beziehen - da sind ja wohl nicht zwei mit Velo und Kleinkind unterwegs durch Australien, wundern wir uns und beschliessen das ist nicht moeglich, unmachbar durch diese Trockenheit.... die werden den Kinderanhaenger wohl mit Zeltausruestung vollstopfen.


Katherine - hauptsaechlich wollen wir hier unsere Vorraete aufstocken, uns wieder mal mit TAFE rumschlagen und das kuerzlich entdeckte Benzinleck an den Einspritzduesen unseres Falcon reparieren. Das erste mal hat der Caravanpark sogar Wifi Internet, so connecten wir unseren Baby Laptop und laden gespannt E-Mailantworten von TAFE runter. Die einzige Antwort die wir vorfinden ist einmal mehr nichtssagend, ich solle die Verhandlungen mit dem HR Verantwortlichen zu Ende fuehren er sei fuer eine Woche aus dem Buero, meint der Chef meines zukuenftigen Chefs....


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Dann kommen auch schon unsere Nachbarn zurueck - Sandra und Gunnar mit der 2 jaehrigen Kimberley. Wir sind ueberrascht und noch mehr als wir ihre Route erfahren. Die drei Deutschen sind seit 5 Monaten unterwegs, haben in dieser zeit knapp 5000km auf ihren Raedern zurueckgelegt, von Brisbane ueber Mt. Isa, quer durch die Wueste, einen grossen Teil auf Schotter- uns Sandstrassen hierher. Weiter wollen sie bis nach Darwin, eventuell nach West- oder Suedaustralien. Ein Jahr Erziehungsurlaub haetten sie in Deutschland, wo der Staat der Familie monatlich etwas Geld gibt damit sie ihr Kind richtig erziehen koennen und genuegend Zeit dafuer zur Verfuegung haetten.


Anbei einen Auschnitt aus Sandra und Gunnar's Email Tagebuch....: 
"Von Hells Gate aus haben wir dann 7 Tage bis Borroloola gebraucht. Wir waren die Attraktion auf der Strasse, wo wir so ca 10 Autos am Tag begegnet sind. Hier fahren zwar oefters mal Radfahrer lang, aber noch keiner mit Anhaenger und Baby drin. Die Strasse war teilweise sehr schwer fuer uns, besonders die sandigen Abschnitte, weil man da nicht fahren konnte. Dann gab es noch welche mit vielen Steinen oder Wellblech. Wir hatten aber auch viele gute Abschnitte, wo der Grader (eine Art Strassenhobel) schon durchgekommen war. Die schoenen Plaetze an Fluessen, wo wir auch immer baden konnten, und die himmlische Ruhe im Busch haben uns aber fuer jede Anstregung entschaedigt. Und Kimi hat die "bumpy road" geliebt. ------ Kimberley fuehlt sich wohl, jeder versichert uns, wie gesund und gluecklich sie aussieht (das ist doch das beste Kompliment!). Wenn wir irgentwo einen laengeren Stop machen, will sie in ihr "Auto" und weiter fahren. Sie ist eine richtige Plaudertasche, hat auch schon einige englische Woerter im Gebrauch."


Unseren Respekt fuer Euch drei! wooww... hoffentlich sehen wir Euch nochmals irgendwo hier im Top End von Australien.


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Fuer die dritte Nacht entscheiden wir und in den 30km ausserhalb liegenden Katherine Gorge Nationalpark zu fahren Die Burnspeople (Kylie, Andrew und die Zwillinge) haben uns per SMS mitgeteilt, dass sie dort logieren. Neben ihnen und ebenfalls der Taszi Familie heissen uns dort auch hunderte von Papageien willkommen, ein riesen Geschnaetter - ich liebe diese Viecher sind fuer mich so speziell, so Australien. Die Attraktion hier sind kilometerlange Schluchten, die man, genuegend Kleingeld vorausgesetzt, per Schiff oder Fluggeraet erkunden koennte. Fuer 50$ pro Person mit 50 anderen auf einem Boot eingesperrt zu werden erscheint uns nicht attraktiv, doch eine kleine Wanderung mit den Burnspeople ist doch ganz friedlich. Von den Schluchten sehen wir deshalb nicht viel doch geniessen wir das Lagerfeuer mit beiden Familien am Abend umso mehr und als baldige "Australier", wie sie meinen, fuehren sie uns zuenftig in den australischen Humor ein worauf wir bald etwas neckisch als humorlos bezeichnet werden.


  • Barunga Festival 7.-9.06.2008

Auszug aus www.barungafestival.com.au:

"Barunga Festival is one of Australia's major and longest-running Indigenous community festivals. It is celebrated in this Aboriginal community each year over the Queen's Birthday long weekend in June. Music is the highlight of the festival, with contemporary and traditional musicians and dancers from all over the Northern Territory performing. Other cultural activities including traditional dance, arts and crafts demonstrations and exhibitions, bush tucker tasting and spear throwing are all regular elements of the festival and you can buy art direct from local artists!"


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Das toent doch gut! Endlich kriegen wir den Zugang zu dieser Kultur, den wir uns immer gewuenscht haben. Kein Event der nur fuer Touristen da ist, sondern ein Fest fuer ihre Leute, eine Community die fuer uns normalerweise nicht erreichbar waere. (Um in eine Aboriginal Community zu gehen ist meistens eine Spezialbewilligung erforderlich).


Eine duenne Strasse fuehrt uns in Richtung Arnhem Land, leider nur etwas mehr als 30km... es sind immer noch rund 750km bis ans andere Ende dieses Region auschschliesslich fuer Aboriginees.


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Bei unserer Ankunft sind die Eroeffnungsreden in vollem Gange - wir setzten uns hin und hoeren zu, hoeren was Aboriginees und Politiker zu sagen haben, hoeren zwischen den Zeilen immer wieder die riesige Not in der Australien mit seinen Aboriginees steckt, hoeren Feedbacks von der etwas missglueckten Armeeintervention in Aboriginal Communities im Norther Territory vom Juni 2007, vom Ruf nach gleicher Schulbildung fuer weiss und schwarz - aber auch von der Angst wie weisse Schulbidlung aus den traditionellen Landbesitzer einen weissen Mann in schwarzer Haut machen wird (was wir leider in anderen "unterentwickelten" Regionen dieser Welt schon erfahren mussten). Doch das Wochenende soll ja nicht weiter Probleme waelzen. Es soll die Yawowyn People und ihre Kultur feiern, soll die weit zurueckgebliebene Voelkerverstaendigung unter den eigenen, den weissen und schwarzen Australiern, etwas vorwaerst zu bringen. Dringend noetig - diesbezueglich ist uns einmalmehr aufgefallen als wir uns im Touristenbuero von Katherine (nur 70km weg von hier!) ueber dieses Festival erkunden wollten. Niemand wusste etwas ueber dieses Festival, niemand im Touristenbueros hat es in den letzten 22 Jahren besucht - es ist ja nur eines der groessten und aeltesten Aboriginal-Festivals von Australien! Peinlich! - hier muesst ihr Australier noch sehr sehr viel an euch arbeiten! Insbesonders deshalb weil es fantastisch war, weil es wirklich einen beruehrenden und untouristischen Einblick in die reiche Kultur dieser Menschen zulaesst.


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Die Taenze, die Koerperspannung der Taenzer - voller menschlicher Urkraft. Die Musik, der Gesang - wie von einem anderen Planeten... geht tief unter die Haut, laesst uns sprachlos, mit traenigen Augen. Die Aboriginees - ein herrlicher Humor, so offen und so tolerant. Die Aboriginal Elders - so voller Wissen ueber ihre Umwelt, ueber Ihre Pflanzen, Tiere, die Natur, die Kultur! Abends sitzen wir ums Lagerfeuer lauschen gespannt den erzaehlten Dreamtimestories - es sind eine Art Fabeln, erzaehlen wie die Urbevoelkerung sich die Kreation erklaert, so erfahren wir z.B. weshalb das Emu einen langen Hals hat, weshalb der schwarze Kakadu einen roten Schwanz zeigt... auch hier beruehrt uns der Humor dieser zwei alten Ladys, wie sie uns die Geschichten weitergeben.... immer wieder brechen sie in ein ansteckendes, herzliches gekicher aus.


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Margaret fuehrt uns am Morgen auf eine Buschmedizintour.... jede Pflanze ist fuer etwas gut, wird von ihnen auf eine spezielle Art hergerichtet.... diese wirkt fuer Bauchschmerzen, die gegen Krebs und die dort gegen die schlimme Krankheit wo euch die Haare ausfallen, erzaehlt uns Margaret.Am Nachmittag dann eine Speerwurf competition, dann eine Didjeridoo competition... immer wieder Musik, Tanz. Einmal tanzt sich eine Gruppe kleiner, alter Frauen scheu und zaghaft in die Arena... oben ohne, traditionelle Bemalung anstelle von Kleidern.... das sei der Kreationstanz der Frauen erklaert uns der Kommentator gefolgt von einem Bushtucker... Wallabie, wilder Truthan, Barramundi Fisch und Schildkroete im Erdofen, dazu gibt es Damper ein in der Kohle gebackenes Brot.


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Nach einigen zaghaften Versuchen kommen wir ins Gespraech mit den Frauen - gleich werden wir sozusagen adoptiert... ich sei ihr weisser Sohn meint die eine und die anderen seien deshalb meine Aunties.... und sagt dann weiter "Schoen dass ihr euch fuer uns und unsere Kultur interessiert, es giebt leider viel zu viele Weisse in diesem Land die es nicht tun, denen wir egal sind."


Dieses lange Wochenende hat uns endlich die andere Seite naeher gebracht... hoffentlich koennen wir diese Sichtweise auch mit den vielen, zu vielen negativen und problematischen Askpekten behalten. Hoffentlich kann ich das gelernte irgendwie in meine Arbeit in Geraldton einbringen - denn sie koennte mich ab und zu in Aboriginal Communities fuehren... Bush Mechanic Unterricht, irgendwo im riesigen westaustralischen Outback, gehoert auch zum Kurs-Curriculum von TAFE.


  • Katherine and Nitmiluk Lelyin National Park 10.-12.06.2008

Wieder zurueck nach Katherine, wieder im Caravanpark mit Wifi Internet. Meinem Aerger habe ich in der Zwischenzeit in ein Email verpackt, wieder und wieder habe ich es durchgelesen, verbessert, entschaerft hoffe aber trotzdem all die erlebten Frustrationen auf den Punkt gebracht zu haben. Dem obersten Director von TAFE in Geraldton will ich es senden - entweder erhalten wir nun ein klares Nein oder vielleicht geht damit endilch was... wir haben nicht mehr viel Zeit dafuer.


Schon Stunden danach haben wir Antworten, ja sie wollen uns! Und sie wuerden von ihrer Seite alles in Bewegung setzen um es hinzukriegen.

Zwischen der vielen Action finden wir noch Zeit auf ein Bad in den Hotsprings nur gerade unterhalb des Campground. Hier sitzen wir im klaren, warmen Wasser und gespraechlen mit einem aelteren Ehepaar aus Sydney. Wir chatten so lange, bis und fast Schwimmhaute zwischen den Zehen wachsen worauf sie uns kurzentschlossen auf ihren Caravanpark zu Tea einladen. Tea kann in Austalien alles heissen, meistens ist es aber Nachtessen, was es auch in diesem Fall war. So sind wir nun schon zum x-ten mal von fast wildfremden Australier zum Znacht eingeladen worden und hoffen nur, dass sich solche Gegebenheiten fuer uns auch als Halbaustralier in Geraldton auftun werden.


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Auf dem Weg zum Kakadu Nationalpark - unserem letzten Stop vor Darwin - liegt nur noch Edith Falls NP und weitere 300km Strasse. Wir beziehen unsere Site und machen uns auf eine Wanderung... ufff ist es ploetzlich heiss geworden, der Schweiss tropft nur so unter meinem Acubra Bush Hat hervor und wir sind froh als wir nach einigen Kilometern an einige herrliche Rockpools kommen - himmlisch! Zurueck beim Campground baden wir nochmals unterhalb der Wasserfaelle. Ein See rund 200m im Durchmesser. Wieder sollen hier einige Suesswasser Krokodile leben versichert uns der Ranger - keine Salties, die werden jeweils anfangs Saison "removed" meint er weiter. Was wenn trotzdem eines.....oder was wenn eines der kleinen (nur max 3m langen) Suesswaessrigen doch einen Biss aus mir nimmt? Es ist ein komisches Gefuehl erstmals in solchem Gewaesser zu schwimmen, etwas mulmig, aber ich bin nicht der einzige der die 200m in Angriff nimmt, da wird das Risiko verteilt rede ich mir ein und geniesse dieses Billabong.


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Abends dann ein weiteres Novum aus dem Northern Territory. In vielen Nationalparks haben wir nun schon gratis Vortraege oder Rangertalks beiwohnen duerfen; immer ueber lokale Themen, ueber den Naturpark, die Tiere, die Pflanzen, das Leben als Ranger, usw. usw.... wirklich gute, empfehlenswerte Vortraege. So auch diesem Abend ueber Flora und Fauna des Nitmiluk Parks. Erstmals hoeren wir von leider beruehmt beruechtigten Cane Toad, der suedamerikanischen riesen Kroete die vor mehr als 70 Jahren in der Naehe von Cairns in Queensland ausgesetzt wurde und inzwischen die Grenze zu Westaustralien erreicht haben soll. Dieses Mistvieh ist giftig und selbst die supergiftigen Schlangen sterben an einem Haeppchen Cane Toad. Die Suesswasserkrok population sollen sie in den letzten Jahren um rund 2/3 dezimiert, die einheimische Wildkatze fast ausgerottet haben... noch wirkt nichts gegen die Viecher.

  • Kakadu National Park 13.-22.06.2008

Kakadu Nationalpark und UNESCO World Heritage Site. Wir sind gespannt. Haeufig bedeutete vor allem die UNESCO Auszeichnung einfach Touristen ohne Abwinken. Vor einigen Jahrzehnten noch war dieses Land fast zerstoert, die ausgewilderten Wasserbueffel und Schweine hatten die Suempfe fast in eine Mondlandschaft zertreten, die Uran, Quecksilber, Arsen, Gold usw Mienen das ihrige dazu beigetragen. Heute ist der Kakadu Nationalpark einer der groessten Australiens rund 20000 Quadratkilometer gross mit nur zwei Teerstrassen quer durch...... soviel vorweg - ein Besuch lohnt sich...

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Die Gunlom Wasserfaelle
Unsere erste Destination im Kakadu - nur erreichbar ueber einen 80km nicht geteerten Umweg, doch die Gravelroad ist auch fuer 2WD offen... kein Problem.
Rund 70 Meter traufelt das wenige verbleibende Wasser den steilen Fels herunter - nur schwer vorstellbar, dass noch vor wenigen Wochen die ganze Region unter Wasser stand.... das muss ein Anblick sein, wenn sich Wetseason Wassermassen ueber diese Felsen waelzen. Die Aboriginal nennen diese Region des Kakadu "Sickness Country" wo man keine Steine umdrehen sollte und keine Loecher graben darf - erst in den 60er Jahren haben dann auch die weissen Australier gelernt weshalb - die Region ist reich an stark Uran haltigem Gestein.... nur dem Kampfgeist der lokalen ist es zu verdanken, dass anstelle dieses magischen Ortes nicht ein grosses Uranminenloch ist, wie an manch anderen Stellen im Park !?! 
Doch fast am schoensten fuer uns, die Taszi Familie campiert auch hier, denn nach wie vor ist das, was wir auf unserer Reise am meisten vermissen, konstante Beziehungen, Menschen die wir moegen mit denen wir etwas aufbauen und pflegen koennen... und nicht immer wieder neue, andere, dieselben Geschichten usw. So verbringen wir die naechsten zwei Tage zusammen, wandern, baden im Fluss und im Suesswasserkrokodilsee, bieten den zweien an auch mal einige Stunden auf ihre Kinder aufzupassen. 

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Am zweiten Nachmittag findet wieder eine Kulturaktivitaet statt - lokale Aboriginal zeigen uns wie man aus Pandana Strauch Seile und Koerbe herstellen und wie man diese mit Naturmaterialien einfaerben kann - Sandra ist hellbegeistert und sieht schon ihre naechsten Artpiccolo Kurse entstehen. Ich finde mehr gefallen an all dem was die traditionellen Landbesitzer nebenbei erzaehlen, so zum Beispiel, dass man die "Green Tree Ant" essen koenne. Alsbald finde ich auch so ein Tierchen, zerdruecke es mit meinem Daumen und beisse ihren gruenen Hintern ab - Sauer, wie Zitrone aber gut! Die kleine Emily beobachtet mich dabei, macht es ihrem grossen Freund nach und findet ebenfalls Gefallen daran, nur mit dem Unterschied, dass sie von nun an jeder gesichteten gruenen Baumameise den Hintern abbeissen wird...

Nach einem Besuch im hervorragenden Kulturzentrum ziehen wir uns auf einen gratis Campground zurueck - ausser den Krokodilen im nahen Billabong sind wir alleine hier. Erst nach Sonnenuntergang gesellen sich noch andere zu uns, und das zu Millionen. Trotz Feuer und Rauch sind es nur noch Minuten bis zur Blutleere.... rette sich wer kann! Waere das Zelt nicht mit Heringen im Boden verankert gewesen haetten die Blutsauger uns wahrscheinlich samt Zelt weggetragen.... durch die Zeltwaende toent es als ob wir uns in einen Bienenschwarm gesetzt haetten - aber es sind Stechmuecken.... grauenhaft!
Am naechsten morgen hechten wir frueh aus dem Zelt, brechen schnellstens ab und verziehen uns zu den Rock Arts, nicht nur wegen den Muecken sondern auch wegen den Touristen die den ganzen Tag ueber die Sicht auf diese bis zu 50000 Jahren alten Murals verstellen.


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Schon vor Monaten haben wir von reisenden OZ's einen Tipp erhalten: "Der Felsen oberhalb der Ubirr Rock Art Site, das ist einer der schoensten Sonnenuntergaenge Australiens. Und ausserdem sind da auch noch hunderte von Felszeichungen zu sehen...." Nie haetten wir dazumal geplant hierher zu kommen, doch den langwierigen Visa Vorbereitungen von Geraldton sei dank (alles hat immer Vorteile) sind wir jetzt hier. Mit den Felszeichnungen kann ich persoenlich nicht sehr viel anfangen, habe wahrscheinlich keinen Bezug dazu, finde die Stichmaennchen zwar eindruecklich und irgendwie noch schoen aber eben... Boese Zungen sagen zu der Zeit wo die Ureinwohnen Australiens noch Stichmaenchen an Felsen malten haben andere Kulturen Tempel und Pyramiden gebaut - die Gegenargumente dazu lauten dann aber; vielleicht ist diese Kulur ja viel weiter als alle anderen, anstelle sich egoistisch selber darzustellen lebten sie schon immer im Einklang mit der Natur.... wie dem auch sein der Sonnenuntergang ist wahrhaftig einer der Besten Australiens, auch wenn man diesen Geheimtipp mit rund hundert anderen Touristen teilen muss. Als einer der letzten Felsen vor dem Sumpfland ragt Ubirr aus der Ebene raus, giebt atemberaubende Sicht auf die Floodplains mit den im Sonnenlicht spiegelnden Billabongs, rote und gelbe Felsen und im Hintergrund das piktureske Arnhenland Platau. Selbstverstaendlich fehlen in diesem Teil Australiens einige Wolken nicht was die ganze Szene noch besser macht!!!!


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In dieser Region bleiben wir zwei Tage, auch wenn wir wieder jeden Abend von den Muecken fast gefressen werden..... am Morgen vor unserer Weiterfahrt leiten uns einige Aboriginal People an wie wir traditionell zeichnen und malen koennen, wie wir Pinsel aus Graesern anfertigen koennen und welche Farben und Techniken in der Region eingesetzt werden. Meine in lokaler Weise gekuenstelte Death Adder Schlange wird auf alle Faelle von den Aboriginal erkannt und wir werden auch gleich darauf hingewiesen das diese hier ueberall seien und wir Abends umbedingt mit Taschenlampe rumlaufen sollen..... scary!!!


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Nach all den Blutsaugern und Gifttieren brauchen wir Erholung im Servicetown Jabiru. Die Burnspeople sind auch hier, so verbringen wir einen Tag am und im Swimmingpool und geniessen Ferienleben wie es sich die meisten Menschen vorstellen.... Es sind dann auch die Burnspeople die uns zu einem weiteren Gravelroad Umweg ueberreden - eine als "4x4 only" ausgeschilderte Strasse. Doch die Anfahrt bis zum Campground - 50km holper und polter - koenne auch unser Falcon meistern, von da weg duerften wir in ihren Patrol umsteigen.


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20 km ausserhalb des Campground - nur ueber eine wirkliche 4x4 Strasse mit Flussdurchquerungen erreichbar stuerzen die Twin Falls rund 120m und die Jim Jim Falls sogar 210 Meter in die Schlucht runter - unser absolutes Kakadu Highlight! Die Jim Jim Faelle kann man sogar erschwimmen - welch ein grandioses Erlebnis sich von einem 210 Meter fallenden Wassernebel duschen zu lassen und dabei die wie mit einem riesen Beil abgeschnittenen rote Felswand zu beruehren... bitterkalt aber eines der fuer mich eindruecklichsten Erlebnisse in Australien! Hier ist herrlich, und es hat keine Muecken. Wir wandern, schwimmen, kraxeln ueber riesige Felsbrocken, zwaengen uns in kleine Kalksteinhoehlen und geniessen das soziale Leben am Lagerfeuer. 



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Haette ich am Montag 23. Juni nicht einen Termin mit TAFE ausgemacht und haetten wir in den Tagen im Jim Jim Camp nicht jegliche Vorraete aufgezehrt waeren wir wahrscheinlich heute noch dort!


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  • Window on the Wetland 23.6.08

Wieder zurueck in der Zivilisation, das Handy biept wie wild.... "you missed calls" zeigt es uns an.... und auch das Email explodiert fast....die Visumseingabe sei heute erfolgt, das bridging Visa das uns erlaubt bis zur Arbeitsbewilligung in Australien zu bleiben sei ebenfalls beantragt... in 4-8 Wochen sind wir arbeitende Schweizer in Downunder... ufff - es scheint als haben wir es geschafft, als haette mein Email an den Managing Director wirklich gewirkt. Nun sind wir fast froh, dass wir nicht schon vor 5 Monaten den MD kontaktiert haben, denn sonst waeren wir ja schon lange am arbeiten und haetten all die Sued- Zentralaustralischen und Tongalesischen Abenteuer verpasst. Ausserdem kriegen wir beide ploetzlich ziemliches Heimweh, vermissen unsere Eltern und Geschwister, unsere Freunde. Wir beide finden, eingentlich koennten wir jetzt auch in die Schweiz gehen.... wohl ein weiteres Zeichen, dass es nun bald ernst werden wird - wir muessen uns fuer zwei Jahre in Geraldton verpflichten.


Freude, gemischt mit einem dumpfen Gefuehl begleiten uns aus Jabiru und dem Kakadu Nationalpark raus. Bald wieder arbeiten, ein normales Leben fuehren, weniger Abenteuer, usw.... so schnell haette es jetzt doch auch wieder nicht sein sollen ;-) Wir schlafen auf einem Rastplatz 60km ausserhalb Darwin, werden von Stechmuecken wieder so richtig belagert.... die werden wir sicher nicht vermissen!


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  • Berry Springs 24.-25.6.08

Nach Darwin wollen wir noch nicht - teure Campplaetze mit vielen noch ekligeren Sandflys. Deshalb landen wir noch hier, treffen wie per Zufall wieder auf die Burnspeople. Sitzen in heissen Quellen, erkunden uns uebers Internet fuer Mietwohnungen in Geraldton, schreiben Tagebuch, bereiten uns auf unser neues Leben vor. Andy hilft mir den Arbeitsvorvertrag auseinander zu nehmen - meine Forderungen in diesen Einzubringen. Schade werden wir so weit weg von Melbourne wohnen, zu weit weg von ihnen meinen die Burnspeople.... wir werden uns wohl besuchen gehen... vielleicht die naechsten langen Ferien im 4x4 uber die Canning Stock Route zusammen unternehmen.... vielleicht... Zuerst kriegen wir in Darwin einen Stempel in den Pass gedrueckt, muessen wahrscheinlich die medizinische Untersuchung ueber uns ergehen, unsere Lungen auf Tuberkulose roentgen lassen....ein Arbeitsvisum fuer Australien muss verdient werden.


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